{"id":2079,"date":"2021-12-01T18:12:23","date_gmt":"2021-12-01T16:12:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=2079"},"modified":"2021-12-01T18:12:23","modified_gmt":"2021-12-01T16:12:23","slug":"die-monatsbotin-dezember-2021-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-dezember-2021-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin Dezember 2021 \/\/ Notizen aus dem vierten Stock"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier kommt die vierundneunzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!<\/strong><\/p>\n<p>Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an\u00a0<a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>\u00a0\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten &#8230; Wer lieber Ruhe w\u00fcnscht, desgleichen!<\/p>\n<p><strong>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war?<\/strong><\/p>\n<p>Der November begann f\u00fcr mich &#8211; wie so oft in den Vorjahren &#8211; mit einer Lesereise, diesmal ins idyllisch im Harz gelegene Bad Harzburg, wo ich auf Einladung der &#8222;Bad Harzburger Aktion&#8220; vom 2. bis zum 5. t\u00e4glich zwei Lesungen aus meinen Kinder- und Jugendb\u00fcchern hielt. Den Anfang machte die Pestalozzischule in Goslar, gefolgt vom Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium und der Schule an der Deilich in Bad Harzburg. Am Freitag, dem 5. dann beendete ich die Leserreise im Rahmen der Bad Harzburger Kinder- und Jugendbuchwochen in der Oberschule Liebenburg &#8211; aber ganz vorbei war sie dann doch noch nicht, denn zu meiner Freude wurde ich kurzfristig an die Klinik Dr. Fontheim &#8211; mentale Gesundheit eingeladen, um als Referentin ein Seminar f\u00fcr die Pflegesch\u00fcler*innen im Bereich Psychiatrische Pflege zu halten. Der h\u00f6chst engagierte Pflegedirektor der Klinik, mein ehemaliger Meppener Mitsch\u00fcler Georg Schnieders, hatte mich kurzerhand engagiert, um eine coronabedingte L\u00fccke im Lehrplan f\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Das machte mir sehr viel Freude, denn die knapp 20 Zuh\u00f6renden lauschten sehr interessiert meiner Lesung aus meinen f\u00fcr diesen Fachbereich relevanten Kinder- und Jugendb\u00fcchern und meinem neuesten Buch &#8222;Paare mit Paketen&#8220;,\u00a0 dem im Psychiatrie-Verlag erschienenen Reportageband mit elf Paaren, die mit psychischen Erkrankungen leben (m\u00fcssen). Eine weitere Abendveranstaltung f\u00fcr das kommende Fr\u00fchjahr ist angedacht, auf die ich mich schon jetzt sehr freue.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Berlin, widmete ich mich meinen weiteren Aufgaben, wozu zun\u00e4chst die Konzeptionsarbeit am Podcast &#8222;Butchfunk &#8211; L\u00e4ssig. Lustig. Lesbisch.&#8220; geh\u00f6rte, dessen zweite Folge am 1. November online gestellt worden ist.\u00a0 Diesmal zu Gast:\u00a0 die Berliner Friseurmeisterin Marianne Graff, mit der meine Mitstreiterinnen Manuela Kay, Ina Rosenthal und ich eifrig \u00fcber so spannende Themen wie Wasserwellen und Szenefrisuren diskutieren. Episode 3, in der wir die Kuratorin und Vorstandsvorsitzende des Schwulen Museums, Birgit Bosold, danach befragen, ob und wie der &#8222;Lesbenradar&#8220; eigentlich funktioniert, wird am Montag, dem 6. Dezember online gestellt. Zu h\u00f6ren <a href=\"https:\/\/linktr.ee\/butchfunk\">auf vielen Plattformen<\/a> , unter anderem auch <a href=\"https:\/\/www.pinkdot-life.de\/butchfunk-der-podcast\">hier<\/a> auf Pink.Life. Und: Wem es gef\u00e4llt, nicht vergessen, zu liken und zu abonnieren!<\/p>\n<p>Aber auch die Arbeit am Roman f\u00fcr den Querverlag lief weiter, zudem die Online-Workshops, vor allem der achtw\u00f6chige f\u00fcr die Aids-Hilfe NRW, der sehr gut angenommen wird. Jeden Dienstagabend war ich also von 18-21h damit besch\u00e4ftigt, mit bis zu zehn Schreibfreudigen in bester Atmosph\u00e4re an neuen Texten zu feilen.\u00a0 Mal sehen, ob der Workshop angesichts der hochschnellenden Coronazahlen vielleicht doch noch einmal verl\u00e4ngert wird &#8230;<\/p>\n<p>Genau die waren dann auch der Grund daf\u00fcr, dass meine geplante Lesereise nach Luzern dann doch online stattfinden musste, was mir allerdings viel Spa\u00df bereitete. Die Sch\u00fcler*innen der 5. bis 11. Klassen aus Luzern, Nottwil und Sursee zeigten sich h\u00f6chst interessiert und lie\u00dfen sich auch\u00a0 nicht davon abhalten, viele Fragen zu stellen. Insgesamt also neun rundum gelungene Veranstaltungen in einem Format, an das wir uns alle noch weiter gew\u00f6hnen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Gerade noch rechtzeitig aber konnte ich am 19. November noch nach Osnabr\u00fcck reisen, um in der dortigen Bertha-von-Suttner-Oberschule drei Lesungen aus meinen Kinder- und Jugendb\u00fcchern zu halten. So kam ich in den Genuss, die gesamte Sch\u00fcler*innenschaft vor mir zu haben &#8211; inklusive des freundlichen Kollegiums, allen voran die umtriebige Lehrerin Tanja Brinkmann, die das Ganze bestens organisiert hatte.<\/p>\n<p>Die letzte geplante Lesung des Monats am 30. November in der Berliner Stadtbibliothek Falkenhagener Feld musste dann leider auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Ferne verschoben werden.<\/p>\n<p><strong>Und was kommt?<\/strong><\/p>\n<p>Damit bleibt auch der Dezember veranstaltungsfrei; aber die Zeit werde ich nat\u00fcrlich nutzen k\u00f6nnen, um meine diversen Schreibworkshops und -projekte weiter voranzutreiben. Ein neuer Text ist dann auch noch erschienen, und zwar in der soeben im konkursbuch Verlag erschienenen<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2087 alignleft\" src=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/51TWOzYLvYS._SX351_BO1204203200_-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/51TWOzYLvYS._SX351_BO1204203200_-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/51TWOzYLvYS._SX351_BO1204203200_.jpg 353w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/> Spezialausgabe des Lesbischen Auges Nr. 21, &#8222;Stadt Land Fluss &#8211; Herkunftsorte&#8220; :\u00a0 &#8222;F\u00fcr immer zugezogen&#8220; besch\u00e4ftigt sich mit dem Emsland, wo ich gro\u00dfenteils aufgewachsen bin und kurz vor Weihnachten noch einen Besuch bei meiner Mutter einlegen werde &#8211; hoffentlich macht Corona mir da keinen Strich durch die Rechnung &#8230;<\/p>\n<p>Einen besinnlichen Dezember w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/p>\n<p><strong>Online-Workshops:<\/strong> Der n\u00e4chste Kreativ-Quickie startet am 2. Dezember; Informationen und Anmeldung auch f\u00fcr die neuen Onlineworkshops &#8222;Mein Buch&#8220; und &#8222;Biografisches Schreiben&#8220; und das Einzelcoaching unter <a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/seminare\">www.karen-susan-fessel.de\/seminare<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausgelesen<\/strong>: <em>Stig Saeterbakken: Durch die Nacht. Dumont, K\u00f6ln 2019<\/em> \/ Ole-Jakob, 18, hat sich das Leben genommen. Mutter, Vater und Schwester bleiben geschockt zur\u00fcck. Hat der Suizid seines Sohnes etwas damit zu tun, dass Karl sich eine Weile zuvor neu verliebt hatte und vor\u00fcbergehend ausgezogen war? War der Riss innerhalb der Familie einfach zu gro\u00df geworden? Auch durch den letzten Roman des norwegischen Autors geht ein Riss: Karls traurig-nachdenkliches Res\u00fcmee weicht im letzten Drittel einem zusehends surrealistischer wirkenden Erz\u00e4hlstrang, der mich als Leserin einigerma\u00dfen ratlos und bekommen zur\u00fcckl\u00e4sst. So muss es auch dem Autor ergangen sein, der sich kurz nach Fertigstellung suizidiert hat. \/\/ <em>Christian Baron: Ein Mann seiner Klasse. Claassen, Berlin 2020 \/\u00a0 <\/em>Gewaltt\u00e4tig ist er, der aus einfachsten Verh\u00e4ltnissen stammende Vater in diesem Roman, unberechenbar, rundherum erfolglos &#8211; und doch ein innig geliebtes, viel bewundertes Vorbild f\u00fcr den Sohn. Zun\u00e4chst jedenfalls, aber dann, als die Familie nach dem fr\u00fchen Krebstod der Mutter zerbricht, verschwindet der Vater aus dem Leben seiner vier Kinder und taucht nur noch sporadisch auf. Christian Baron hat ihm einen ganzen Roman gewidmet und dabei so ganz nebenbei auch die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse seziert, die den Vater zu dieser zu jeglicher Kommunikation unf\u00e4higen Person haben werden lassen. Das ist gut zu lesen und auch interessant und passt bestens zur momentan vielfach diskutierten Frage der Bedeutung des Klassismus &#8211; aber statt dieses literarischen Denkmals f\u00fcr den verstorbenen Vater h\u00e4tte ich viel lieber ein Buch \u00fcber die Mutter des Autors gelesen. \/\/ <em>Yishai Sarid: Monster. Kein &amp; Aber, Z\u00fcrich 2019 <\/em>\/ Der kurze, aber sehr eindringliche Roman endet mit einem Faustschlag: Der Ich-Erz\u00e4hler, ein israelischer Tourguide, schl\u00e4gt einen deutschen Dokumentarfilmer in Treblinka nieder. Wie es dazu kam, erz\u00e4hlt der bekannte israelische Autor in Form eines Rechenschaftsberichtes, der die Leserschaft von Anfang an in den Bann zieht. Zu erfahren, wie der junge Tourguide sein Leben immer mehr der F\u00fchrung von jungen israelischen Jugendgruppen durch Auschwitz, Treblinka und andere ehemalige Vernichtungslager in Polen widmet und dabei seine eigene Familie immer mehr aus den Augen verliert, das weckt Betroffenheit und Irritation. Die Balance zwischen Abstand und mangelnder Distanzierung gelingt dem Ich-Erz\u00e4hler immer weniger, zugleich w\u00e4chst seine Wut ins Unermessliche. Yishai Sarid ist mit diesem schmalen Band ein gro\u00dfer Wurf gelungen. Die Frage nach der Wirkung indes bleibt nicht nur f\u00fcr den Tourguide ungel\u00f6st.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt die vierundneunzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! 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