{"id":1488,"date":"2018-07-02T15:58:21","date_gmt":"2018-07-02T13:58:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=1488"},"modified":"2018-07-02T16:00:52","modified_gmt":"2018-07-02T14:00:52","slug":"die-monatsbotin-juli-2018-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-juli-2018-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin Juli 2018 \/\/ Notizen aus dem vierten Stock"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier kommt die siebenundf\u00fcnfzigste Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!<\/strong><\/p>\n<p>Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an\u00a0<a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>\u00a0\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten &#8230;<\/p>\n<p><strong>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Ein \u00fcberaus sonniger Juni, der mich mit einer gelungenen Mischung aus ruhigen Schreibphasen und reizvollen Reisen erfreute &#8211; und auf Trab hielt. Den Anfang machte eine Fahrt ins sch\u00f6ne T\u00fcbingen, wo mein erster und auch wieder derzeitiger Verlag, der konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, seit nunmehr 40 Jahren beheimatet ist. Das musste nat\u00fcrlich gefeiert werden, mit einem dreit\u00e4gigen Fest, dessen Auftaktlesung ich bestreiten durfte &#8211; und so las ich am 8. Juni in der Begegnungsst\u00e4tte Hirsch vor einem trotz der Hitze zahlreich eingetroffenen und fragefreudigen Publikum aus meiner derzeitigen Neuerscheinung &#8222;Mutter zieht aus&#8220;. Auch meine \u00e4u\u00dferst aktive Verlegerin Claudia Gehrke war anwesend und freute sich mit mir \u00fcber die gelungene Lesung und die interessierten Fragen und Diskussionen. Das Thema &#8211; die langsam aussterbende Kriegskindergeneration und der Umgang der Kinder mit dem Altwerden der Eltern &#8211; st\u00f6\u00dft generell bei den Lesungen auf gro\u00dfes Interesse; vielleicht, weil die meisten Menschen ab dem vierten und f\u00fcnften Lebensjahrzehnt sich mit denselben Fragestellungen besch\u00e4ftigen (m\u00fcssen): Was bleibt von einem gelebten Leben, was bedeutet die Kindheit der eigenen M\u00fctter f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis der Generationen, was l\u00e4sst sich auch im Alter noch positiv ver\u00e4ndern?<\/span><\/p>\n<p>Leider musste ich die zweite geplante Lesung am Abend dann wegen eines \u00fcbel verdorbenen Magens absagen, aber dennoch war die Reise nach T\u00fcbingen ein wirklich sch\u00f6nes Erlebnis; und ich freue mich schon auf das 50-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Verlages &#8230;<\/p>\n<p>In der 25. Kalenderwoche, nach Tagen der intensiven Arbeit am gerade entstehenden Roman, ging es dann zum dritten Mal in eineinhalb Jahren wieder einmal auf Lesereise ins Saarland, das sich jetzt, im Juni, von seiner allerbesten, gr\u00fcnenden und bl\u00fchenden Seite pr\u00e4sentierte. Auf dem Weg dorthin zeigte sich aber auch Rheinland-Pfalz im Sonnenschein, was ich nicht nur beim \u00dcbersetzen mit der F\u00e4hre \u00fcber den Rhein in St. Goar bewundern konnte, sondern vor allem auch vom h\u00f6chsten Punkt des Bundeslandes und des Taunus aus zugleich, dem Erbeskopf. Von dem ich zuvor noch nie geh\u00f6rt hatte. Ja, Reisen bildet!<\/p>\n<p>Im Saarland selbst las ich zun\u00e4chst am 20. in der wunderbar sortierten u Buchhandlung B\u00fccherh\u00fctte in Wadern. Dem h\u00f6chst interessierten Publikum wurde von der Inhaberin selbst gebackenes Geb\u00e4ck gereicht; kein Wunder, dass die Buchhandlung 2016 den deutschen Buchhandlungspreis erhielt!<\/p>\n<p>Die Lesung in der FrauenGenderBibliothek in der Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken am Tag darauf war ein ebenfalls sehr sch\u00f6nes, gut besuchtes und hei\u00df diskutiertes Ereignis, und Hund Luki machte bei beiden Events mal wieder eine hervorragende Figur.<\/p>\n<p>Beim Schreibworkshop anl\u00e4sslich des Hamburger Vorlesevergn\u00fcgens in der Woche darauf allerdings war er dann nicht dabei, die Veranstaltung selbst aber machte dem Programmnamen alle Ehre: Geschrieben und vorgelesen wurde von den engagierten TeilnehmerInnen &#8211; Hamburger Gymnasiasten zwischen 10 und 16 Jahren samt zwei Lehrerinnen und einer Journalistin &#8211; mit gro\u00dfem Vergn\u00fcgen!<\/p>\n<p><strong>Und was kommt? <\/strong><\/p>\n<p>Nein, noch kein Ferienmonat f\u00fcr mich, im Gegenteil! Aber neben dem Schreiben am Roman warten zwei meiner Lieblingsveranstaltungen auf mich:\u00a0 die allj\u00e4hrlichen Schreibwerkst\u00e4tten in der Akademie Waldschl\u00f6sschen n\u00e4mlich, und zwar vom 16. bis 19. im Rahmen des Bundespositiventreffens und in der Woche darauf bei der Sommerakademie. Beide sind seit l\u00e4ngerem ausgebucht, die Wartelisten lang, und ich freue mich schon sehr auf die TeilnehmerInnen und ihre Texte.<\/p>\n<p>Wer keinen Platz mehr bekommen hat: die Onlineworkshops sind die perfekte, h\u00f6chst individuelle Alternative! Interessierte an &#8222;Mein Buch&#8220; und &#8222;Biografisches Schreiben&#8220; m\u00fcssen zwar bis Mitte August warten, aber der Kreativ-Quickie l\u00e4uft durchgehend weiter. Nichts wie ran also, gerade jetzt in der Ferienzeit!<\/p>\n<p>Einen sonnigen Juli w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/p>\n<p><strong>Online Workshops:<\/strong> Die neuen Onlineworkshops &#8222;Mein Buch&#8220; und &#8222;Biografisches Schreiben&#8220; starten am 20. August und 17. September; der Kreativ-Quickie heute, am 2. Juli, am 20. August und am 17. September &#8211; Informationen und Anmeldung auch f\u00fcr die weiteren \u00a0Workshops sowie Einzelcoaching unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/seminare\">www.karen-susan-fessel.de\/seminare<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausgelesen<\/strong>:\u00a0<em>\u00a0Henning Su\u00dfebach: Deutschland ab vom Wege &#8211; eine Reise durch das Hinterland\u00a0<\/em>\/ Davon hatte ich mir mehr versprochen: Der renommierte Zeit-Redakteur und vielfach ausgezeichnete Reporter unternimmt in seiner Langzeitreportage eine Wanderung durch Deutschland von der Ostsee bis zur Zugspitze mit dem erkl\u00e4rten Zielt, die 6,2 Prozent asphaltierter Fl\u00e4che nach M\u00f6glichkeit zu meiden &#8211; also auch Stra\u00dfen, gepflasterte Wege und dergleichen. Das klingt spannend, ist es auch, aber Su\u00dfebachs Dauerbeschw\u00f6rung der stets untersch\u00e4tzten Bedeutung des &#8222;kleinen Mannes&#8220; verleidete mir schon nach dem ersten Viertel die Lesefreude. Ist ja gut, die Politiker sollten mehr auf die &#8222;einfache&#8220; Landbev\u00f6lkerung h\u00f6ren. Und ja, die Gro\u00dfst\u00e4dter nehmen sich zu wichtig. Der Autor sich allerdings auch. \/\/\u00a0<em>Lei<\/em><em style=\"font-size: 1rem;\">la Slimani: Dann schlaf auch du<\/em><span style=\"font-size: 1rem;\"> \/\/ Die Gro\u00dfst\u00e4dter Myriam und Paul hingegen nehmen ihre Karrieren zu wichtig und stellen deshalb ein Kinderm\u00e4dchen f\u00fcr die beiden Kleinkinderspr\u00f6sslinge ein, eine Entscheidung mit fatalen Folgen. Denn die &#8222;Perle&#8220; hat eine merkw\u00fcrdige Vergangenheit und ein schr\u00e4ges Eigenleben, eine ung\u00fcnstige Kombination, die in einer Katastrophe endet. Die eine franz\u00f6sisch-marokkanische Schriftstellerin Slimani wurde f\u00fcr diesen sanften, vielschichtigen Roman vielfach ausgezeichnet, durchaus zu Recht. \/\/\u00a0<\/span><em style=\"font-size: 1rem;\">Maylis de Kerangal: Die Lebenden repaieren<\/em><span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0\/ Diese franz\u00f6sische Autorin wiederum hat sich ein absolut spannendes und rares Thema ausgesucht und ausgezeichnet in Szene gesetzt: Simon, 19, wird nach einem schweren Unfall als hirntot diagnostiziert. Seine Eltern m\u00fcssen entscheiden: Soll Simon Organspender werden? De Karangal portr\u00e4tiert nicht nur den Leidensweg der Eltern, sondern eine ganze Reihe von Menschen, die in eine Organtransplantation involviert sind. Gelegentlich ein wenig \u00fcberfrachtet und zu detailliert, aber hochinteressant und virtous beschrieben! \/\/<em>Georg Metger: F\u00fcr immer. Die unfassbare Tat von Rupperswil und ihre Folgen<\/em> \/ Dieser Tatsachenbericht hingegen macht da weiter, wo Slimanis Roman aufh\u00f6rt: Metger zeigt in klaren Worten und ohne jegliche \u00dcberfrachtung auf, was Hinterbliebene einer Gewalttat zu erleiden haben. Der Lebensgef\u00e4hrte von Carla S., die mit ihren beiden S\u00f6hnen und der Freundin des \u00c4lteren im Dezember von einem p\u00e4dophilen Sadisten \u00fcberfallen und umgebracht wurde, stand lange unter Verdacht und schildert in diesem von Franziska M\u00fcller solide und locker aufgeschriebenem Text die Zerst\u00f6rung einer Familie &#8211; f\u00fcr immer. \/\/ <em>Thomas T. Blatt: Nur die Schatten bleiben. Der Aufstand im Vernichtungslager Sobib\u00f3r<\/em> \/ Warum, diese selbstgef\u00e4llige und verst\u00e4ndnislose Frage wird immer wieder gestellt, warum haben die Juden sich damals eigentlich nicht gegen die Nazischergen gewehrt? Haben sie ja &#8211; sofern sie \u00fcberhaupt im Ansatz die M\u00f6glichkeit dazu hatten und Bescheid wussten, was sie erwartete. So in Sobib\u00f3r, dem Vernichtungslager an der polnisch-ukrainischen Grenze. W\u00e4hrend des einzigen Aufstandes wurde mehr als die H\u00e4lfte der SS-Besatzung von den Insassen get\u00f6tet, ein Dutzend Bewacher verwundet. Von den 550 Insassen \u00fcberlebten genau 35 am Ende das Lager, den Aufstand und die Flucht. Blatt, einer dieser wenigen \u00dcberlebenden, schildert \u00e4u\u00dferst spannend und klar die Ereignisse selbst, die Vorbereitungen und die Folgen. Unbedingt lesenswert! \/\/ <em>Jakob Wei\u00df: Treibholztage<\/em> \/ Die Geschichte von Lasse, der nicht wei\u00df, woher er kommt und wohin er geh\u00f6rt, nur, dass er sein Leben selbst in die Hand nehmen will &#8211; und das macht er dann auch, egal, was die anderen sagen: sein depressiver Ziehvater, die schrullige Puppenmacherin von nebenan, das geheimnisvolle M\u00e4dchen Ailo &#8230; Das Deb\u00fct des 17-j\u00e4hrigen Autors erinnert an einen Rohdiamanten: Es gibt noch einiges zu schleifen, aber sein k\u00fcnftiger Glanz und die Formsch\u00f6nheit sind bereits jetzt zu erkennen.\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt die siebenundf\u00fcnfzigste Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! 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