Die Monatsbotin Dezember 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die achtunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Reichlich Lesungen standen im November auf dem Programm: Zunächst bereiste ich auf Einladung des Bödecker-Kreises das Saarland, zum dritten Mal nach 2004 und 2007. Diesmal standen Lesungen für die Klassen 5 bis 9 in Schulen in Saarbrücken, Überherrn, Losheim am See, Wallerfangen, St. Ingbert und Gersheim auf dem gut gefüllten Programm; untergebracht war ich in Saarbrücken selbst, von wo aus ich dann per Bahn zu den einzelnen Leseorten anreiste oder aber abgeholt oder gebracht wurde, so dass ich reichlich Gelegenheit hatte, die vielfältige Landschaft der Region zu betrachten. Auch gab es allerlei lustige Begebenheiten, eine besonders amüsante habe ich am 8. November dann bereits auf meiner Facebookseite gepostet, möchte sie meiner Monatsbotin-Leserschaft jedoch nicht vorenthalten:

8. November: Eine kleine Impression von meiner aktuellen Lesereise durchs Saarland:

Es ist 7.30h am Morgen, in wenigen Minuten soll ich draußen vor meinem Hotel abgeholt und zur ersten Lesung des Tages in einer Saarbrückener Gesamtschule gebracht werden. Während ich durch das Hotelfoyer gehe und dabei meine Jacke zuknöpfe, überlege ich, ob ich meinen Lippenstift wohl zu dick aufgetragen habe. Ich trage nicht oft Lippenstift, aber heute fand ich es passend.
Als ich aus dem Hotel in den kalten, diesigen Morgen trete, kommt mir eine Endfünfzigerin in einem eleganten, ponchoartigen Gewand entgegen. Sie lächelt mich an, stutzt, sieht mich noch einmal an und bleibt stehen. „Entschuldigung?“, fragt sie. „Sind Sie vielleicht der Herr Steffens?“

Vorhang.

Ja, so heiter kann es auf Lesereisen zugehen – lustig war es dann aber auch bei meinem Schreibworkshop, den ich vom 14. bis 16. November für die Klasse 6a der Berliner Lenau-Schule abhielt. An drei Vormittagen erarbeiteten die SchülerInnen eigene kurze Texte, die sie dann im Rahmen des Lesefestes der Schule am 18. dem interessierten Publikum, bestehend aus Lehrern, Eltern und SchülerInnen, vorstellten. Da war ich wiederum schon den zweiten Tag zu Gast im Math.-Nat.-Gymnasium Mönchengladbach, wo ich den 6. Klassen aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ vorlas und den 8. Klassen „Schattenblicke“ vorstellte, gefördert durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, die mir im Jahr 2011 meine buchbezogene Recherchereise nach Serbien finanziert hatte.

Zurück in Berlin, las ich dann am 22. und 23. in der Mittelpunktbibliothek Schöneberg für die Gewinnerklassen des Sommerlesefestes, und danach gleich weiter nach Kassel zu reisen, wo ich wiederum am 24. und 25. in der Jugendbibliothek und – nach einer sechsjährigen Pause – wieder einmal an der Georg-August-Zinn-Europaschule für die 6. und 8. Klassen aus meinen Büchern vorzutragen. Das war ausgesprochen erfreulich und vergnüglich und zugleich der gelungene Abschluss meines fast zweimonatigen Herbstlesemarathons!

Und was kommt?

Aber im Dezember werde ich in den ersten beiden Wochen die Hände noch nicht untätig in den Schoß legen, denn zunächst stehen noch letztmalige Überarbeitungen meiner beiden im Frühjahr neu erscheinenden Bücher „Frieda Fricke, unmöglich!“ (ab 8, Kosmos Verlag) und „Alles ist echt“ (ab 14, Oetinger Taschenbuch) an.

Auch zwei Lektorate sind noch in Arbeit, dazu der Online-Workshop „Kreativ-Quickie“. Aber gleich nach meinem Geburtstag lege ich eine kurze Pause ein … und damit kommen wir auch schon zum Weihnachtsrätsel: Wann habe ich Geburtstag und wie alt werde ich?

Diesmal aber kann nur gewinnen, wer direkt an ebenjenem Tage per Kommentareintrag auf meiner Website gratuliert und dabei die Lösung elegant mit im Glückwunsch verpackt – den fünf Einsender*innen der schönsten Glückwünschen winkt ein signiertes Exemplar von „Nur die Besten!“!

Einen besinnlichen Dezember wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Dezember: Leider keine öffentlichen Termine in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die neue Kreativ-Quickies starten am 5. Januar und 6. Februar- Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen:   Lizzie Doron: Ruhige Zeiten / Nun bin ich bald durch mit den Werken der feinfühligen israelischen Autorin – dieses hier hat mich besonders überrascht, denn selten habe ich ein so mitreißendes Buch aus der Innensicht einer psychisch Erkrankten gelesen. Ein schmales, unbedingt empfehlenswertes Werk. // Heidi Kastner: Tatort Trennung. Ein Psychogramm. / Ein Artikel im Spiegel über die Mechanismen und Tragödien in Folge von beendeten Beziehungen hat mich dazu gebracht, das ganze Werk lesen zu wollen – aber letztlich stand alles Lesenswerte schon im Artikel selbst. Ein bisschen zu mager das Ganze. // Edith Velmans-van Hessen: Ich wollte immer glücklich sein. / Ein geradezu verharmlosender Titel für ein ernstes Thema: die Verfolgung der jüdischen Bürger unseres Nachbarlandes, den Niederlanden, aus Sicht eines jungen Mädchens, das die Schreckenszeit des Nationalsozialismus im Versteck überlebt. Von ihrer sechsköpfigen Familie kehren nur sie und ein älterer Bruder zurück. Mich hat dieses gut geschriebene Buch sehr gefesselt und ein sehr lebendiges Bild der Zeit und der Lebensumstände vermittelt. Zu schade, dass es nur noch antiquarisch erhältlich ist!

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Die Monatsbotin November 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die siebenunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Allerhand war los: Der Oktober und der November sind traditionell die Lesemonate des Jahres im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur, und so war auch ich reichlich zu Lesungen unterwegs. Des Anfang machten am 6. Oktober zwei Lesungen in der Nordendschule in Eberswalde, die mir nicht nur wegen der aufgeweckten und fragefreudigen Fünft-, Sechst- und Achtklässler in ausnehmend guter Erinnerung bleiben werden, sondern auch wegen des liebevollen Empfangs seitens der Schule, vor allem der Deutschlehrerin Antje Mücke, und der erstaunlichen Gastgeschenke: Mit drei selbstgebastelten Bildern, die aus kopierten Textzitaten aus meinen eigenen Büchern hergestellt waren, einem wunderschönen Notizblock und einem mit meinen Titeln verzierten Bleistift fuhr ich entzückt wieder nach Hause. Und auch der Hund, der mich begleitet hatte, bekam reichlich Leckerlis für die Reise mit.

Am 11. Oktober dann hatte ich das Vergnügen, im Berliner Jugendtheater Strahl meine Jugendbücher vorzustellen, aus gegebenem Anlass – als Regen(-bogen)SchirmHerrin des neuen Theaterstückes von Uta Bierbaum „Hasen-Blues.Stopp„, das sich mit Genderfragen befasst und am 18. November in Berlin uraufgeführt wird, stellte ich u.a. „Steingesicht“, „Liebe macht Anders“ und „Jenny mit O“ vor, in denen es um ebensolche Thematiken geht.

Und während meine Literaturagentin sich auf der Messe mit viel Einsatz um mein bislang noch „privates“ Buchprojekt kümmerte, reiste ich zu einer gut gebuchten Lesereise nach Süden – auf Einladung der Fachstelle für das Bibliothekswesen las ich in verschiedenen Bibliotheken des Regierungsbezirks Freiburg aus meinen Kinder- und Jugendbüchern vor, zunächst in Breisach und Rheinau. Weiter ging es über Oberndorf am Neckar und Spaichingen nach Löffingen, von dort aus dann über das in der Hohenlohe gelegene Bühlertann, wo ich im Schulzentrum vor den fünften bis achten Klassen las, wieder zurück nach Berlin. Allein war ich nicht unterwegs, diesmal war mein kleiner Hund Luki mit dabei, der bei jeder einzelnen Lesung in seinem Hundekörbchen neben mir lag und in der gesamten Zeit dann von gut tausend Kinderhänden gestreichelt wurde, was er sich mit unendlichem Langmut gefallen ließ.

Danach ging es nach sofort wieder weiter nach Braunschweig – diesmal ohne vierbeinigen Begleiter – , wo ich im Rahmen der 36. Jugendbuchwoche vierzehn Lesungen an fünf Tagen hielt, vorrangig an Gymnasien der Stadt (Wilhelm-Gymnasium, Neue Oberschule, Martino-Katharineum, Ricarda-Huch-Gymnasium), aber auch in der Hauptschule Rüningen und der IGS Wilhelm Bracke.

Nein, zum Schreiben blieb da nicht viel Zeit, wohl aber zum Betreuen der Onlineworkshops. Das wird im nächsten Monat kaum anders sein …

Und was kommt?

… denn im November geht es genauso weiter: Vom 7. bis zum 11. November bin ich auf Einladung des Boedecker-Kreises Saarland in verschiedenen Schulen des Bundeslandes zu Gast. Danach kommt die Klasse 6a der Berliner Lenau-Schule in den Genuss eines dreitägigen Schreibworkshops, anschließend reise ich nach Mönchengladbach, um am dortigen Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium aus „Schattenblicke“ u.a. Werken vorzutragen. Zurück in Berlin, lese ich am 22. und 23. in der Mittelpunktbibliothek Schöneberg, um danach wiederum an den beiden folgenden Tagen in Kassel an der Georg-August-Zinn-Europaschule und in der Jugendbibliothek vorzutragen.

Und damit findet der zweimonatige Lesemarathon dann auch sein Ende. Langsam wird es auch Zeit, denn die nächsten Bücher und Lektorate warten ja schon …

Einen milden November wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im September: Leider keine öffentlichen Termine in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die neue Kreativ-Quickies starten am 3. November und 1. Dezember- Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Annette Pehnt: Mobbing / Klug komponierter Roman um den Niedergang einer Kleinfamilie, der mit einem Wechsel in der Firmenleitung des Mannes beginnt. Wie die bis dahin heile Welt in Schieflage und dann ins Rutschen gerät, ist meisterhaft erzählt. Dieses Buch stand mehrere Jahre lang in meinem Regal der noch ungelesenen Bücher; jetzt wundere ich mich sehr darüber …// Janne Teller: Nichts / Tellers preisgekröntes Werk über implodierende Jugendgewalt hat mich nicht richtig gepackt; ich glaube aber, als Jugendliche wäre ich begeistert gewesen. // Otto Dov Kulka: Landschaften in der Metropole des Todes / Dov Kulka, als Kind in Auschwitz interniert, unternimmt als alter Mann mit seinem uralten Vater eine Reise in die Schreckensstätte seiner Kindheit und geht vorher und nachher all diese Wege mental noch einmal ab. Sehr eindringlich, schwer auszuhalten, schwierig zu lesen, aber mit Sicherheit eines der Bücher, die ich mir in einigen Jahren noch einmal vornehmen werde. // Angelika Königseder/ Juliane Wetzel (Hg.): Lebensmut im Wartesaal. Die jüdischen Displaced Persons im Nachkriegsdeutschland. /Ungemein informativ und richtiggehend spannend geschrieben sind diese Aufsätze über das Schicksal und die Behandlung der jüdischen Rückkehrer und Vertriebenen nach dem Kriegsende. Dass die eigens für sie eingerichteten Lager teilweise noch bis 1959 existierten, dass also manche nach Kriegsende Geborenen ihre gesamte Kindheit und Jugend abgeschottet dort verbrachten, war mir zum Beispiel vollkommen neu. Ein wirklich lesenswertes Kapitel der deutschen Geschichte, gut aufbereitet und hochinteressant. // Marceline Loridan-Ivens: Und du bist nicht zurückgekommen / Mit 15 wird Marceline nach Auschwitz deportiert, ihr Vater nach Birkenau. Nur sie kehrt zurück; siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief. Und um diesen rankt sich der bewegende Bericht einer Verlorenen, die auf ihre Weise ebenfalls nicht wirklich zurück nach Frankreich gekommen ist. //Yrsa Sigurdadottir: DNA. / Nach den vielen Vorschusslorbeeren und all dem sensationellen Lob musste ich mir diesen Island-Krimi dann auch zu Gemüte führen. Solide Krimikost; ärgerlich nur, dass ich schon ungefähr auf Seite 23 ahnte, wer’s war, und zudem auf diverse Ungereimtheiten stieß, die mir das Lesevergnügen dann doch ein wenig verleideten. // Liana Millu: Der Rauch über Birkenau / Dieses schmale, durchweg berührende Bändchen mit seinen fünf Erzählungen über Frauenschicksale in Birkenau sollte zur Pflichtlektüre für Abiturienten gehören. // Lizzie Doron: Warum bist du  nicht nach dem Krieg gekommen? / Es war einmal eine Familie / Das Schweigen meiner Mutter // Ja, hier kann man gut sehen, dass ich in diesem Monat viel gereist bin und außerdem keine tägliche Tageszeitung abonniert hatte – was meinem Bücherkonsum durchaus zugute gekommen ist. Die absolute Entdeckung des Monats für mich ist Lizzie Doron, die israelische Schriftstellerin, deren erstes Buch ebenfalls mehrere Jahre schon in meinem Regal der noch ungelesenen Bücher ausharrte. Nachdem ich es gelesen hatte, besorgte ich mir alle fünf weiteren Bücher der Autorin, die darin – erstaunlicherweise, ohne ein Gefühl des Überdrusses im Leser aufkommen zu lassen – ein einziges Thema variiert: Das Schicksal der Holocaustüberlebenden, die sich in Israel niederließen, aus Sicht der nächsten Generation. Wie Doron über das Schweigen und die darin verborgenen Erfahrungen und Abgründe schreibt, hat mich nicht mehr losgelassen. Ich hoffe, dass noch viele weitere Variationen folgen werden.

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Die Monatsbotin Oktober 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die sechsunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Als Erstes im neuen Monat September trafen natürlich die Antworten auf das neue Preisrätsel ein: Gefragt war – ein bisschen versteckt ganz hinten bei den Lesetipps, aber das war natürlich Absicht! – nach der Verfassserin des Nachworts zur aktuellen Neuausgabe von „Bilder von ihr“. Richtig, Ilona Bubeck war es, die engagierte und streitbare Mitbegründerin des Querverlages. Schon wenige Minuten, nachdem die Monatsbotin online gestellt und abgeschickt war, trudelten die ersten richtigen Antworten ein (falsche gab es nicht!), und das ging dann munter so weiter in den nächsten Tagen. Insgesamt machten 32 LeserInnen mit, das ist Rekord – und ich habe den Eindruck, die meisten erhofften sich den dritten Preis, die original schwedische 60g-Kex-Schokoladentafel. Die aber geht nach Innsbruck in Österreich – wieder einmal war Eva A. unter den glücklichen Gewinnerinnen. Und auch der zweite Preisträger, Ralf P. aus Berlin, hatte schon mal gewonnen, nicht aber die Gewinnerin, Samantha L. aus Bernau. Glückwunsch an die 23-jährige Vielleserin!

Ansonsten ließ sich der September munter an – am 9. trug ich in der Kreuzberger Lenau-Schule für die Klasse 6a aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ vor, und aus demselben Buch las ich am 29. September dann auch für die fünften und sechsten Klassen der Grundschule am Vierrrutenberg in Berlin-Lübars. Die Zehn- und Elfjährigen haben mit Mika und Milla, den ungleichen tanzbegeisterten Zwillingen, stets viel Freude, und das wiederum erfreut natürlich mich ungemein!

Zwischen diesen beiden Lesetagen beschäftigte ich mich vorrangig mit Lektoratsarbeit und Onlineworkshops. Überhaupt, die Schreibworkshops – insgesamt habe ich bislang gut ein Dutzend Onlineworkshops und dazu genau 92 Schreibworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene live geleitet. Bei weitem nicht alle der Teilnehmenden hatten dabei eine Buchveröffentlichung im Sinn, aber einige dann doch – mit Erfolg: In der Tat durfte ich dabei mit so manch einer späteren Autorin oder einem Autor zusammenarbeiten – zum Beispiel mit der heutigen Filmemacherin und Autorin Malou Berlin, die für ihren Dokumentarfilm über die Möllner Brandstiftung „Nach dem Brand“ 2013 mit dem Grimme-Preis nominiert wurde und in diesem Jahr dazu den Roman „Brandspuren“ vorlegte; mit Katharina Müller, die mit „Rosie und die Suffragetten“ ein spannendes Porträt der Suffragettenbewegung zeichnete, oder mit Helga Viets, Co-Autorin des frisch erschienenen Romans „Das Erwachen der Raben„. Ich bin gespannt, was da noch so kommt …

Zu „Frieda Fricke“, meinem nächsten Kinderbuch, das im März 2017 bei Kosmos erscheinen wird, gibt es auch Neuigkeiten: Illustriert wird das Buch von der Hamburger Illustratorin Mareikje Vogler mit Bildern versehen – erste Entwürfe gefallen mir sehr!

Und dann war und ist da noch mein privates Buchprojekt – das, wenn alles gut geht, nicht mehr lange privat bleiben wird. Genaue LeserInnnen ahnen es vielleicht: Ja, es handelt sich um das Buch, das ich in den vergangenen eineinhalb Jahren so quasi nebenbei für meine Mutter zum 80. Geburtstag geschrieben habe. In groben Zügen erzählt es die Lebensgeschichte meiner Mutter und meiner Familie, aber auch ein wenig meine eigene. Ganz fertig ist es noch nicht, und so …

Und was kommt?

… werde ich im Oktober  noch ein wenig daran arbeiten und einige Kapitel vervollständigen; eine renommierte Literaturagentur ist jedoch bereits gefunden, die sich darum kümmern wird. Es bleibt also spannend …

Lesungen gibt es im Oktober wie immer reichlich: zunächst am 6. in der Nordendschule in Eberswalde, für die 5. und 6. erneut natürlich aus dem neuen Dauerbrenner „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, für die Älteren, die 9. Klassen, dann aus „Liebe macht Anders“ und „Was in den Schatten ruht“. „Liebe macht Anders“ werde ich auch am 11. Oktober in Berlin präsentieren, und zwar im Rahmen meiner Regen(-bogen)SchirmHerrInnenschaft für das neue Theaterstück „Hasen-Blues.Stopp“ von Uta Bierbaum, das am 23. November im Berliner Theater Strahl  uraufgeführt wird.

Am Sonntag danach geht es mal wieder in den Regierungsbezirk Freiburg, um dort auf Einladung der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in verschiedenen Büchereien meine Kinder- und Jugendbücher zu präsentieren: Breisach und Rheinau (17.10.), Spaichingen (18.), Oberndorf am Neckar (19.) und Löffingen (20.) lauten meine Stationen, bevor ich dann diese Tour am 21. Oktober mit zwei Lesungen am Schulzentrum im schönen Bühlertann in der Hohenlohe beschließe. Dort darf ich dann für die 5. bis 7. Klassen aus meinen Werken vorlesen. Zu meiner Freude ist mein kleiner vierbeiniger Reisebegleiter Luki übrigens in den Büchereien im Freiburger Land herzlich willkommen. Ich will nur hoffen, dass er mir nicht die Schau stiehlt!

Gleich danach geht es dann vom 24. bis zum 28. Oktober zu den Kinder- und Jugendbuchwochen nach Braunschweig; ein genauer Leseplan steht noch nicht fest.

Einen goldenen Oktober wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im September: 11. Oktober, Berlin, Strahl.Probebühne, Kyffhäuser Str. 23, 10781 Berlin, 18h: Lesung aus „Liebe macht Anders“ mit anschließender Diskussion

Onlineworkshops: Der neue Kreativ-Quickie startet am 4. Oktober – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Michael Rutschky: Mitgeschrieben. Die Sensationen des Gewöhnlichen / Ja wirklich, einen ganzen Monat über habe ich nun an diesem kurzweiligen, wenn auch bislang ein wenig zu detailverliebt daherkommenden Werk gelesen – und ich finde, Rutschky ist im Verhältnis zum vielgelobten Oeuvre Karl Ove Knausgards und dem ähnlich gelagerten Erzählreigen Gerhard Henschels doch die deutlich interessante Lektüre, wenn es um die Niederschrift alltäglicher Beobachtungen eines angehenden Schriftstellers geht. Im München der 80er Jahre spielen diese Betrachtungen des Gewöhnlichen; nur manchmal versucht der versierte Autor nicht allzu spektakuläre Überlegungen und Geschehnisse durch einen intellektuellen Unterbau allzu sehr zu erhöhen – abzulesen am etwas dramatischen Untertitel. Aber insgesamt hat mir das Buch wirklich Freude gemacht. Ob davon noch mehr zu erwarten ist? Schön wär’s …

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Die Monatsbotin September 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die fünfunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ziemlich viel los in den Monaten Juli und August, so viel sogar, dass die Augustmonatsbotin in diese Ausgabe verschoben werden musste. Das lag an organisatorischen Gründen: Zwischen meinen drei Schreibworkshops in der Akademie Waldschlösschen und dem zweiwöchigen Schwedenurlaub blieb einfach keine Zeit für eine ausgiebige Rück- oder Vorschau.

Jetzt aber – zunächst zur Schreibarbeit: Als Erstes lag „Frieda Fricke“, Ende Juni in der Rohfassung fertiggestellt, Anfang Juli zur Überarbeitung auf meinem Schreibtisch. Eine Woche später war das Manuskript auch schon unterwegs zum Kosmos Verlag, der in der Zwischenzeit auch schon erste Coverentwürfe geschickt hatte, die mir ziemlich gut gefallen. Das ist natürlich schön, denn „Frieda“ ist für LeserInnen ab 8 Jahren und wird deshalb auch mit Illustrationen versehen – eine Premiere, denn nach „GG – das Grundgesetz erklärt“, meinem 2009 erschienenen Sachbuch zum Grundgesetz (mit Manfred Schwarz), ist der Kinderroman mein erstes illustriertes Buch!

Am 5. Juli unterbrach ich meine Schreibtätigkeit, um in der Zentralbibliothek Schöneberg im Rahmen des Projekts „Büchertürme“ zwei fünfte Klassen mit einer Lesung aus „Hiphop, Hund und Herzgehüpfe“ zu erfreuen. Gleich danach befasste ich mich nochmals ausführlich mit dem Erstlektorat der spannenden Autobiografie eines vielversprechenden Autors, die ich gerade in Arbeit habe. Diese erste Fassung schickte ich punktgenau an dem Tag ab, an dem ich zum 80. Geburtstag meiner werten Frau Mutter ins heimatliche Meppen reiste. Für sie hatte ich ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck: ihre Biografie, verfasst von ihrer jüngsten Tochter. (Das bin übrigens ich.) Die Freude war groß, und das zweihundert Seiten umfassende Bändchen hat mittlerweile schon kräftig die Runde gemacht. Mal sehen, was weiter daraus wird …

Von Meppen aus ging es in die Akademie Waldschlösschen, und zwar gleich zweimal hintereinander: zunächst leitete ich einen Schreibworkshop für die TeilnehmerInnen des Bundesweiten Positiventreffens, gleich danach für die Teilnehmer der nun schon im sechsten Jahr laufenden Sommerakademie. Das machte ungemein viel Spaß und ließ nicht nur die TeilnehmerInnen, sondern auch mich beschwingt wieder davonreisen – und zwar mit einem kleinen Umweg über Berlin und Kiel schnurstracks nach Schweden, um dort zwei Wochen „in Familie“ zu verbringen. Vier Erwachsene, eine Jugendliche, ein Knabe und ein kleiner Hund vergnügten sich zunächst in einem wunderschön am See gelegenen Haus zwischen Vänern- und Vätternsee, dann in einem tief in der unzugänglichen Wildnis Västra Götalands verstecktem alten Bauernhaus. Dort machte der Hund zunächst Bekanntschaft mit einer gleichaltrigen Zwergschnauzerdame, dann mit schwedischen Würmern, die wir bei aller Tierliebe dann doch umgehend medikamentös bekämpfen mussten. Und einen Elch sahen wir dann tatsächlich auch noch! Der Arme wurde allerdings gleich nach seiner Entdeckung durch lautes, aufgeregtes Schreien aus unserer Mitte sofort wieder vertrieben. Berliner Touristen sind eben noch nicht so recht elchfest.

Direkt nach der Rückkehr reiste ich dann nochmals ins Waldschlösschen, um einen dritten Workshop zu leiten, diesmal im Rahmen des bundesweiten Treffens HIV-positiver Frauen. Zum 13. Mal hatte ich das Vergnügen, mit einem Dutzend Teilnehmerinnen zu arbeiten, und diesmal hatte ich mir eine besondere Herausforderung ausgedacht: Die Teilnehmerinnen schrieben gemeinsam eine Geschichte, die im Waldschlösschen beim Frauentreffen spielte und die Lebenswege dreier fiktiver HIV-infizierter Frauen thematisierte. Den so entstandenen Text werde ich demnächst überarbeiten und dann entweder zum Download als Ebook oder als book on demand gegen einen geringen Betrag einstellen, der wiederum der AIDS-Hilfe zu Gute kommen wird. Näheres dazu folgt!
Eine besondere Veranstaltung an diesem Wochenende war dann allerdings die Lesung, die ich aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ hielt – auf Einladung des Netzwerkes LiN – Lesbisch in Niedersachsen. LiN feierte parallel zum Frauentreffen ein rauschendes Sommerfest und hatte mich angefragt; der Zufall wollte also, dass ich schon vor Ort war. So mischten sich dann die beiden Gruppen auch bei der späteren Party – ein rundum gelungenes Wochenende!

Und was kommt?

Zunächst einmal meine jährliche Lesung in der nahegelegenen Kreuzberger Lenau-Schule: die ehemalige Klasse meines nicht mehr an der Schule verweilenden Stiefsöhnchens werde ich am 9. September mit einer Lesung aus „Hiphop, Hund und Herzgehüpfe“ beglücken, dem Buch über die ungleichen Berliner Zwillinge, das ich ebenjenem jungen Mann gewidmet habe.

Dann geht es weiter ans Lektorat, und „Frieda Fricke“ muss, mittlerweile von meiner Kosmos-Lektorin gegengelesen, noch einmal überarbeitet werden. Erscheinungstermin nun definitiv: März 2017.

Auch mein privates Buchprojekt braucht in diesem Monat noch den letzten Schliff, bevor es in kompetente Hände geht. Ja, das klingt geheimnisvoll, aber so soll es auch klingen … zum Jahresende hin kann ich sicher mehr darüber erzählen!

Und bevor wir dann tatsächlich schon ins vierte Quartal starten, darf ich am 29. September noch einmal mehrere Schulklassen in Berlin-Lübars mit „Hiphop, Hund und Herzgehüpfe“ bekannt machen, quasi der Auftakt zu den ausgedehnten Lesereisen in den Monaten Oktober und November.

Einen milden September wünscht Karen-Susan Fessel!

Leider keine öffentliche Termine im September! Dafür aber neue Onlineworkshops: Sommerpause – die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 5. September und 4. Oktober! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Anna Katharina Hahn: Am schwarzen Berg / Für mich ist diese Autorin eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre, und dieses überaus intensive Porträt zweier Ehepaare, deren Denken und Trachten sich um ein einziges Kind rankt, das als Erwachsener jegliche innere Stabilität vermissen lässt, dieses wunderbar tiefgründige Buch ist ein weiterer Beweis dafür. // Shani Boianjiu: Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst / Enttäuschend hingegen dieses interessant klingende Buch, das drei israelische Freundinnen, die zum Militärdienst eingezogen werden, skizziert. Hochgelobt, aber auf mich leider viel zu  konstruiert wirkend. Der erhoffte Einblick in die Gedankenwelt junger Israelis blieb für mich aus. // Geir Lippestad: Ich verteidigte Anders BreivikWarum?/ Ja, warum nur schrieb der Mann dieses Buch? Im Kielwasser meiner Begeisterung für die Bücher der mutigen Journalistin Seierstad quälte ich mich dann auch noch durch dieses seltsam schmalbrüstige Machwerk. Lippestad hat nicht viel zu erzählen, aber das breitet er dann auf 221 Seiten aus. Puh. Ein dreispaltiger Artikel im Feuilleton einer Zeitschrift hätte es auch getan. // Andrea Strunk: Beslan, Requiem. / Ebenfalls im Kielwasser des Eindrucks, den Seierstad hinterlassen hatte, las ich dann diese durchaus solide Abhandlung über den Massenmord am 3. September 2004 während der Einschulungsfeier in der ossetischen Kleinstadt Beslan, zugleich iene gute Einführung in die wichtigsten Hintergründe des immer noch schwelenden Kaukasienkonflikts. // Andreas Steinhöfel: Anders / Ein richtig gutes, fantasie- und anspruchsvolles Jugendbuch ist meinem Kollegen Steinhöfel da gelungen mit der Geschichte um den elfjährigen Felix Winter, der in Folge eines nahezu absurden Unfalls nach 263 Tagen wieder aus dem Koma erwacht und von nun an anders ist – und sich Anders nennt … Aber ob das Buch für andere Elfjährige schon gut lesbar ist, darüber lässt sich durchaus diskutieren. // Kerstin Ekman: Schwindlerinnen / Die „Grande Dame“ der schwedischen Literatur hat ihrem umfangreichen epischen Werk hier ein heiteres Krönchen aufgesetzt, das klug zu unterhalten vermag: Lillemor Troj, gefeierte Autorin, wird auf dem Höhepunkt ihres Schaffens dann doch noch von der dicken, unansehnlichen „Leiche“ eingeholt, die sie nicht gut genug im Keller vergraben hatte. Sehr vergnüglich! // So, und nun hier ganz am Ende wie angekündigt das Entschädigungs-Preisrätsel für die Mini-Monatsbotin im August: Wer schrieb das Nachwort zur aktuellen Neuausgabe von „Bilder von ihr“? Die ersten beiden richtigen Antworten (bitte an: kontakt@karen-susan-fessel.de) erhalten je ein signiertes Exemplar der gebundenen, mittlerweile vergriffenen Ausgabe! Und die dritte richtige Antwort erhält eine 60-g-Tafel original schwedischer Kex-Schokolade!

 

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Die Mini-Monatsbotin August 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Nein, hier kommt sie leider nicht, die neue Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Aus organisatorischen Gründen muss die fünfunddreißigste Ausgabe leider in den nächsten Monat verschoben werden. Dann aber erscheint sie umso frischer und praller – und zur Entschädigung mit einem brandneuen Preisrätsel! Bis dahin schöne Sommertage wünscht Karen-Susan Fessel

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Karen-Susan Fessel ist Regen(-bogen)SchirmHerrin …

Schon mal vormerken: Am 18. November ist Premiere des neuen Theaterstücks „Hasen-Blues.Stopp” oder: Bin ich hier richtig? von Uta Bierbaum im Berliner Theater Strahl http://www.theater-strahl.de/stuecke/hasen_blues.html – hier mein Grußwort als (Regen(-bogen)SchirmHerrin):

Wenn sich nichts bewegt, verändert sich auch nichts. Theater kann vieles bewegen – und ein gutes Theaterstück erst recht!
Vor allem in den Köpfen. Mit ihrem Stück Hasen-Blues. Stopp gelingt das der engagierten Autorin Uta Bierbaum auf amüsante, aber nicht minder eindringliche Weise: Klar, die Liebe und ihre Auswüchse stehen im Mittelpunkt. Aber auch die Schwierigkeit, umzudenken und neu zu denken. Dabei sind manche Dinge überhaupt nicht neu: weder Intersexualität – ungefähr eines von 5.000 Babys wird mit nicht eindeutigen Geschlechtsteilen geboren – noch Trans*menschen sind neue Phänomene, sondern Teil unserer Welt und Gesellschaft.

Das illustre Personal in Hasen-Blues.Stopp – darunter Lila, gefangen im Körper einer Junglehrerin, ihre ziemliche wilde und schon reichlich erfahrene freche Schülerin Fee oder Rox, der sich keinem der herkömmlichen Geschlechter zugehörig fühlt – legt auf der Bühne allerlei Kapriolen hin und zeigt, dass es immer noch mehr neue Seiten an allem und jedem zu entdecken gibt.

Vielen Menschen – jungen wie älteren und alten – fällt es schwer, die verschiedenen Begrifflichkeiten auseinanderzuhalten. Da hilft, sich das Ganze einmal in Ruhe im Theater anzusehen und manche Grenze im Kopf zu durchbrechen, bevor sie sich festgesetzt hat.

„Normal” muss hier niemand sein – oder alle sind es! Vor allem aber: Respekt brauchen alle. Und mit Stücken wie Hasen-Blues.Stopp kommt der Respekt in die Köpfe. Ich wünsche dem Stück, seiner Autorin, den Mitwirkenden und dem engagierten Theater Strahl, das sich nicht gescheut hat, dieses Thema ohne Berührungsängste ins Programm zu nehmen, viel Erfolg dabei – und unzählige Besucher*innen natürlich sowieso!

Karen-Susan Fessel
(Regen(-bogen)SchirmHerrin)

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Die Monatsbotin Juli 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die vierunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der heiße Juni verging rasend schnell – und trotz bisweilen fast quälenden Hitze (wer die Monatsbotin regelmäßig studiert, weiß ja, dass ich eher ein nordischer Typ und damit keine ausgesprochene Sonnenanbeterin bin) gelang es mir, die Rohfassung meines neuen Kinderbuches mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Frieda Fricke“ viel schneller als erwartet fertigzustellen. Und das, obwohl ich mich – was höchst selten vorkommt! – in der Seitenzahl verschätzt und gut fünfzig Seiten mehr als geplant geschrieben habe. Nun lagert das Manuskript noch einige Tage gut ab, in einigen Tagen werde ich mich dann an die Überarbeitung machen und es fristgerecht Mitte Juli an den Kosmos Verlag schicken.

Mit meinem privaten Buchprojekt war ich auch noch beschäftigt, da gab es allerhand zu überarbeiten und zu korrigieren; Letzteres übernahm meine werte Kollegin Regina Nössler, mit der ich ja schon bei unserem gemeinsamen ???-Kids-Midi-Band „Achtung, Katzendiebe!“ erfolgreich zusammengearbeitet habe.

Parallel dazu begann ich dann auch mit der Arbeit an jenem höchst spannendes Lektorat dessen Inhalt leider noch geheim bleiben muss. Schließlich soll kein anderer es dem Autoren und mir, seiner Lektorin, wegschnappen …

Und die Online-Workshops waren auch noch zu bearbeiten, die mir ungemein viel Freude bereiten, vielleicht auch aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit: neben den Kreativ-Quickies, die sich reger Beliebtheit erfreuen und in zwei Fällen zu einem Langzeit-Quickie ausgeweitet wurden, ist vor allem das Biografische Schreiben eine Bereicherung und spannende Erfahrung, nicht nur für die Teilnehmer*innen, sondern auch für mich.

Und was kommt?

Zuerst einmal der 80. Geburtstag meiner Mutter natürlich! Am 16. Juli feiert sie in kleiner Runde, aber das jüngste Töchterlein darf da nicht fehlen, zumal es ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck haben wird. Danach geht es dann gleich in die Akademie Waldschlösschen, und zwar zweimal hintereinander: vom 17. bis zum 21. Juli zum Bundesweiten Positiventreffen, um den Schreibworkshop „Geschichten müssen aufgeschrieben werden“ zu leiten, anschließend vom 24. bis zum 28. zur Sommerakademie zum weiteren Schreibworkshop, den ich dort jedes Jahr anbiete und der ungemein viel Freude macht. Noch sind wenige Restplätze zu haben, und wer Lust hat, sich eine kreative Woche in wunderschöner Umgebung und netter, hauptsächlich queerer Gesellschaft im Alter zwischen Ende Zwanzig mit Mitte Achtzig zu gönnen und dabei noch zwischen fünf Workshops auszuwählen, der ist herzlich willkommen!

Danach geht es für mich mit Kind und Kegel, Hund und weiterem lieben Anhang in den Sommerurlaub nach Schweden, erst in die Nähe von Arlingsås und dann nach Hällingsjö … ich freue mich sehr!

Einen knackigen Juli wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Juli: 17. bis 21. Juli, Akademie Waldschlösschen bei Göttingen: Schreibworkshop im Rahmen der Sommerakademie; noch Restplätze frei – Anmeldung und Informationen hier!

Onlineworkshops: Sommerpause – die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 5. September und 4. Oktober! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Åsne Seierstad: Einer von uns / Natürlich kann man sich fragen, warum Anders Breivik, der mit seinen Attentaten in Norwegen 69 Menschen tötete, ein ganzes Buch gewidmet sein sollte. Aber der norwegische Journalistin gelingt mit ihrem umfangreichen, brilliant recherchierten Werk ein Meisterstück: zum Einen zeigt sie den Werdegang Breiviks auf bis hin zu seinen Klagen aus der Gefängniszelle wegen unwürdiger Behandlung, zum anderen beschreibt sie das Leben der Opfer und ihrer Familien, exemplarisch an zwei jungen Menschen, die durch diese brutale Tat aus dem Leben gerissen wurden. Das ist so glänzend recherchiert und beschrieben, dass ich das Buch viele Abende lang einfach nicht aus der Hand legen konnte – und mir sofort weitere Werke der zu Recht preisgekrönten Journalistin zulegen musste. // Åsne Seierstad: Mit dem Rücken zur Welt / Seierstads Portraits aus Serbien stammen zwar aus den ersten Jahren des neuen Jahrtausends und sind damit nicht mehr ganz aktuell, aber für mich als zweimalige Serbienreisende und -interessierte dennoch ungemein spannend zu lesen. Vom verurteilten Kriegsverbrecher über zurückgelassene Ehefrauen bis hin zu Kosovo-Flüchtlingen kommt ein Querschnitt der kriegsgebeutelten wie auch kriegsverherrlichenden serbischen Bevölkerung zu Wort. Diese Sammlung lässt die Leser einerseits sprachlos, andererseits angeregt zurück. Ein mutiges Buch. // Åsne Seierstad: Der Engel von Grosny. Tschetschenien und seine Kinder / Und noch eins von Seierstad, das beste der drei vorgestellten, wie ich finde: Die Portraits einer verlorenen Generation haben mir den Atem stocken lassen. Tschetschnien ist zwar weit weg, aber dennoch viel zu nah, denn ein Teil von Russland – und damit ist auch die unergründlichen Brutalität, die dort herrscht, viel zu nah. Absolute Empfehlung!

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Neu erschienen: „Ein Stern namens Mama“ im Taschenbuch

Karen-Susan Fessels erstes Kinderbuch „Ein Stern namens Mama“, 1999 erstmalig im Verlag Friedrich Oetinger erschienen, ist heute ein Klassiker der Trauer-Literatur. Die Geschichte der fast elfjährigen Luise, die die Krebserkrankung ihrer Mutter und deren Sterben miterleben muss, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, zählt in Deutschland, der Schweiz und Taiwan und China zur Schullektüre und wurde in Japan ein Bestseller. Das gleichnamige Theaterstück wird auf deutschen und schweizerischen Bühnen aufgeführt, es gibt davon eine Hörbuchversion für Planetarien und Verfilmungspläne. Jetzt hat der Oetinger Taschenbuchverlag eine überarbeitete Taschenbuchversion aufgelegt, zu der gleichzeitig umfangreiches, völlig neues Schulmaterial erschienen ist.

Das Nachwort zum Schulmaterial ist hier nachzulesen – auch für Nicht-Lehrkräfte und Schüler*innen!

Ein Stern namens Mama (ab 10, überarbeitete Taschenbuch-Neuausgabe, Oetinger Taschenbuch 2016)

Ein Stern namens Mama (ab 10, überarbeitete Taschenbuch-Neuausgabe, Oetinger Taschenbuch 2016)

9783841504401

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„Dafür dann doch …“

Das Private ist auch immer ein wenig politisch: Dazu ein kleiner Beitrag in

„Mein lesbisches Auge 16“ MLA, erschienen im konkursbuch Verlag.

 

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Die Monatsbotin Juni 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreiunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der Wonnemonat Mai war angefüllt mit interessanten Tätigkeiten: Zunächst einmal mit der Überarbeitung des privaten Buchprojektes, das in den letzten eineinhalb Jahren gediehen und im April dann abgeschlossen wurde. Dazu musste ich dann einige dezidierte Leserinnenmeinungen einholen, die ich dann wiederum einarbeitete – und noch einarbeiten werde; in den nächsten Tagen werde ich dann endgültig fertig werden. Alles weitere dazu folgt in der August-Monatsbotin!
Parallel dazu habe ich mit der Arbeit an meinem neuesten Kinderbuch begonnen, und das wird auch Zeit: „Frieda Fricke“ wird nämlich vorgezogen und deshalb schon im Frühjahr 2017 erscheinen. Das ist aber kein Problem, denn gut ein Drittel des Romans für Kinder ab 8, der in Schleswig-Holstein spielen und von eigenwilligen kleinen Mädchen, dementen Omas und sanftmütigen Kühen handeln wird, ist schon fertig. Mitte Juli ist Abgabe, das dürfte locker zu schaffen sein!

Allerdings habe ich parallel dazu noch ein höchst spannendes Lektorat übernommen, über das ich leider noch nichts erzählen kann. Schließlich muss das interessante Thema noch geheim bleiben, damit kein anderer es dem Autoren und mir, seiner Lektorin, wegschnappen kann …

Und natürlich waren da dann auch noch die Online-Workshops, die sich reger Beliebtheit erfreuen, allen voran natürlich immer noch der Kreativ-Quickie: in acht Lektionen zum Geschichtenschreiben.

Und vorgelesen habe ich natürlich noch: am 3. Mai im andersraum Vielfalt in Hannover aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ – eine höchst vergnügliche Lesung vor vollem Hause; am 28. Texte von Brigitte Reimann im Rheinsberger Schloss – auf Einladung der Usher-Gruppe Berlin/Brandenburg des Vereins Leben mit Usher e.V., gemeinsam mit dem Schauspieler Olaf Brinkmann, der Reimanns Lebensgefährten Siegfried Pitschmann gab.

Dazwischen übrigens reiste ich mit meiner Lieblingsreisegruppe (vier Erwachsene, ein Knabe und ein Mischlingsrüde) zu einer Kurzreise in den Harz, um u.a. auf den Spuren meiner Verwandschaft zu wandeln – im schönen Hasselfelde (wo ich bei einem freundlichen Hundeschulenbesitzer Hundefutter erwarb) leuchtete uns dann auch mein Nachname auf diversen Leuchtreklamen und Werbetafeln entgegen: Foto-Fernseh-Fessel, Fessel Kunstschmiede und so weiter … Wer davon mit meinem aus Hasselfelde stammenden Urgroßvater verwandt war, ließ sich im Vorbeifahren zwar nicht ausmachen, aber dennoch: ein einprägsames Erlebnis. Und das Hotel Viktoria Luise in Blankenburg ist meine Hotelempfehlung der ersten Jahreshälfte 2016!

Und was kommt?

Hauptsächlich dasselbe wie im letzten Monat: die Arbeit an den Onlineworkshops, „Frieda Fricke“ und dem Lektorat. Wer mich wieder offiziell lesen hören und sehen möchte oder live bei einem Schreibworkshop erleben möchte, der muss bis Juli warten.  Und inzwischen den frühsommerlichen Juni genießen!

Einen mildwarmen Juni wünscht Karen-Susan Fessel!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 6. Juni und 5. September! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Elke Heidenreich: Alles kein Zufall. Kurze Geschichten / Lauter Miniaturen, alphabetisch geordnet, aus dem Leben einer nachdenklichen Frau, die es nicht einfach hatte, sich aber einen scharfen Blick und sehr viel Humor bewahrt hat. Ein Lesevergnügen mit Mehrwert! // Anna Enquist: Die Eisträger / Seit langem schon stehen niederländische Autorinnen ganz oben auf meiner Beliebtheitsliste: zu den wunderbaren Schriftstellerinnen Carl Friedmann, Renate Dorrestein und Connie Palmen hat sich nun auch noch Anna Enquist gesellt, die so lakonisch-eindringlich von einer zerrütteten Ehe erzählt, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. Freue mich schon auf ihr nächstes Buch. // Bryan Stenvenson: Ohne Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA / Ebenso wenig weglegen konnte ich dieses umfangreiche, packend recherchierte Werk des US-amerikanischen Bürgerrechtlers und Professors, der sich seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und die Wahrung der Menschenrechte einsetzt und beides auch für die Insassen der Todeszellen fordert. Dass die Gesetzeslage sich endlich geändert hat und in den USA nicht mehr, wie noch bis vor kurzem, 13-jährige zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt werden dürfen, ist unter anderem diesem engagierten Mann zu verdanken, der weiterhin nicht vorhat, klein beizugeben. // Elisabeth Åsbrink: Und im Wienerwald stehen immer noch die Bäume / Nicht überzeugt, sondern eher ein wenig gelangweilt hat mich dagegen dies vielgelobte Werk über die Lebensgeschichte eines österreichischen Juden, der im Alter von 13 Jahren durch die Ausreise nach Schweden vor dem nationalsozialistischen Vernichtungswillen gerettet werden konnte. Die Autorin schwelgt in metaphorisch angereicherten Überlegungen und Interpretationen, spickt ihren Text mit rhetorischen Fragen und versucht, die Lebensgeschichte des jungen Wieners durch die Gegenüberstellung mit Ingvar Kamprad, dem IKEA-Gründer und zeitweiligen Freund des jungen Mannes, auf ein historisch bedeutsameres Niveau zu hieven. Dessen hätte es nicht bedurft, hier wäre weniger mehr gewesen.

 

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