Die Monatsbotin Februar 2021 / Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die fünfundachtzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!

Und: Wer nicht lesen will, kann hören: demnächst hier!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der Januar des neuen Jahres fing entspannt und schwungvoll zugleich an – entspannt, weil ich ein paar ruhige Tage in der wunderschönen Landschaft der märkischen Schweiz genießen konnte, und schwungvoll, weil es gleich reichlich zu tun gab. Neben diversen kleineren Lektorats- und Begutachtungsaufgaben und den wieder neu anlaufenden Online-Workshops arbeitete ich den gesamten Monat über mit Hochdruck an meinem derzeitigen Buchprojekt, dem Reportageband „Paare mit Paketen“.

Im Laufe des Monats habe ich die letzten drei noch fehlenden Interviews geführt, zwei davon online, das dritte dann doch lieber live, wofür ich am 29. ins bei Hamburg gelegene Halstenbek reiste und am selben Tag wieder zurück. Leider natürlich pünktlich zum in Norddeutschland einsetzendem Schneechaos, so dass die Rückfahrt dann gleich mal fünfeinhalb statt dreieinhalb Stunden dauerte. Aber ich hatte ja vierbeinige Begleitung und hörte mir in Ruhe einen Podcast nach dem anderen an, also wurde die Fahrt dann doch recht kurzweilig.

Vom 11. bis 15. Januar wäre ich ja eigentlich zum 20. Mal in Folge zu Schullesungen in den Kanton Zürich gereist, aber Covid 19 geschuldet fiel die Reise aus, stattdessen wurden alle Lesungen und Workshops online umgesetzt. Das machte mir im voraus ein wenig Kopfzerbrechen, denn gerade die Workshops leben ja von der interaktiven Gestaltung. Aber dank der ausführlichen Einführung in die Möglichkeiten der Videokonferenzen durch einen versierten und überaus geduldigen Schweizer IT-Fachmann (ja, in der Schweiz hat jede Schule so einen Spezialisten, der sich um alle Internet- und Technikbelange kümmert, beneidenswert!) war ich dann so gut gewappnet, dass die Online-Schreibworkshops in den Schulhäusern Stäfa und Dietlikon für Neunt- und Sechstklässler richtig gut liefen und mir ausnehmend viel Spaß machten – die Lesungen vor Siebt- und Sechstklässlern in Illnau und Kloten ohnehin. 

Da passte es hervorragend, dass die Aidshilfe NRW am Ende jener Woche mit der Bitte an mich herantrat, einen vierwöchigen Online-Workshop für HIV-Positive zu leiten. Gesagt, getan, am 26. Januar startete der Workshop, und der wiederum läuft so gut, dass ich mich entschlossen habe, einen weiteren für alle Interessierten buchbaren Workshop mit wöchentlichen Zoom-Konferenzen anzubieten. „Los, aufgeschrieben!“ beginnt am Dienstag, dem 23. März, weitere Informationen und Anmeldung dazu hier!

Und was kommt?

Zunächst einmal werde ich die letzten beiden Texte für das „Paare mit Paketen“-Buch fertigstellen, das danach natürlich noch einmal durch das Verlagslektorat gehen wird. Alle elf Paare sind übrigens in den letzten Wochen vom Fotografen Werner Krüper in Szene gesetzt worden, die Auswahl der Fotos wird demnächst erfolgen – mir gefallen sie alle sehr gut, ich bin gespannt darauf, welche Fotos dann im Buch erscheinen werden. 

Danach mache ich mich an ein größeres Lektorat; einer der bekanntesten deutschen Filmemacher schreibt derzeit an seinem ersten Roman, bei dem ich ihn als Lektorin begleiten werde. Und dann sind da noch einige weitere kleinere Lektoratstätigkeiten und die Textprobe für ein neues Jugendbuch, das mir schon seit längerem im Kopf herumgeistert. Und der Online-Workshop „Los, aufgeschrieben!“ natürlich, auf den ich besonders gespannt bin. Man sieht also, langweilig wird’s mir gewiss nicht …

Einen knackigen Februar  wünscht Karen-Susan Fessel

Online Workshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 1. März und 1. April; der interaktive Onlineworkshop „Los, aufgeschrieben!“ beginnt am 23. März. Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare.

Ausgelesen Susanne Matthiesen: Ozelot und Friesennerz. Ullstein, Berlin 2020 / Sylt, die Perle der Nordsee. Ferienort der Schickeria, Flaniermeile für das mondäne Publikum der Republik. Das war einmal, das ist immer noch so – nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Einheimischen mittlerweile zusehends mehr verdrängt werden. Und dass es kein Pelzgeschäft mehr gibt, denn Pelz ist out … Das weiß niemand besser als Susanne Matthiesen, deren Eltern genau dieses Geschäft jahrzehntelang leiteten. Höchst unterhaltsam, aber auch stets mit kritischem Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen erzählt die Autorin, die heute als erfolgreiche Journalistin in Berlin lebt, vom Sylt der Siebziger Jahre bis heute – ein sehr lesenwerter historischer Abriss mit Tiefgang. // Lilja Sigurðardóttir: Das Netz. Ein Reykjavík-Krimi. Dumont, Köln 2020 // Sie weiß selbst nicht recht, wie ihr geschieht – aber Sonja hat das Sorgerecht für ihren Sohn verloren und sich als Drogenkurierin anwerben lassen, um genug Geld anzusparen, damit sie Tomas wieder zu sich holen kann. Das alles geht gründlich schief, aber Sonja gibt nicht auf … auch nicht, als der Zollbeamte Bragi ihr auf die Schliche kommt. Der erste Teil der Trilogie um die einsame Heldin Sonja wirft ein schräges Licht auf den isländischen Bankencrash und die vielgepriesene Toleranz im Land der Elfen und Sagen. Ausgezeichnete Krimikost von einer jungen isländischen Autorin!

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