{"id":1189,"date":"2017-02-28T15:42:58","date_gmt":"2017-02-28T13:42:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=1189"},"modified":"2017-03-01T20:49:24","modified_gmt":"2017-03-01T18:49:24","slug":"die-monatsbotin-maerz-2017-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-maerz-2017-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin M\u00e4rz 2017 \/\/ Notizen aus dem vierten Stock"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier kommt die einundvierzigste Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!<\/strong><\/p>\n<p>Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen: \u00a0Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an\u00a0<a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>\u00a0\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten &#8230;<\/p>\n<p><strong>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war?<\/strong><\/p>\n<p>Ein sehr kurzer, arbeitsreicher Monat liegt hinter mir &#8211; zun\u00e4chst einmal angef\u00fcllt mit einigen Lektoraten. Das bedeutet, dass ich Texte von anderen (angehenden) Autoren unter die Lupe nehme, genau lese und im Hinblick auf Struktur, Sprache und Inhalt analysiere und dann mit Empfehlungen, Fragen und Verbesserungsvorschl\u00e4gen versehe. Gerade die konzeptionelle und strukturelle Arbeit an nicht-eigenen Texten macht mir immer besonders viel Spa\u00df, da ich daran selbst auch meine Wahrnehmungsf\u00e4higkeit immer wieder neu sch\u00e4rfen kann. Manchmal krankt ein nicht gut lesbares Buch vorrangig am Aufbau, und wenn der passend umgestellt ist, liest sich das ganze Werk manchmal viel fl\u00fcssiger und klarer.<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat besteht \u00fcbrigens darin, dass Letzteres nur darauf abzielt, orthographische Fehler und \u00c4hnliches zu finden und zu verbessern. Damit habe ich mir fr\u00fcher, vor vielen Jahren, zeitweilig mein Studium mitfinanziert &#8211; eine anstrengende, weil hochkonzentriete T\u00e4tigkeit, die aber trotzdem viel Spa\u00df gemacht hat. Auch heute noch werden B\u00fccher von wirklichen Menschen korrekturgelesen, nicht von Rechtschreibprogrammen, wie manche Leute glauben. Und eigene Texte kann man grunds\u00e4tzlich nicht selbst ordentlich korrekturlesen, weil unser Hirn uns vorgaukelt, dass wir das vor uns sehen, was wir hatten schreiben wollen &#8211; nicht das, was wir wirklich geschrieben haben.<\/p>\n<p>So, das als kleiner Exkurs; zur\u00fcck zum Monat Februar, in dem ich dann nicht f\u00fcr zehn Tage, aber immerhin sieben in Klausur ging, und zwar im heimatlichen Meppen an der Ems, wo ich mich eingehend mit meinen Pl\u00e4nen und Ideen f\u00fcr dieses und das kommende Jahr befasste (und zwischendurch mein dort lebendes M\u00fctterlein besuchte). Und da steht einiges an, aber nun kommt mir leider mein kleiner Aberglaube dazwischen, der mir einfl\u00f6tet, nicht \u00fcber noch nicht ausgegorene Pl\u00e4ne zu sprechen &#8211; so kann ich also doch noch nicht genau berichten, was in diesem Jahr an Schreibarbeit\u00a0ansteht. Aber das d\u00fcrfte sich in der n\u00e4chsten Monatsbotin schon anders darstellen. Ein bisschen Geduld also bitte noch!<\/p>\n<p>Ein ganz neues Buch aber lag in diesem so wechselhaften Monat Februar dann endlich f\u00fcr mich in der Post: &#8222;<a href=\"https:\/\/www.kosmos.de\/buecher\/kinder-jugendbuch\/kinderbuch\/8214\/frieda-fricke-unmoeglich\">Frieda Fricke, unm\u00f6glich!<\/a>&#8222;, mein neues Kinderbuch ab 8 Jahren, soeben erschienen im Kosmos-Verlag. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1185\" src=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/Cover-Frieda-210x300.gif\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/Cover-Frieda-210x300.gif 210w, https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/Cover-Frieda-768x1098.gif 768w, https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/wp-content\/uploads\/Cover-Frieda-716x1024.gif 716w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/p>\n<p>Darin geht es um freche M\u00e4dchen, segelohrige Jungs, t\u00fcdelige Tanten, alte K\u00fche, die dringend ein Altersheim brauchen, aber nicht nur die &#8230;. Der Roman spielt in meiner alten Heimat Schleswig-Holstein, genau gesagt, in Wewelsfleth, wo ich zweimal das Vergn\u00fcgen hatte, dank des Alfred-D\u00f6blin-Stipendiums in G\u00fcnter Grass&#8216; ehemaliger Wirkungsst\u00e4tte an meinen B\u00fcchern zu arbeiten. Die damalige Haushaltshilfe Lore R. wiederum, mit der ich seit 1997 Briefkontakt halte, lebte in einem sogenannten Husmannshus, einem riesigen alten Gutshof mit Reetdach und Lehmfu\u00dfboden. In dem aus zwei solchen H\u00e4usern und zwei Schuppen bestehenden Ensemble am Au\u00dfendeich Nr. 4 wurde seinerzeit Theodor Storms &#8222;Schimmelreiter&#8220; gedreht, in &#8222;Frieda Fricke&#8220; ist es nun Frieda, die dort mit ihren beiden Tanten, Hund Lupo und sechs alten Milchk\u00fchen wohnt. Leider ist das gesamte denkmalgesch\u00fctzte Ensemble vor einigen Jahren abgebrannt; nur noch eine Tafel erinnert an diese geschichtstr\u00e4chtigen Geb\u00e4ude. Und &#8222;Frieda Fricke&#8220; nat\u00fcrlich!<\/p>\n<p><strong>Und was kommt?<\/strong><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes ein ganz besonderer Schreibworkshop: Vom 3. bis zum 5. M\u00e4rz leite ich auf Einladung der Stiftung &#8222;Lola f\u00fcr Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern&#8220; in B\u00fcttelkow unweit der mecklenburgischen Ostseek\u00fcste den Workshop &#8222;un_sichtbar \u2013 queere Geschichte(n) aufgeschrieben!&#8220;, in dem das queere Leben in Mecklenburg-Vorpommern thematisiert werden wird. 15 Teilnehmer*innen &#8211; fast zweimal soviele hatten sich daf\u00fcr anmelden wollen &#8211; werden dabei Texte verfassen, die das eigene Erleben in den Vordergrund stellen. Daraus wird dann sp\u00e4ter eine Brosch\u00fcre entstehen &#8211; und die Texte werden auch teils in eine geplante Wanderausstellung zum Thema\u00a0<a href=\"http:\/\/www.un-sichtbar-mv.de\/\">un_sichtbar<\/a>: Lesben, Schwule und Trans* in Mecklenburg-Vorpommern \u2013 Lebensrealit\u00e4ten, Ausgrenzungserfahrungen und Widerst\u00e4ndigkeiten Einlass finden.<\/p>\n<p>Danach geht es wiederum an das Lektorat dieser und anderer Texte. Aber lesen werde ich auch: am 21. M\u00e4rz in der Janusz-Korczak-Bibliothek Pankow aus &#8222;Liebe macht Anders&#8220; und am 25. und 26. M\u00e4rz auf der Leipziger Messe &#8211; aus &#8222;Frieda Fricke, unm\u00f6glich!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Einen sonnigen M\u00e4rz w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Termine im<\/strong>\u00a0<span style=\"color: #000000;\"><b>M\u00e4rz<\/b><\/span>: \u00a025. M\u00e4rz, 16h und 26. M\u00e4rz, 15h, Messe Leipzig, Lesebude 1, Halle 2, Stand G317\/H310: Lesungen aus &#8222;Frieda Fricke, unm\u00f6glich!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Onlineworkshops<\/strong>: Die neuen Kreativ-Quickies starten am 6. M\u00e4rz und 2. Mai &#8211; Informationen und Anmeldung auch f\u00fcr die weiteren \u00a0Workshops \u201eMein Buch\u201c und \u201eBiografisches Schreiben\u201c sowie Einzelcoaching unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/seminare\">www.karen-susan-fessel.de\/seminare<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausgelesen<\/strong>: <em>\u00a0Don Winslow: Missing. New York\u00a0<\/em>\/ Ein hochgradig spannender Krimi des altgedienten Autoren, von dem ich noch nie zuvor etwas gelesen habe. Sehr dialoglastig, aber die Geschichte um ein entf\u00fchrtes Kind hat mich derartig gefesselt, dass ich das Buch im wahrsten Sinne des Wortes kaum aus der Hand legen konnte.\u00a0\/\/ <em>James Salter: Alles, was ist<\/em>\u00a0\/ Von Salten hingegen hatte ich schon zwei B\u00fccher mit Begeisterung gelesen, vor allem die wunderbar feine Sprache in &#8222;In der der Wand&#8220; hat mich begeistert. Umso entt\u00e4uschter bin ich nun von seinem vielger\u00fchmten Alterswerk. Auf 368 Seiten breitet der Autor zahllose dahinpl\u00e4tschernde angerissene Biografien aus, folgt seinen Figuren beliebig und beliebig lang, jede neue auftauchende Person wird ein bisschen beschn\u00fcffelt und dann wieder stehengelassen. \u00dcber die Wahllosigkeit in der Perspektive habe ich mich richtiggehend ge\u00e4rgert. Der Roman ist weniger ein Roman \u00a0als eine schwatzhafte Aneinanderreihung von Biografiefetzen und hinterl\u00e4sst bei mir den Eindruck, der Autor habe sich spontan irgendwelchen Einf\u00e4llen hingegeben, ohne sie wirklich zu durchdenken: &#8222;Ach, zu der Person f\u00e4llt mir jetzt dies ein, zu der n\u00e4chsten eben mal das &#8230;&#8220; Ein radikales Alterswerk, wie in jeder zweiten Rezension begeistert zu lesen war? Radikal \u00e4rgerlich. \/\/\u00a0<em>Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels<\/em>\u00a0\/ Richtig erfreulich hingegen diese Neuentdeckung f\u00fcr mich: Pollock erz\u00e4hlt wirklich in radikal schonungsloser Prosa vom White Trash Amerikas. Kein Krimi, wie der Titel vermuten l\u00e4sst, sondern ein soghafte Geschichte \u00fcber eine Welt, die ich liebend gern f\u00fcr erfunden halten w\u00fcrde, von der ich aber vermute, dass es sie leider tats\u00e4chlich gibt. \/\/ <em>Donald Ray Pollock: Knockemstiff<\/em>\u00a0\/ Also las ich gleich noch den hochgelobten Erstling Pollocks hinterher, der sich aber als Ansammlung von teils leider zu \u00fcberspitzt und dadurch unglaubw\u00fcrdig konstruierten Erz\u00e4hlungen erweist. Hier \u00fcbertreibt es der Autor mit seiner Fabulierkunst deutlich; sein Erz\u00e4hltalent blitzt jedoch schon deutlich auf. Wie sch\u00f6n, dass manche Autoren sich nicht als Eintagsfliege erweisen, sondern weiterentwickeln. Deshalb freue ich mich schon auf den eben auf deutsch erschienenen dritten Roman Pollocks, der schon auf meinem Nachttisch bereit liegt &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt die einundvierzigste Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! 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