{"id":570,"date":"2014-04-03T22:58:06","date_gmt":"2014-04-03T20:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=570"},"modified":"2017-01-16T15:00:00","modified_gmt":"2017-01-16T13:00:00","slug":"die-monatsbotin-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin: Notizen aus dem vierten Stock \/\/ April 2014"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><b>Hier kommt sie, die siebte Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel &#8211; mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg.<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Wer aber versehentlich auf dem Verteiler gelandet ist und schon viel zu viel zu lesen hat: Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eKeine weiteren Einsendungen gew\u00fcnscht\u201c an <a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>\u00a0\u2013 und schon herrscht gespenstische Ruhe im virtuellen Briefkasten \u2026<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><b>Was war?<\/b><\/p>\n<p>Geschrieben habe ich, wie sich das f\u00fcr eine Schriftstellerin ja auch geh\u00f6rt, allerdings noch nicht am zweiten Herzblut-Band f\u00fcr den Kosmos-Verlag, der voraussichtlich im Januar 2016 erscheinen wird, sondern an beiden bereits in den vergangenen Monatsbotinnen erw\u00e4hnten B\u00fcchern zum (zumindest vorerst) \u201eprivaten\u201c Gebrauch. Was nicht ganz stimmt, eines der beiden ist auf jeden Fall f\u00fcr eine Ver\u00f6ffentlichung gedacht, aber ich versuche damit gerade ein Experiment, das ich schon lange in Gedanken bewegt habe: ein Buch komplett fertig zu schreiben, ohne Druck und jegliche Einwirkungen von au\u00dferhalb, und es erst dann einem Verlag anzubieten. Die Vorstellung erschien mir immer wie purer Luxus; nat\u00fcrlich aus der \u00dcberlegung heraus, sozusagen im Geheimen, zum Vergn\u00fcgen daran zu schreiben, ohne dass irgendjemand auch nur eine Ahnung hat, worum es gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Luxus auch deshalb, weil man nat\u00fcrlich die Zeit und auch das Geld haben muss, um ohne Vorschuss an einem Buch zu arbeiten. Da ich beides im Grunde aber nicht habe, habe ich schlichtweg mein Arbeitskonzept angepasst: Nun schreibe ich nicht am St\u00fcck, sondern immer nur ein bisschen, das aber am liebsten jeden Tag. Was wiederum auch nicht ganz aufgeht, aber immerhin, beide Werke \u2013 auch das ein Experiment, in der Regel schreibe ich immer nur an einem Buch, nie an zweien zugleich \u2013 gedeihen langsam vor sich hin. Buch 1 umfasst mittlerweile knappe drei\u00dfig, Buch 2 \u00fcber siebzig Seiten. Ich hoffe, Buch 2 bis zum Sommer, Buch 1 bis zum Jahresende fertiggestellt zu haben. Die Monatsbotin wird es verraten \u2026 oder aber schamhaft verschweigen. Was sie ja auch darf, schlie\u00dflich handelt es sich ja um private Projekte, ha!<\/p>\n<p>Ansonsten bot der M\u00e4rz einige Lesungen unterschiedlichster Couleur: einen ganzen Schwung Oranienburger Neuntkl\u00e4ssler, sowohl Gymnasiasten als auch Gesamtsch\u00fcler, die am 10. M\u00e4rz mit gro\u00dfem Interesse \u00fcber \u201eLiebe macht Anders\u201c diskutierten, und das anl\u00e4sslich der Neueinweihung der Oranienburger Kinder- und Jugendb\u00fccherei an neuer St\u00e4tte. \u00dcberaus gelungen finde ich die architektonische L\u00f6sung am neuen Standort gleich am Schlossplatz, mit viel Platz f\u00fcr Lesungen, Leser und Lesesessel \u2026<\/p>\n<p>Drei Tage sp\u00e4ter bestieg ich in aller Fr\u00fche den Intercity nach Leipzig, um zun\u00e4chst weitere knapp hundert Neuntkl\u00e4ssler des Mockauer Brockhaus-Gymnasiums mit Ausz\u00fcgen aus meinen Werken, vor allem aber \u201eLiebe macht Anders\u201c zu erfreuen. Klappte gut, auch wenn die Zeit zum Diskutieren knapp bemessen war, denn flugs musste ich auch schon weiter zum Messegel\u00e4nde, um in der Lesebude 2 eine weitere Lesung darzubieten. \u00d6ffentliche Lesungen auf Messen sind \u2013 \u00e4hnlich wie die auf Volksfesten oder, schlimmer noch, in Shopping-Malls, wie ich aus leidvoller Erfahrung wei\u00df \u2013 immer ein Risiko: Selten sitzen die passenden Altersgruppen im Publikum, sondern gern \u00fcberdrehte Grundschulkinder mit ihrem lethargischen Lehrpersonal, ersch\u00f6pfte Messebesucher, die nach einem Sitzplatz gesucht haben und sofort einschlafen, verwirrt gaffende Give-Aways-J\u00e4ger mit prall mit Katalogen gef\u00fcllten Einkaufst\u00fcten. Diesmal aber passte alles ganz gut; den L\u00f6wenanteil machte eine 8. Klasse aus Berlin aus, die interessiert zuh\u00f6rte und sich sichtlich am\u00fcsierte. Irritiert war ich nur, als zwischendrin nacheinander drei Jugendliche unvermittelt aufsprangen. Sie rannten allerdings zum B\u00fcchertisch und erwarben je ein Exemplar, um es sich hinterher von mir signieren zu lassen. Sowas geht nat\u00fcrlich runter wie Butter.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n auch die Begegnung mit einer jungen Dame, die ich auf Anfang Zwanzig gesch\u00e4tzt hatte und f\u00fcr einen Fan meiner Erwachsenenromane hielt, bis sie mir beim Signieren erkl\u00e4rte, sie h\u00e4tte schon letztes Jahr drei meiner B\u00fccher gelesen und freute sich jetzt sehr auf \u201eLiebe macht Anders\u201c. Auf die Frage, welche drei, entgegnete sie: \u201eDie drei B\u00fccher mit Mike, Robin und Luke!\u201c<\/p>\n<p>Welche das sind? Wer es err\u00e4t, bekommt ein Exemplar des ersten Bandes zugeschickt \u2013 nat\u00fcrlich ebenfalls signiert!<\/p>\n<p>Dennoch hat die Messe wie immer einen komischen Beigeschmack bei mir hinterlassen. Bei meinem ersten Messebesuch in Frankfurt im Oktober 1994, nach Erscheinen meines Erstlings \u201eUnd abends mit Beleuchtung\u201c, war es nicht anders: Es gibt wohl keinen anderen Ort, an dem der Schriftsteller nicht unweigerlich mit der Frage konfrontiert wird, welche Bedeutung sein eigenes Werk eigentlich hat. Ob zu den j\u00e4hrlich fast 100.000 Neuerscheinungen noch seins dazu kommt oder eben nicht, welche Rolle spielt das schon?<\/p>\n<p>Nie wieder habe ich mich und meine Arbeit unwichtiger und belangloser empfunden als nach jenem Messebesuch im Jahre 1994. Und obwohl ich seither eine ganze Anzahl h\u00f6chst umtriebiger und vergn\u00fcglicher Messebesuche hinter mir habe, empfinde ich bis heute noch jeden Messebesuch auf subtile Art als desillusionierend und (notwendiges) \u00dcbel. Wenn ich nicht muss, fahre ich nicht hin, aber wenn ich fahre, freue ich mich trotzdem darauf. Tja, Zwiespalt ist mein zweiter Name \u2026<\/p>\n<p>Nur einen Tag nach meiner R\u00fcckkehr aber folgte der Auftrieb in der Wahlheimat: Im Eisenherz Buchladen an neuer St\u00e4tte in der Motzstra\u00dfe fand die Premiere von \u201eBronko, meine Frau Mutter und ich\u201c statt, stilecht mit Bronkos realem Vorbild Luki, unserem Shih-Tzuh-Mischling, an meiner Seite. Fragen beantwortete er hinterher zwar nicht, aber die gro\u00dfe Mehrzahl des Publikums war von seinem gewinnenden Wesen dennoch \u00e4u\u00dferst bet\u00f6rt.<\/p>\n<p>Bei der n\u00e4chsten Lesung am 26. M\u00e4rz in der 10. Berliner ISS in Steglitz musste Luki zwar im Auto ausharren, aber daf\u00fcr hatten wiederum gut hundert Achtkl\u00e4ssler ziemlich viel Spa\u00df mit Manfred aus \u201eUnd wenn schon!\u201c, den sie schon zuvor im Rahmen ihrer Klassenlekt\u00fcre kennen gelernt hatten. Entsprechend gut vorbereitet waren auch die Fragen der jungen Leute, von denen einige zum allerersten Mal ein ganzes Buch durchgelesen hatten \u2013 gro\u00dfteils mit Vergn\u00fcgen, wie sie mir offenherzig verrieten. Einigen von ihnen hatte das Buch allerdings gar nicht gefallen. Warum nicht? Na, pfft, ein Buch lesen eben \u2026 Ist doch voll \u00e4tzend.<\/p>\n<p>Aber vorzulesen bekommen, das fanden auch sie gut. Immerhin etwas!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Und was kommt?<br \/>\n<\/b>Ausr\u00e4umen und umr\u00e4umen. Und aussortieren und renovieren, denn der Schreibtisch im vierten Stock zieht um \u2013 innerhalb der Wohnung. Nach zweiundzwanzig Jahren (!) verlagere ich meinen Arbeitstisch wieder ins Nordzimmer, wo ich zuletzt als Studentin, als die Wohnung noch stets drei bis vier jungen Leuten als WG diente, meine Ideen in schwarze Notizb\u00fccher einschrieb. Die hatte ich in diesen Tagen auch wieder in den H\u00e4nden, als ich mein neues B\u00fcro einrichtete: das wiederum ist nun in der ehemaligen Speisekammer untergebracht, einem 3,50 Meter mal 1,10 Meter gro\u00dfem Raum neben der K\u00fcche mit gro\u00dfem Fenster. In liebevoller Handarbeit hat meine allerbeste Freundin Ingrid, ihres Zeichens Tischlerin, mir dort passgenau ein Regalsystem hineingezimmert, das nun alle meine Ordner, K\u00e4sten, Unterlagen, Schreibutensilien, Fotos und Dokumente in perfekter \u00dcbersicht beherbergt, inklusive gro\u00dfer Arbeitsplatte, \u00fcber der die alte Arbeitslampe meines Vater nun alles ins rechte Licht setzt. Ich bin entz\u00fcckt \u2013 ins Nordzimmer zieht nun also nur noch das N\u00f6tigste mit, Tageb\u00fccher, PC, Schreibutensilien und jede Menge Texte. So stelle ich mir das auch vor in einer richtigen Schreibkemenate, dazu zwei Regalreihen B\u00fccher, ein bequemes Bett und ein Lesesessel, vorm Fenster rauscht die Birke \u2026 perfekt!<\/p>\n<p>Nach Ostern d\u00fcrfte alles fertig sein. Und erst dann geht es ans n\u00e4chste Buch, den Herzblut-Roman, mit frischem Schwung und strengem Zeitplan, auch wenn noch viel Zeit bleibt bis zur Ver\u00f6ffentlichung. Schriftsteller aber brauchen ja immer mindestens zwei feste Konstanten: Disziplin und Durchhalteverm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Na ja, und anderes auch: Liebe und Bindungen, Zuversicht, Spa\u00df. Den werde ich \u00fcbrigens noch an diesem Wochenende haben, beim 50. Geburtstag einer altgedienten Freundin, die mir ja nur gut acht Monate voraus hat \u2026<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich steht au\u00dfer Renovieren, feiern (darunter auch Ostern), umziehen und schreiben auch noch lesen und leiten an: am 8. April halte ich wieder einmal zwei Lesungen in meiner Lieblings-Grundschule \u201eMenschenskinder\u201c in Sch\u00f6nwalde-Glien bei Berlin, und am 26. und 27. April freue ich mich auf eine kleine, feine Schar interessierter Damen zum Schreibworkshop \u201eBiografisches Schreiben\u201c im wundersch\u00f6nen schleswig-holsteinischen Bordesholm. Noch sind Restpl\u00e4tze frei!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 210px;\"><b>\u00a0<\/b><b>\u00d6ffentliche Termine im April:<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">8. April, Sch\u00f6nwalde-Glien, Grundschule Menschenskinder, 9h und 11h: Lesungen aus \u201eGG-was ist das?\u201c und anderen Kinderb\u00fcchern \/\/ 26.\/27. April, Bordesholm, Galerie G\u00f6ldner: Schreibworkshop \u201eBiografisches Schreiben f\u00fcr Frauen\u201c; Informationen und Anmeldung unter <a href=\"http:\/\/www.rundumkunst.de\/\">www.rundumkunst.de<\/a><\/p>\n<p align=\"center\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt sie, die siebte Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel &#8211; mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg. Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Wer aber versehentlich auf dem Verteiler gelandet ist und schon viel zu viel zu lesen hat: Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eKeine weiteren &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-notizen-aus-dem-vierten-stock\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Monatsbotin: Notizen aus dem vierten Stock \/\/ April 2014\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-neues-vom-schreibtisch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=570"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1139,"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions\/1139"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}