{"id":1863,"date":"2020-11-30T19:58:49","date_gmt":"2020-11-30T17:58:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/?p=1863"},"modified":"2020-12-02T13:27:11","modified_gmt":"2020-12-02T11:27:11","slug":"die-monatsbotin-november-2020-notizen-aus-dem-vierten-stock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/index.php\/die-monatsbotin-november-2020-notizen-aus-dem-vierten-stock\/","title":{"rendered":"Die Monatsbotin Dezember 2020 \/ Notizen aus dem vierten Stock"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"block-02b1be96-2f40-465a-b15f-71372260abf8\"><strong>Hier kommt die dreiundachtzigste Ausgabe der&nbsp;Monatsbotin&nbsp;von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-b8292390-7967-4540-a0b9-cbe431686428\">Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an&nbsp;<a href=\"mailto:kontakt@karen-susan-fessel.de\">kontakt@karen-susan-fessel.de<\/a>&nbsp;\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten &#8230; Wer lieber Ruhe w\u00fcnscht, desgleichen!<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-aaba6898-985f-49dc-9d10-3841ea7015a0\">Und: Wer nicht lesen will, kann h\u00f6ren: hier!<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-e86a2c2d-1594-4e5f-bf77-85a74c9e44b5\"><strong>Viel Spa\u00df beim Lesen w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-aa73c6e3-7090-44a0-941e-50b2773b0fff\"><strong>Was war?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-f98cfd15-52b5-412d-8d07-ead902151939\">Gleich zwei Monate liegen hinter mir, die ich jetzt tunlichst zusammenfassen m\u00f6chte, um meiner werten Leser*innenschaft einen Rundumeinblick in mein Schaffen in dieser Zeit zu geben. Da muss ich nun ja richtig weit zur\u00fcckblicken &#8211; in den Oktober, der sehr weit zur\u00fcckzuliegen scheint. Einigerma\u00dfen von meiner zweiten Karpaltunneloperation (diesmal der rechten Hand) genesen, gelang es mir tats\u00e4chlich noch, gerade rechtzeitig vor dem n\u00e4chsten Teillockdown eine Lesereise nach Baden-W\u00fcrttemberg zu unternehmen. Am 11. Oktober also reiste ich auf Einladung der Fachstelle f\u00fcr das \u00f6ffentliche Bibliothekswesen nach Baden-W\u00fcrttemberg und besuchte im Laufe der Woche Schulen und Bibliotheken in Lehrensteinsfeld, Unterriet, Untergruppenbach, N\u00fcrtingen, Deggingen, Schwaikheim und Gerstetten. Meistgew\u00fcnschter Titel dabei: &#8222;Frieda Fricke, unm\u00f6glich&#8220;. Das bedeutete, ich hatte jede Menge 8-10-J\u00e4hrige vor mir, allerdings nicht so viele wie urspr\u00fcnglich geplant &#8211; denn die Teilnehmer*innenzahl wurde durch die steigenden Corona-Zahlen deutlich nach unten begrenzt. Und fast h\u00e4tte alles dann doch nicht geklappt, denn unmittelbar vor Antritt der Reise wurde Berlin zum Corona-Hotspot erkl\u00e4rt. Und gleich das erste Hotel, das ich nach siebenst\u00fcndiger Autofahrt erreichte, wollte mich dann deshalb auch nicht beherbergen. Doch zum Gl\u00fcck hatte ich akribisch vorgesorgt und einen nagelneuen Covid-19-Test sowie eine Bescheinigung dabei, dass ich mich nach dem Test nicht in Berlin-Kreuzberg, sondern im Brandenburgischen aufgehalten hatte. So klappte es denn doch noch mit der \u00dcbernachtung, misstrauisch be\u00e4ugt wurde ich vom Hotelpersonal dennoch. Die weiteren vier N\u00e4chte jedoch verbrachte ich dann allesamt in einem Reutlinger Hotel, statt t\u00e4glich weiterzureisen, denn auch die danach gebuchten Hotels wollten einen max. 48 Stunden alten Covid-19-Test vorgelegt wissen, was mir verst\u00e4ndlicherweise nicht m\u00f6glich war. Aber immerhin konnte ich im Freiluftpool jeden Tag schwimmen, allerdings mit mehreren Schichten Pflastern und Plastikhandschuhen um die frische OP-Narbe. Nun, die Corona-Regelungen haben eben so ihre T\u00fccken, aber immerhin ging dann bei den Lesungen alles glatt und es machte mir wirklich viel Freude, aus &#8222;Frieda Fricke&#8220; vortragen zu k\u00f6nnen. Autogrammkarten konnte ich hingegen nur bedingt verteilen, auf Zuruf aus der Ferne  n\u00e4mlich, was nur bei einer kleinen Teilnehmer*innenanzahl m\u00f6glich war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weiteren geplanten Lesungen wurden dann allesamt abgesagt oder verschoben, so auch meine Reise zu den Bad Harzburger Kinder- und Jugendbuchwochen, die Lesungen in Berlin-Falkenhagener Feld, Falkenberg\/Elster und Luzern wie auch der Schreibworkshop in Bremen. Letzterer ist nun f\u00fcr das Wochenende 26. und 27. Juni 2021 geplant, die Reise nach Bad Harzburg ist auf den Oktober kommenden Jahres verschoben, und zwei der Luzerner Lesungen habe ich online durchgef\u00fchrt, weitere folgen dann noch am 17. und 18. Dezember.  Geht also auch und macht sogar Spa\u00df &#8211; auch das Autogramme schreiben \u00fcber knapp tausend Kilometer Entfernung hinweg!<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr besch\u00e4ftigt war ich dann im Oktober noch &#8211; abgesehen von den weiter gut laufenden Online-Workshops &#8211; mit den Vorbereitungen f\u00fcr mein aktuelles Buchprojekt: F\u00fcr den Psychiatrie-Verlag arbeite ich an einem Band mit Reportagen von Paaren, die &#8211; entweder eine\/r oder beide &#8211; an psychischen Erkrankungen leiden oder gelitten haben. Die Vorauswahl zu treffen, war allein schon nicht einfach; auf einen \u00f6ffentlichen Aufruf des Verlages hin, erschienen auf mehreren Plattformen, meldeten sich zahlreiche interessierte Paare, die ich am liebsten allesamt interviewt h\u00e4tte. Aber nur elf fanden aus Platzgr\u00fcnden schlie\u00dflich den Weg in die Endauswahl. Drei in Berlin ans\u00e4ssige habe ich bereits im Oktober interviewt und vier weitere Paare auf einer eigens daf\u00fcr geplanten kleinen Rundreise durch Nord- und Mitteldeutschland. Die letzte vier Interviews stehen dann im Dezember und Januar noch an. Das war ungemein spannend und vor allem sehr intensiv, eigentlich habe ich auf und nach der Reise kaum eine Nacht richtig geschlafen, weil mich die Gespr\u00e4che so sehr besch\u00e4ftigt haben. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und was kommt? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun geht es an die Ausarbeitung und teils auch schon \u00dcberarbeitung der Texte, was mir ausnehmend viel Freude macht &#8211; gut und gern k\u00f6nnte ich mich damit noch ein weiteres halbes Jahr besch\u00e4ftigen, aber Abgabe des gesamten Textes ist bereits im Januar. Schade fast!<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberarbeitung der Sonderedition meines vergriffenen Kinder- und Jugendbuches &#8222;GG-was ist das?&#8220; hingegen habe ich ausgesetzt; die Geschichten selbst bleiben in der Originalform bestehen, ein neuer Mantelteil wird aber von einem Autorenkollektiv \u00fcbernommen, was mir sehr gut passt. Mehr dazu, wenn das ganze aktuell wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Und Lesungen gibt es auch noch im sch\u00f6nen Dezember, drei durch den Berliner Autorenfonds gef\u00f6rderte und aus dem Fr\u00fchjahr verschobene n\u00e4mlich: am 1. Dezember im Berliner Rosa-Luxemburg-Gymnasium, am 9 Dezember in der Lichtenrader Annedore-Leber-Grundschule und am 10. Dezember in der Grundschule am Tempelhofer Feld. Wollen wir hoffen, dass Corona hier nicht noch einen letzten Strich durch die Rechnung macht!<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, und jetzt doch noch mal eine kleine Erkl\u00e4rung: Die letzte Monatsbotin musste leider ausfallen, nicht etwa, weil ich durch Covid-19 lahmgelegt wurde, sondern weil sich die Operationsnarbe an meiner rechten Hand f\u00fcnf Wochen nach der Karpaltunneloperation schwer entz\u00fcndet hatte. Zwei Wochen lang durfte ich also das rechte Handgelenk, das mit einer Schiene zudem stillgelegt war, nicht bewegen, eine wahre Tortur f\u00fcr mich, die ich doch t\u00e4glich tippe oder per Hand schreibe. Aber nun ist alles fast wieder gut. Deshalb: <\/p>\n\n\n\n<p>Einen friedlichen Dezember w\u00fcnscht Karen-Susan Fessel<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Online Workshops:<\/strong>&nbsp;Die n\u00e4chsten Kreativ-Quickies starten am&nbsp;3. Dezember und 6. Januar;  Informationen und Anmeldung auch f\u00fcr&nbsp;die neuen Onlineworkshops &#8222;Mein Buch&#8220; und &#8222;Biografisches Schreiben&#8220;&nbsp;und das Einzelcoaching unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.karen-susan-fessel.de\/seminare\">www.karen-susan-fessel.de\/seminare<\/a><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-637c85e8-2de7-47bf-a764-8ed4563c893c\"><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-0d6d619a-1b56-4cf0-8716-275b8fe7663c\"><strong>Ausgelesen<\/strong>:&nbsp;<em>&nbsp;Randi Crott und Lilian Crott Berthung: Erz\u00e4hl es niemandem. Die Liebesgeschichte meiner Eltern. Dumont, K\u00f6ln 2013 <\/em>\/ Lilian ist 19, als sie den deutschen Soldaten Helmut kennen- und liebenlernt. Das aber darf zun\u00e4chst niemand erfahren, den Lilian lebt in Norwegen und Helmut ist feindlicher Besatzer &#8211; und Sohn einer j\u00fcdischen Mutter. Die Liebenden m\u00fcssen schweigen, aber nat\u00fcrlich bleibt die Liaison den Nachbarn in der nordnorwegischen Kleinstadt nicht verborgen. Nun sind beide in Gefahr &#8230; Erst viele Jahrzehnte sp\u00e4ter l\u00fcftet Lilian ihrer Tochter gegen\u00fcber das  Geheimnis. Und gemeinsam machen die beiden Frauen sich auf die Reise in die Vergangenheit. Ein sehr bewegendes biografisches Buch, das noch dazu ausnehmend gut geschrieben ist! \/\/ <em>Deniz Ohde: Streulicht. Suhrkamp, Berlin 2020 <\/em>\/ Die Mutter der namenlosen Ich-Erz\u00e4hlerin stammt aus der T\u00fcrkei und kann kaum lesen und schreiben, der Vater, deutscher Arbeiter, spricht kaum, schl\u00e4gt seine Frau und sammelt alles, was man noch gebrauchen k\u00f6nnte. Was soll aus der Tochter solcher Leute schon werden? Deniz Ohde, 1988 in Frankfurt\/Main geboren, macht sich auf Spurensuche im Ruhrpott und zeichnet dabei das eindringliche Bild einer mehrdimensionalen Klassengesellschaft, in der die Einsamen von vorneherein die Verlierer zu sein scheinen. Aber sie zeigt auch, wie es gelingen kann, sich daraus herauszuk\u00e4mpfen. Selten habe ich einen deutschen Roman gelesen, der Sprachlosigkeit auf vielen Ebenen so wortreich und detailliert beschreiben kann. Ein gro\u00dfer Erstlingswurf! \/\/ <em>Heidi Benneckenstein: Ein deutsches M\u00e4dchen. Mein Leben in einer Neonazi-Familie. Tropen, Stuttgart 2019 <\/em>\/ Ebenfalls eine Parallelgesellschaft wird in dieser Autobiografie pr\u00e4sentiert, auf andere Art eindringlich: Benneckenstein, geboren 1992, w\u00e4chst in einer stramm rechten Familie auf; ihr Lebensweg scheint vorprogrammiert: Kinder, K\u00fcche, Linientreue. Doch sie bricht aus, gemeinsam mit ihrem Mann kehrt sie dem Neonazimilieu den R\u00fccken. Was genau jedoch den Antrieb dazu gab und wie die Autorin ihre neuen \u00dcberzeugungen gewinnt, bleibt letztlich nebul\u00f6s, und genau deswegen wirkt dieses &#8222;Aussteigerbuch&#8220; am Ende dennoch unentschlossen. Sehr best\u00fcrzend jedoch die Beschreibungen der Kinder- und Jugendcamps der <em>Heimattreuen deutschen Jugend<\/em>, in denen noch heutzutage junge Menschen auf nationalsozialistische Spur gedrillt werden, und deshalb durchaus lesenswert.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt die dreiundachtzigste Ausgabe der&nbsp;Monatsbotin&nbsp;von Karen-Susan Fessel \u2013 mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Wem sie gef\u00e4llt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis \u201eMonatsbotin gew\u00fcnscht\u201c an&nbsp;kontakt@karen-susan-fessel.de&nbsp;\u2013 und schon liegt sie Monat f\u00fcr Monat im virtuellen Briefkasten &#8230; Wer lieber Ruhe w\u00fcnscht, desgleichen! 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