Hier kommt die neunte Ausgabe der Dreimonatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!
Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie jeweils im März/Juni/September/Dezember im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!
Das neue Jahr hat mit diversen weltpolitischen Paukenschlägen begonnen, leider – hoffentlich hat es damit bald ein Ende! Für mich persönlich hat dazu ja fast gepasst, dass ich geschlagene sechs Wochen fast dauerhaft erkältet war und das Berliner Blitzeis obendrein alle Aktivitäten ausgebremst und erschwert hat. Aber dank richtiger Steigeisen konnte ich dann doch täglich den nahen Park erreichen, um dort den Hunden auf der wochenlang geschlossenen Eisdecke beim vorsichtigen Herumlaufen zuzusehen.
Nun ist das Eis geschmolzen, und hinter mir liegen nicht nur sechs schöne Februar-Lesungen im Schulhaus Spitz in Kloten (Schweiz), sondern auch fünf Vertretungssitzungen des Lerncafés für die VHS Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin, in dem sich Erwachsene mit Lese-, Schreib- und Sprachschwierigkeiten einfinden können, um unter qualifizierter Anleitung individuell zu üben und vor allem auch zu sprechen.
Und natürlich laufen auch die Jahresworkshops und individuellen Coachings weiter, desgleichen die diversen Lektorate, die ich zur Zeit in Arbeit haben.
All das werde ich in den kommenden drei Monaten weiterführen, dazu kommen noch einige Veranstaltungen: Nach meiner Lesung aus „Einfach nur Noni“ am 8. April in der Berliner Programmschänke „Bajszel„, die aufgrund ihrer klaren Haltung gegen Antisemitismus mehrfach Zielscheibe von Anschlägen propalästinensischer Fanatiker war, werde ich am 11. und 12. Februar endlich mal wieder in Hamburg einen queeren Workshop halten (noch ist ein Platz frei, bei Interesse gern melden!). Am 30. April lese ich wieder in der Grundschule Menschenskinder in Schönwalde/Glien für die 6. Klassen, und am 22. und 23. Juni bin ich auf Einladung des Netzwerks Philosophie bei den Berliner Denkspielplätzen im Literarischen Colloquium am schönen Wannsee zu Gast. Und zudem widme ich mich weiterhin den beiden geplanten (oder eigentlich: in Arbeit befindlichen) Bücher, zu denen ich mir nicht nur Notizen mache, sondern immer wieder auch Textteile schreibe. Es bleibt also bunt …
Einen freundlichen Frühling wünscht Karen-Susan Fessel
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Online-Workshops und -Coaching: Die nächsten „Kreativ-Quickies“ starten am 5. Mai und 1. Juni. Informationen und Anmeldung auch für die weiteren Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“, Begutachtungen, Lektorate und Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare
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Ausgelesen: Liz Moore: Der Gott des Waldes. Verlag C.H.Beck, München 2025 / Barack Obama soll es auf seiner Leseliste stehen haben, und das verstehe ich gut: Der dicke Wälzer der amerikanischen Autorin ist wirklich unglaublich gut zu lesen und sehr spannend. Von einem Sommercamp in einem nordamerikanischen Naturschutzgebiet, den Adirondacks, verschwindet ein dreizehnjähriges Mädchen – ausgerechnet die widerspenstige Tochter der reichen Besitzer. Bald schon stellt sich heraus, dass Jahre zuvor ihr kleiner Bruder ebenfalls spurlos in dem weitläufigen, urwüchsigen Waldgebiet verlorengegangen ist und seither vermisst wird. Haben die junge Erzieherin Louise oder ihr Ex-Freund, der schnöselige Jean-Paul, etwas damit zu tun? Und was weiß Tracy, die einzige, die mit Barbara näher zu tun hatte? Endlich mal wieder ein intelligenter, spannender Schmöker für viele Abende im Lesesessel! // Clemens Brodeßer: Corky. Jaron Verlag, Berlin 2026 / Kompakt, gelb und kurios: Clemes Brodeßers erster Roman ist eine spritzige, höchst unterhaltsame Geshcichte um den etwas verlorenen Endzwanziger NIck und seine nahende Midlife-Krise. Nachdem seine Freundin genug von ihm und seinen erfolglosen Versuchen, in der Musikszene Fuß zu fassen, hat, geht Nick zurück in die alte Heimat, um sich fortan mit alten Bekannten und vor allem seiner großen, unerfüllten Liebe auseinandersetzen zu müssen. Aber Nick nimmt es als Herausforderung – und wie er seine Misere dann zu lösen meint, ist einerseits höchst komisch dargestellt, andererseits sehr intelligent verschachtelt. Hoffentlich bleibt „Corky“ nicht der einzige Roman dieses guten Erzählers.
Unter der Lupe: Meine Werke
Nr. 15: Unter meinen Händen. Roman (2004)
Bei der Anmoderation meiner Lesung im Jahre 2005 vor vier Abiturklassen im Elbe-Elster-Kreis erklärte die Sprecherin glucksend, das Buch handle von einer lesbischen Hebamme. Der gesamte Saal brach in Gelächter aus, das lange andauerte. Ich kochte damals vor Wut, tröstete mich aber damit, dass die Menschen auf dem platten Lande doch noch ein wenig rückständig seien, und das wohl auch die jungen Leute. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht heute auch noch genauso geschehen könnte … Eine lesbische Hebamme scheint einfach zum Brüllen komisch zu sein – das Buch selbst aber ist weniger komisch. Gunn, seit Jahren selbstständige Hebamme, ist in eine Krise geraten; der Beruf und seine Schattenseiten setzen ihr zu. Denn es kommen ja beileibe nicht nur lauter gesunde rosige Babys zur Welt, und auch die Eltern sind nicht immer glücklich und erwartungsfroh, sondern manchmal auch ängstlich, zerstritten, abweisend … Während Gunn sich um verschiedene Eltern und Kinder kümmert, Zeit für eine trauernde Mutter findet und immer wieder überlegt, wie sie beruflich weitermachen kann, geht sie gleichzeitig ihrem ziemlich ausschweifenden Liebesleben nach. Und dann ist da ja noch diese eine ganz spezielle Person … könnte daraus nicht doch mehr werden?
Unter meinen Händen – Querverlag
Als erotisch-literarischer Roman vom Verlag vermarktet, hat „Unter meinen Händen“ durchweg nur positive Pressestimmen geerntet, zu meiner Freude natürlich. Und von allen meinen Büchern im Querverlag ist es dasjenige, von dem am meisten E-Books verkauft werden, nach wie vor. Was das wohl zu bedeuten hat …
Unter meinen Händen. Roman. Querverlag, Berlin 2004. 3. Auflage 2022. Auch als E-Book erhältlich.

