{"id":1003,"date":"2016-03-04T17:13:59","date_gmt":"2016-03-04T15:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=1003"},"modified":"2017-01-16T14:59:16","modified_gmt":"2017-01-16T12:59:16","slug":"die-monatsbotin-maerz-2016-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-maerz-2016-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin M\u00e4rz 2016 \/\/ Notizen aus dem vierten Stock"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier kommt die drei\u00dfigste\u00a0Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!<\/strong><\/p>\n<p>Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen: \u00a0Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an\u00a0<a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>\u00a0\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten \u200b&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war?<\/strong><\/p>\n<p>Der Februar begann mit einer lange geplanten Bildungsreise: S\u00fcdostpolen mit Krakau stand auf dem Programm, gefolgt von einem Besuch in Auschwitz. Wer die Buchtipps in den vergangenen Monaten aufmerksam verfolgt hat, wei\u00df, dass ich mich literarisch schon seit geraumer Zeit mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt habe. Nun stand die direkte Anschauung des gr\u00f6\u00dften Konzentrations- und Vernichtungslagers der Nazis an. Zuvor aber besichtigte ich unter fachkundiger Leitung &#8211; wie schon in Breslau und vorher noch Serbien erfreute mich mit fein abgestimmten Vortr\u00e4gen mich mein Freund, der werte Kunsthistoriker und Galerist\u00a0 &#8211; Dr. Stefan Rasche die historische Innenstadt Krakaus, die komplett erhalten geblieben ist und viele Spuren der deutschen Besatzungszeit zeitigt. \u00dcber den Umgang unserer polnischen Nachbarn mit den Spuren und St\u00e4tten aus der NS-Zeit l\u00e4sst sich allerdings streiten. Dem ehemaligen Ghetto und seiner nahezu ausgel\u00f6schten Bev\u00f6lkerung \u2013 immerhin fast 70000 Menschen \u2013 wird zwar mit einer Dauerkunstinstallation im \u00f6ffentlichen Raum und einem kleinen Museum gedacht, vom KZ Plaszow jedoch sind nur ein paar verwahrloste Ruinen \u00fcbrig, und das Haus des sadistischen Kommandanten Amon G\u00f6th wird gerade zu Wohnzwecken schick renoviert; f\u00fcr Gedenktafeln ist da offenbar kein Raum mehr. Nach einem Abstecher nach Nowa Huta, ist der zweitgr\u00f6\u00dften sozialistischen Musterstadt weltweit, die in ungepflegtem Zustand auf die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe wartet, verbrachten wir dann zwei Tage in Auschwitz, um sowohl das Stammlager als auch das Arbeits- und Vernichtungslager Birkenau ausf\u00fchrlich zu besuchen. Das war sehr bewegend und verst\u00f6rend, aber auch irritierend. Das Stammlager pr\u00e4sentiert sich als eine gut organisierte Touristenattraktion, im G\u00e4nsemarsch geht es sogar durch die ehemalige Gaskammer, was ich pers\u00f6nlich als extrem unangemessen empfand. \u00a0Dennoch, meiner Ansicht nach sollte jeder Deutsche diese St\u00e4tte einmal im Leben besuchen, in weiterf\u00fchrenden Schulen sollte das zum Pflichtprogramm in Klasse 10 geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Zuhause erwartete mich erfreuliche Post: meine zehn Belegexemplare meines neuen Kinderbuches \u201e<a href=\"http:\/\/www.kosmos.de\/produktdetail-1-1\/hip_hop_hund_und_herzgehuepfe_mein_leben_als_zwilling-7978\/\" target=\"_blank\">Hip-Hop, Hund und Herzgeh\u00fcpfe<\/a>\u201c (Kosmos, ab 10) waren angekommen! Die turbulente Geschichte um die beiden ungleichen Zwillingsgeschwister handelt unter anderem Tanzk\u00fcnste, alleinerziehende V\u00e4ter und moderne Genderthematiken ab; so viele Lesungen wie aus diesem Buch habe ich selten vorab schon vereinbart. Ich bin gespannt, was die F\u00fcnft- und Sechstkl\u00e4ssler dazu sagen werden!<\/p>\n<p>Spa\u00df gemacht haben mir aber im vergangenen Monat die vier Lesungen in Schleswig-Holstein im Rahmen der Veranstaltungsreihe \u201eWestk\u00fcste denkt Queer\u201c. Am 16. Februar in der Stadtb\u00fccherei Leck erfreuten mich die interessierten Zuh\u00f6rerinnen, vornehmlich aus Kreisen des Landfrauenvereins, mit dem Hinweis, dass meine Piper-Taschenb\u00fccher ebendort gedruckt wurden (na klar \u2013 Druckerei Bosse &amp; Leck!), am n\u00e4chsten Abend in der Stadtb\u00fccherei Heide setzte sich das ebenfalls fast ausschlie\u00dflich weibliche und sehr interessierte Publikum aus einem weitaus ausgedehnteren Umfeld zusammen. Schon am Morgen hatte ich vor gut vierzig Berufssch\u00fclerInnen eine Werkschau pr\u00e4sentiert, am n\u00e4chsten Morgen wiederum in der Stadtb\u00fccherei Husum waren es dann zwei 7. und 8. Klassen, die gebannt \u201eSteingesicht\u201c und \u201eLiebe macht Anders\u201c lauschten und hinterher rege Fragen stellten. Alles in allem eine sehr gelungene Lesereise in mein Geburtsbundesland; ich hoffe, die n\u00e4chste l\u00e4sst nicht allzu lang auf sich warten!<\/p>\n<p>Geschrieben habe ich nat\u00fcrlich auch \u2013 mein Ziel von 40 Seiten f\u00fcr mein privates Romanprojekt habe ich dabei nicht ganz erreicht, aber daf\u00fcr gibt es gute Gr\u00fcnde: die vielen Anmeldungen f\u00fcr die Onlineworkshops n\u00e4mlich. Das Biografische Schreiben ist dabei der Favorit, und genau dieser Workshop ist auch der am meisten arbeitsintensive f\u00fcr mich \u2013 der aber ungemein viel Spa\u00df macht. Darin stehen ihm allerdings die anderen sowie die beiden sehr vielversprechenden gerade laufenden Schreibcoachings in nichts nach \u2026<\/p>\n<p><strong>Und was kommt?<\/strong><\/p>\n<p>Neben den weiter laufenden Workshops nat\u00fcrlich die n\u00e4chsten 40 Seiten des privaten Romanprojekts, das im April dann fertig werden soll. Dazu wollen noch zwei Kinderbuchexpos\u00e9s geschrieben werden, die mir seit l\u00e4ngerem im Kopf herumspuken \u2013 so etwas muss dann mal endlich in Kurzform aufs Papier, damit es erst mal Ruhe gibt. Und dann stehen die ersten Lesungen aus \u201eHip-Hop, Hund und Herzgeh\u00fcpfe\u201c an: am 16. M\u00e4rz in der Stadtb\u00fccherei Falkenberg, am 19. und 20. M\u00e4rz dann auf der Leipziger Buchmesse. Und dazwischen bin ich am 18. Zu meiner gro\u00dfen Freude erneut Mitglied der Jury zur Bezirksausscheidung des Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen in der Zentralbibliothek Tempelhof-Sch\u00f6neberg. Auf die aufgeregten VorleserInnen freue ich mich ganz besonders, schlie\u00dflich ging es mir damals in grauer Vorzeit als 6.Kl\u00e4sslerin in der Meppener Musikschule beim Kreisausscheid genauso. In ebenjener Musikschule, das am Rande bemerkt, hatte ich nicht nur jahrelang Blockfl\u00f6tenunterricht, sondern heute wohnt meine Mutter direkt daneben, sodass ich bei jedem Besuch in Erinnerungen schwelgen kann. Was ich ohnehin sehr gern mache \u2026<\/p>\n<p><strong>Einen erquicklichen Ostermonat\u00a0w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Termine im<\/strong>\u00a0<strong>M\u00e4rz<\/strong>:\u00a019. M\u00e4rz, Messe Leipzig, Lesebude 1, 16h: Lesung aus \u201eHip-Hop, Hund und Herzgeh\u00fcpfe\u201c \/\/ 20. M\u00e4rz, Leipzig, Lesebude 1, 15.30H: Lesung aus \u201eHip-Hop, Hund und Herzgeh\u00fcpfe\u201c<\/p>\n<p><strong>Onlineworkshops<\/strong>: Informationen und Anmeldung f\u00fcr die Workshops \u201eKreativ-Quickie\u201c, \u201eMein Buch\u201c und \u201eBiografisches Schreiben\u201c sowie Einzelcoaching unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/seminare\">www.karen-susan-fessel.de\/seminare<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausgelesen<\/strong>: <em>Ruth Kl\u00fcger: weiter leben. Eine Jugend. <\/em>\/ Selten hat mich ein biographisches Werk derart gefesselt wie dieses. Zum Gl\u00fcck hat Ruth Kl\u00fcger anl\u00e4sslich des 71. Jahrestages der Befreiung Auschwitz\u2018 vorm deutschen Bundestag ihre bewegende Rede gehalten, sonst w\u00e4re mir dieses Werk wom\u00f6glich entgangen. In klarer, berichtet Kl\u00fcger von ihrer zusehends mehr eingeschr\u00e4nkten Kindheit in Wien, der Deportation nach Theresienstadt, Auschwitz und Gro\u00df-Rosen und den Folgen, die diese Zeit auf ihr ganzes Leben hatte. Entstanden w\u00e4hrend des Aufenthaltes einer Gastprofessur in G\u00f6ttingen, macht das schmerzlich direkte Werk deutlich, welchen einschneidenden Aderlass an intellektuellen und kreativen K\u00f6pfen Deutschland auch noch lange nach Ende der Kriegszeit selbst verschuldet hat. Um es mit Robin Williams zu sagen: \u201eYou killed all the funny people.\u201c Und um die anderen klugen K\u00f6pfe zu halten, tat Deutschland sp\u00e4ter einfach zu wenig. \/\/ <em>Thomas Buergenthal: Ein Gl\u00fcckskind. Wie ich als kleiner Junge Auschwitz \u00fcberlebte und ein neues Leben fand.<\/em> \/ In dieselbe Kategorie geh\u00f6rt die Biografie des geb\u00fcrtigen Tschechen, dessen deutschst\u00e4mmige Eltern bereits 1933 die Katastrophe vorausahnten, ihr aber dennoch nicht mehr entfliehen konnten. Buergenthal, der nach dem Krieg Jura studierte sich als Richter am Interamerikanischen Gerichtshof, der UN-Wahrheitskommission und des Internationalen Gerichtshof zeitlebens aktiv f\u00fcr die Menschenrechte einsetzte, wurde als 11j\u00e4hriger aus Sachsenhausen befreit und fand nach gro\u00dfen Wirren seine Mutter \u2013 in G\u00f6ttingen (!) \u2013 wieder, zog aber bereits als Jugendlicher nach Amerika. Tipp: Kl\u00fcgers und Buergenthals B\u00fccher direkt hintereinander lesen! \/\/ <em>Peter van Gerstel: Wintereis.<\/em> \/ Auf der Zeitschiene geht es direkt in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1947 nach Amsterdam, wo der 12j\u00e4hrige Thomas Freundschaft mit dem gleichaltrigen Piet und dessen etwas \u00e4lterer Cousine schlie\u00dft. Um deren Familie rankt sich ein trauriges Geheimnis, das sich Thomas, der mit dem Zerfall der eigenen Familie zu k\u00e4mpfen hat, nur langsam erschlie\u00dft. Dies sehr poetische, sprachgewaltige Jugendbuch rankt sich um eine gro\u00dfe Freundschaft und das Aushalten von Verlust, und wieder rettet sich ein junger Jude nach Amerika, zum gro\u00dfen Kummer der Zur\u00fcckbleibenden. \/\/ <em>Petra Ivanov: Escape<\/em> \/ Kein anderes Jugendbuch wurde mir von Schweizer Jugendlichen so oft empfohlen wie dies \u2013 zu Recht: <em>Escape<\/em> erz\u00e4hlt die Geschichte einer verbotenen Liebe, zwischen Leotrim, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, und der Schweizerin Nicole. Leotrims Aufbegehren gegen den despotischen Vater und sein innerer Zwiespalt zwischen den eigenen W\u00fcnschen und dem Festhalten am Familienverbund ist spannend und einf\u00fchlsam erz\u00e4hlt; in deutsche Verh\u00e4ltnisse \u00fcbersetzt, werden sich auch viele t\u00fcrkische und arabische Jugendliche hier wiederfinden, so sie sich denn zur Lekt\u00fcre entschl\u00f6ssen \u2026 \/\/ <em>Christine F\u00e8her: Weil ich so bin.<\/em> \/ Kurze, pr\u00e4gnante Lekt\u00fcre f\u00fcr leseschwache Sch\u00fclerInnen zu aktuellen Themen, unter dieser Pr\u00e4misse lassen sich die Werke der neuen Reihe \u201eCarlsen Clip\u201c zusammenfassen. Das Werk der preisgekr\u00f6nten Berliner Jugendbuchautorin Christine F\u00e9her erz\u00e4hlt von Jona, 15 Jahre alt, intersexuell, der\/die sich relativ m\u00fchelos \u00fcber die Konventionen hinwegzusetzen vermag und mal im Kleid, mal in Hosen in der Schule erscheint. F\u00fcr mein Empfinden vielleicht ein wenig zu m\u00fchelos, aber ein guter Einstieg ins Thema f\u00fcr die richtige Zielgruppe. Und ein Happy-End gibt\u2019s auch noch dazu!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt die drei\u00dfigste\u00a0Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen: \u00a0Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an\u00a0kontakt@karen-susan-fessel.de\u00a0\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten \u200b&#8230; &nbsp; Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel! &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-maerz-2016-notizen-aus-dem-vierten-stock\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Monatsbotin M\u00e4rz 2016 \/\/ Notizen aus dem vierten Stock\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,3],"tags":[],"class_list":["post-1003","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-neues-vom-schreibtisch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1003"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1003\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1005,"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1003\/revisions\/1005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}