{"id":1477,"date":"2018-06-02T18:54:00","date_gmt":"2018-06-02T16:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=1477"},"modified":"2018-06-02T18:54:00","modified_gmt":"2018-06-02T16:54:00","slug":"die-monatsbotin-juni-2018-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-juni-2018-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin Juni 2018 \/\/ Notizen aus dem vierten Stock"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier kommt die sechsundf\u00fcnfzigste Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!<\/strong><\/p>\n<p>Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an\u00a0<a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>\u00a0\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten &#8230;<\/p>\n<p><strong>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Ein hei\u00dfer Wonnemonat Mai, der mit einem Paukenschlag begann &#8211; dem von mir lange geplanten Familientreffen nahezu s\u00e4mtlicher Nachkommen meiner Gro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits. Knapp 60 Personen zwischen 4 und 83 und ein Hund &#8211; n\u00e4mlich unserer! &#8211;\u00a0 fanden sich vom 10. bis 13. Mai in der <a href=\"https:\/\/meppen.jugendherberge.de\/jugendherbergen\/meppen-638\/portraet\/\">Jugendherberge Meppen<\/a> zusammen, die durch weitl\u00e4ufige R\u00e4umlichkeiten und Freizeitanlagen und eine wunderbare Architektur besticht. Erstaunlich harmonisch und lustig ging es zu, aber es wurde auch zeitweilig sehr emotional &#8211; nicht zuletzt auch,\u00a0 als ich vor diesem illustren Kreis aus meiner neu erschienenen Familiengeschichte &#8222;<a href=\"http:\/\/www.konkursbuch.com\/html\/fessel.html\">Mutter zieht aus<\/a>&#8220; vorlas, in der ich meine Mutter portr\u00e4tiere, aber auch die langsam aussterbende Kriegskindergeneration. Selbst der 8-J\u00e4hrige Bosse h\u00f6rte gebannt zu, dessen Oma als Einzige der Kriegskindergeneration nicht mehr dabei sein konnte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Treffen bot reichlich Stoff f\u00fcr einen ganz eigenen neuen Roman, aber der muss warten, denn mein aktuell in Arbeit befindlicher Roman hat nat\u00fcrlich Vorrang. Noch befindet er sich im Anfangsstadium, denn f\u00fcr B\u00fccher, vor allem &#8222;dicke&#8220; Romane gilt nat\u00fcrlich der altbekannte Spruch: &#8222;Gut Ding will Weile haben!&#8220;<\/p>\n<p>Das sp\u00fcren auch die Teilnehmer der laufenden Onlineworkshops &#8222;Mein Buch&#8220; und &#8222;Biografisches Schreiben&#8220;, denn die Arbeit daran nimmt viel Zeit in Anspruch &#8211; auch f\u00fcr mich nat\u00fcrlich. Aber es macht mir immer ungemein viel Spa\u00df, die TeilnehmerInnen bei ihren kreativen und manchmal auch schmerzlichen Prozessen zu begleiten und zu beraten. Und zuweilen gemeinsam mit ihnen an Grenzen zu sto\u00dfen, die dann doch \u00fcberwunden werden &#8230;<\/p>\n<p>Aber auch Lesungen standen auf dem Programm: am 17. Mai in Berlin, wo ich\u00a0<span style=\"font-size: 1rem;\">i<\/span><span style=\"font-size: 1rem;\">n der historischen Adlerm\u00fchle, dem Vereinsheim des Berliner Schwimmvereins BSV Friesen e.V., aus &#8222;Mutter zieht aus&#8220; las, dann am 29. Mai in Osnabr\u00fcck in der Lagerhalle &#8211; und zwar im Rahmen von &#8222;Gay in May&#8220;. Zuletzt war ich vor sieben Jahren dort zu Gast und bekam seinerzeit den Rosa-Courage-Preis verliehen, f\u00fcr den Einsatz f\u00fcr die Akzeptanz queerer Lebenswelten. Dar\u00fcber freue ich mich heute noch!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Am 30. Mai hatte ich dann die Ehre, den 24. Saarner B\u00fccherfr\u00fchling in M\u00fclheim an der Ruhr mit einer Lesung in der legend\u00e4ren Buchhandlung Hilberath &amp; Lange zu beschlie\u00dfen. Dort lauschten gut vierzig Menschen, vorrangig Mitglieder der Kriegskindergeneration und ihre T\u00f6chter, Ausz\u00fcgen aus &#8222;Der <a href=\"https:\/\/www.psychiatrie-verlag.de\/buecher\/detail\/book-detail\/der-zahlendieb.html\">Zahlendieb<\/a>&#8220; (gem. mit Oliver Sechting) und &#8222;Mutter zieht aus&#8220;, hinterher gab es noch eine spannende Diskussion zum Thema und f\u00fcr mich dann noch einen liebevoll zusammengestellten &#8222;Kulturbeutel&#8220; zum Mitnehmen. InhaberInnengef\u00fchrte Buchhandlungen sind einfach immer etwas Besonderes. An diese drei sehr speziellen Lesungen im Mai werde ich mich noch lange erinnern!<\/span><span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Und was kommt? <\/strong><\/p>\n<p>Viel Arbeit, in vielerlei Hinsicht! Die Onlineworkshops sind f\u00fcr den Juni komplett ausgebucht; der Roman dr\u00e4ngt, und weitere Lesungen und Workshops stehen nat\u00fcrlich auch noch an: am 8. Juni gleich zweimal in T\u00fcbingen, wo ich das Vergn\u00fcgen habe, die Auftaktlesung zum 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um meines ersten Verlages, in dem aber auch mein neuestes Buch &#8222;Mutter zieht aus&#8220; erschienen ist, zu pr\u00e4sentieren, und zwar um 17h in der Begegnungsst\u00e4tte Hirsch. Der konkursbuchverlag Claudia Gehrke feiert mit einem aufwendigen Programm, ab 20h dann so richtig im Kino L\u00f6wen mit Moderation der Verlegerin h\u00f6chstselbst und einer von musikalischen Einlagen begleiteten Lesung der Kleist-Preistr\u00e4gerin Yoko Tawada, an die ich mich mit einer Kurzlesung dann anschlie\u00dfe.<\/p>\n<p>Zwei Wochen sp\u00e4ter geht es mal wieder ins Saarland: am 20. Juni in die B\u00fccherh\u00fctte in Wadern &#8211; ebenfalls eine ausgezeichnete Inhaberinnengef\u00fchrte Buchhandlung mit exzellentem Programm! &#8211; und am n\u00e4chsten Tag in die FrauenGenderBibliothek Saar in Saarbr\u00fccken; beide Male nat\u00fcrlich mit &#8222;Mutter zieht aus&#8220;. Und am 27. Juni habe ich dann das Vergn\u00fcgen, an die 20 Sch\u00fclerInnen zwischen 10 und 15 Jahren beim Lesefestival &#8222;Hamburger Vorlesevergn\u00fcgen&#8220; mit einem Schreibworkshop in Schreiblaune zu versetzen.<\/p>\n<p>Viel Abwechslung also im Fr\u00fchsommer, genau so, wie ich es mag!<\/p>\n<p>Einen prickelnden Juni w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Termine im<\/strong>\u00a0<strong>Juni<\/strong>: <span style=\"color: #000000;\">8<\/span>. Juni, 17h, T\u00fcbingen, Hirschgasse 9,\u00a0<span style=\"font-size: 1rem;\">Hirsch<\/span><span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 1rem;\">Begegnungsst\u00e4tte f\u00fcr \u00c4ltere e.V.: Lesung aus &#8222;Mutter zieht aus&#8220; \/ 20h, Kino L\u00f6wen: Lesung aus &#8222;Mutter zieht aus&#8220; \/ 20. Juni, 19h, B\u00fccherh\u00fctte Wadern, An der Kirche 3, Wadern: Lesung aus &#8222;Mutter zieht aus&#8220; \/ 21. Juni, 19.30h, FrauenGenderBibliothek Saar, Gro\u00dfherzog-Friedrich-Stra\u00dfe 111, 66121 Saarbr\u00fccken: Lesung aus &#8222;Mutter zieht aus&#8220;<\/span><\/p>\n<p><strong>Online Workshops:<\/strong> Die neuen Onlineworkshops &#8222;Der Kreativ-Quickie&#8220;, &#8222;Mein Buch&#8220; und &#8222;Biografisches Schreiben&#8220; starten am 4. Juni &#8211; Informationen und Anmeldung auch f\u00fcr die weiteren \u00a0Workshops sowie Einzelcoaching unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/seminare\">www.karen-susan-fessel.de\/seminare<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausgelesen<\/strong>:\u00a0<em>\u00a0Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelg\u00e4nger<\/em>\u00a0\/ Die ersten drei B\u00e4nde von Meyerhoffs\u00a0 Lebensgeschichte habe ich mit Genuss verschlungen, aber dieser vierte Band hat mich nicht in den Bann ziehen k\u00f6nnen. Ein ganzes, dickes, \u00e4u\u00dferst ausf\u00fchrliches Buch \u00fcber die Liebesgeschichte zwischen dem einzelg\u00e4ngerischen Jungschauspieler und der genialen, aber gest\u00f6rten Studentin, die dann zu einem heimlichen Menuett zu dritt ausartet, aufgebauscht mit der zus\u00e4tzlichen platonischen Beziehung des Helden zu einer prolligen Ruhrpottb\u00e4ckerin, und am Ende bricht alles zusammen &#8211; also irgendwie reicht das einfach nicht.\u00a0 Und bringt mich dazu, mir selbst die Frage zu stellen, die mir vor zwanzig Jahren ein gelangweilter Gymnasiast nach einer Lesung aus &#8222;<em>Ausgerechnet du<\/em>&#8220; entgegenschleuderte: &#8222;Warum soll ich das lesen?&#8220; Weil es ganz gut erz\u00e4hlt ist? Nein, das reicht leider wirklich nicht. Klein gelungener Abschluss der Tetralogie, schade! \/\/ <em>Christina Kr\u00fcsi:\u00a0<span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0<\/span><\/em><em style=\"font-size: 1rem;\">Das Paradies war meine H\u00f6lle<\/em><span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0\/ Die Schweizerin wuchs unter Missionaren auf &#8211; und wurde von einigen von ihnen \u00fcber Jahre hinweg schwer missbraucht. Viele Berichte \u00fcber ritualisierte Kindesvergewaltigungen gibt es nicht, dieses rare Exemplar liest sich schnell und schn\u00f6rkellos, l\u00e4sst die Leserschaft aber am Ende frustriert zur\u00fcck &#8211; denn Aufdeckung hei\u00dft noch lange nicht, dass die T\u00e4ter auch einer Strafe zugef\u00fchrt werden. Ein weiterer Tiefpunkt in der langen Geschichte der Missbrauchsskandale im Namen der Kirche(n). \/\/ <\/span><em style=\"font-size: 1rem;\">Paul Kalanithi \/ Bevor ich jetzt gehe<\/em><span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0\/ Diese ungemein gut geschriebene biografische Erz\u00e4hlung hat mich sehr ber\u00fchrt &#8211; der im Alter von 36 Jahren an Lungenkrebs gestorbene Neurochirurg und angehende Neurowissenschaftler Paul Kalanithi erz\u00e4hlt in seinem Verm\u00e4chtnis in klarer, sch\u00f6ner Sprache von seiner Besch\u00e4ftigung mit der gro\u00dfen Frage nach dem Sinn des Lebens, die ihn bereits lange vor seiner Erkrankung in umtrieb und bis zuletzt in Atem hielt. Dieser Mann w\u00e4re, h\u00e4tte er nur die Zeit dazu gehabt, ein wunderbarer Schriftsteller geworden. Aber manchmal muss ein einziges Werk als Lebenswerk reichen, und das ist ihm hervorragend gelungen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\"><strong>Angeguckt<\/strong>:\u00a0<em>\u00a0Kerstin Polte (Regie): wer hat eigentlich die Liebe erfunden? \/ <\/em>Eigentlich bespreche ich ja keine Filme in dieser Rubrik, aber das kann sich ja \u00e4ndern &#8211; und diesen hier muss ich einfach erw\u00e4hnen: Das Erstlingswerk der Berliner Regisseurin hat es einfach in sich. Melancholisch-humorvoll erz\u00e4hlt und wunderbar besetzt, erz\u00e4hlt &#8222;Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?&#8220; von den Widrigkeiten und Banalit\u00e4ten des heutigen Gro\u00dfstadtlebens und driftet dann nach und nach ab in eine moderne filmische Utopie, gew\u00fcrzt mit Humor, Fantasie und Traurigkeit. Corinna Harfouch gl\u00e4nzt als an Demenz erkrankte Ehefrau und (Gro\u00df-)mutter, Karl Kranzowski als ihr lakonisch-liebevoller Gatte, Meret Becker (die mir sonst oft auf die Nerven geht, hier aber wirklich paradiert) als schr\u00e4ge, ihrerseits dauergenervte Tochter, die sich am Ende auch noch in eine LKW-Fahrerin (Sabine Timoteo) verlieben darf. Ein Gute-Laune-Film, der die deutsche Beh\u00e4bigkeit einfach links liegen l\u00e4sst und dem man deswegen auch verzeiht, dass er gelegentlich auch ins Alberne und allzu Bem\u00fchte abdriftet. Der perfekte Film zum Einstieg in einen hei\u00dfen, flirrenden Sommer!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt die sechsundf\u00fcnfzigste Ausgabe der\u00a0Monatsbotin\u00a0von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! 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