Die Monatsbotin Juli 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die vierunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der heiße Juni verging rasend schnell – und trotz bisweilen fast quälenden Hitze (wer die Monatsbotin regelmäßig studiert, weiß ja, dass ich eher ein nordischer Typ und damit keine ausgesprochene Sonnenanbeterin bin) gelang es mir, die Rohfassung meines neuen Kinderbuches mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Frieda Fricke“ viel schneller als erwartet fertigzustellen. Und das, obwohl ich mich – was höchst selten vorkommt! – in der Seitenzahl verschätzt und gut fünfzig Seiten mehr als geplant geschrieben habe. Nun lagert das Manuskript noch einige Tage gut ab, in einigen Tagen werde ich mich dann an die Überarbeitung machen und es fristgerecht Mitte Juli an den Kosmos Verlag schicken.

Mit meinem privaten Buchprojekt war ich auch noch beschäftigt, da gab es allerhand zu überarbeiten und zu korrigieren; Letzteres übernahm meine werte Kollegin Regina Nössler, mit der ich ja schon bei unserem gemeinsamen ???-Kids-Midi-Band „Achtung, Katzendiebe!“ erfolgreich zusammengearbeitet habe.

Parallel dazu begann ich dann auch mit der Arbeit an jenem höchst spannendes Lektorat dessen Inhalt leider noch geheim bleiben muss. Schließlich soll kein anderer es dem Autoren und mir, seiner Lektorin, wegschnappen …

Und die Online-Workshops waren auch noch zu bearbeiten, die mir ungemein viel Freude bereiten, vielleicht auch aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit: neben den Kreativ-Quickies, die sich reger Beliebtheit erfreuen und in zwei Fällen zu einem Langzeit-Quickie ausgeweitet wurden, ist vor allem das Biografische Schreiben eine Bereicherung und spannende Erfahrung, nicht nur für die Teilnehmer*innen, sondern auch für mich.

Und was kommt?

Zuerst einmal der 80. Geburtstag meiner Mutter natürlich! Am 16. Juli feiert sie in kleiner Runde, aber das jüngste Töchterlein darf da nicht fehlen, zumal es ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck haben wird. Danach geht es dann gleich in die Akademie Waldschlösschen, und zwar zweimal hintereinander: vom 17. bis zum 21. Juli zum Bundesweiten Positiventreffen, um den Schreibworkshop „Geschichten müssen aufgeschrieben werden“ zu leiten, anschließend vom 24. bis zum 28. zur Sommerakademie zum weiteren Schreibworkshop, den ich dort jedes Jahr anbiete und der ungemein viel Freude macht. Noch sind wenige Restplätze zu haben, und wer Lust hat, sich eine kreative Woche in wunderschöner Umgebung und netter, hauptsächlich queerer Gesellschaft im Alter zwischen Ende Zwanzig mit Mitte Achtzig zu gönnen und dabei noch zwischen fünf Workshops auszuwählen, der ist herzlich willkommen!

Danach geht es für mich mit Kind und Kegel, Hund und weiterem lieben Anhang in den Sommerurlaub nach Schweden, erst in die Nähe von Arlingsås und dann nach Hällingsjö … ich freue mich sehr!

Einen knackigen Juli wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Juli: 17. bis 21. Juli, Akademie Waldschlösschen bei Göttingen: Schreibworkshop im Rahmen der Sommerakademie; noch Restplätze frei – Anmeldung und Informationen hier!

Onlineworkshops: Sommerpause – die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 5. September und 4. Oktober! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Åsne Seierstad: Einer von uns / Natürlich kann man sich fragen, warum Anders Breivik, der mit seinen Attentaten in Norwegen 69 Menschen tötete, ein ganzes Buch gewidmet sein sollte. Aber der norwegische Journalistin gelingt mit ihrem umfangreichen, brilliant recherchierten Werk ein Meisterstück: zum Einen zeigt sie den Werdegang Breiviks auf bis hin zu seinen Klagen aus der Gefängniszelle wegen unwürdiger Behandlung, zum anderen beschreibt sie das Leben der Opfer und ihrer Familien, exemplarisch an zwei jungen Menschen, die durch diese brutale Tat aus dem Leben gerissen wurden. Das ist so glänzend recherchiert und beschrieben, dass ich das Buch viele Abende lang einfach nicht aus der Hand legen konnte – und mir sofort weitere Werke der zu Recht preisgekrönten Journalistin zulegen musste. // Åsne Seierstad: Mit dem Rücken zur Welt / Seierstads Portraits aus Serbien stammen zwar aus den ersten Jahren des neuen Jahrtausends und sind damit nicht mehr ganz aktuell, aber für mich als zweimalige Serbienreisende und -interessierte dennoch ungemein spannend zu lesen. Vom verurteilten Kriegsverbrecher über zurückgelassene Ehefrauen bis hin zu Kosovo-Flüchtlingen kommt ein Querschnitt der kriegsgebeutelten wie auch kriegsverherrlichenden serbischen Bevölkerung zu Wort. Diese Sammlung lässt die Leser einerseits sprachlos, andererseits angeregt zurück. Ein mutiges Buch. // Åsne Seierstad: Der Engel von Grosny. Tschetschenien und seine Kinder / Und noch eins von Seierstad, das beste der drei vorgestellten, wie ich finde: Die Portraits einer verlorenen Generation haben mir den Atem stocken lassen. Tschetschnien ist zwar weit weg, aber dennoch viel zu nah, denn ein Teil von Russland – und damit ist auch die unergründlichen Brutalität, die dort herrscht, viel zu nah. Absolute Empfehlung!