Die Mini-Monatsbotin August 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Nein, hier kommt sie leider nicht, die neue Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg! Aus organisatorischen Gründen muss die fünfunddreißigste Ausgabe leider in den nächsten Monat verschoben werden. Dann aber erscheint sie umso frischer und praller – und zur Entschädigung mit einem brandneuen Preisrätsel! Bis dahin schöne Sommertage wünscht Karen-Susan Fessel

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Karen-Susan Fessel ist Regen(-bogen)SchirmHerrin …

Schon mal vormerken: Am 18. November ist Premiere des neuen Theaterstücks „Hasen-Blues.Stopp” oder: Bin ich hier richtig? von Uta Bierbaum im Berliner Theater Strahl http://www.theater-strahl.de/stuecke/hasen_blues.html – hier mein Grußwort als (Regen(-bogen)SchirmHerrin):

Wenn sich nichts bewegt, verändert sich auch nichts. Theater kann vieles bewegen – und ein gutes Theaterstück erst recht!
Vor allem in den Köpfen. Mit ihrem Stück Hasen-Blues. Stopp gelingt das der engagierten Autorin Uta Bierbaum auf amüsante, aber nicht minder eindringliche Weise: Klar, die Liebe und ihre Auswüchse stehen im Mittelpunkt. Aber auch die Schwierigkeit, umzudenken und neu zu denken. Dabei sind manche Dinge überhaupt nicht neu: weder Intersexualität – ungefähr eines von 5.000 Babys wird mit nicht eindeutigen Geschlechtsteilen geboren – noch Trans*menschen sind neue Phänomene, sondern Teil unserer Welt und Gesellschaft.

Das illustre Personal in Hasen-Blues.Stopp – darunter Lila, gefangen im Körper einer Junglehrerin, ihre ziemliche wilde und schon reichlich erfahrene freche Schülerin Fee oder Rox, der sich keinem der herkömmlichen Geschlechter zugehörig fühlt – legt auf der Bühne allerlei Kapriolen hin und zeigt, dass es immer noch mehr neue Seiten an allem und jedem zu entdecken gibt.

Vielen Menschen – jungen wie älteren und alten – fällt es schwer, die verschiedenen Begrifflichkeiten auseinanderzuhalten. Da hilft, sich das Ganze einmal in Ruhe im Theater anzusehen und manche Grenze im Kopf zu durchbrechen, bevor sie sich festgesetzt hat.

„Normal” muss hier niemand sein – oder alle sind es! Vor allem aber: Respekt brauchen alle. Und mit Stücken wie Hasen-Blues.Stopp kommt der Respekt in die Köpfe. Ich wünsche dem Stück, seiner Autorin, den Mitwirkenden und dem engagierten Theater Strahl, das sich nicht gescheut hat, dieses Thema ohne Berührungsängste ins Programm zu nehmen, viel Erfolg dabei – und unzählige Besucher*innen natürlich sowieso!

Karen-Susan Fessel
(Regen(-bogen)SchirmHerrin)

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Die Monatsbotin Juli 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die vierunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der heiße Juni verging rasend schnell – und trotz bisweilen fast quälenden Hitze (wer die Monatsbotin regelmäßig studiert, weiß ja, dass ich eher ein nordischer Typ und damit keine ausgesprochene Sonnenanbeterin bin) gelang es mir, die Rohfassung meines neuen Kinderbuches mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Frieda Fricke“ viel schneller als erwartet fertigzustellen. Und das, obwohl ich mich – was höchst selten vorkommt! – in der Seitenzahl verschätzt und gut fünfzig Seiten mehr als geplant geschrieben habe. Nun lagert das Manuskript noch einige Tage gut ab, in einigen Tagen werde ich mich dann an die Überarbeitung machen und es fristgerecht Mitte Juli an den Kosmos Verlag schicken.

Mit meinem privaten Buchprojekt war ich auch noch beschäftigt, da gab es allerhand zu überarbeiten und zu korrigieren; Letzteres übernahm meine werte Kollegin Regina Nössler, mit der ich ja schon bei unserem gemeinsamen ???-Kids-Midi-Band „Achtung, Katzendiebe!“ erfolgreich zusammengearbeitet habe.

Parallel dazu begann ich dann auch mit der Arbeit an jenem höchst spannendes Lektorat dessen Inhalt leider noch geheim bleiben muss. Schließlich soll kein anderer es dem Autoren und mir, seiner Lektorin, wegschnappen …

Und die Online-Workshops waren auch noch zu bearbeiten, die mir ungemein viel Freude bereiten, vielleicht auch aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit: neben den Kreativ-Quickies, die sich reger Beliebtheit erfreuen und in zwei Fällen zu einem Langzeit-Quickie ausgeweitet wurden, ist vor allem das Biografische Schreiben eine Bereicherung und spannende Erfahrung, nicht nur für die Teilnehmer*innen, sondern auch für mich.

Und was kommt?

Zuerst einmal der 80. Geburtstag meiner Mutter natürlich! Am 16. Juli feiert sie in kleiner Runde, aber das jüngste Töchterlein darf da nicht fehlen, zumal es ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck haben wird. Danach geht es dann gleich in die Akademie Waldschlösschen, und zwar zweimal hintereinander: vom 17. bis zum 21. Juli zum Bundesweiten Positiventreffen, um den Schreibworkshop „Geschichten müssen aufgeschrieben werden“ zu leiten, anschließend vom 24. bis zum 28. zur Sommerakademie zum weiteren Schreibworkshop, den ich dort jedes Jahr anbiete und der ungemein viel Freude macht. Noch sind wenige Restplätze zu haben, und wer Lust hat, sich eine kreative Woche in wunderschöner Umgebung und netter, hauptsächlich queerer Gesellschaft im Alter zwischen Ende Zwanzig mit Mitte Achtzig zu gönnen und dabei noch zwischen fünf Workshops auszuwählen, der ist herzlich willkommen!

Danach geht es für mich mit Kind und Kegel, Hund und weiterem lieben Anhang in den Sommerurlaub nach Schweden, erst in die Nähe von Arlingsås und dann nach Hällingsjö … ich freue mich sehr!

Einen knackigen Juli wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Juli: 17. bis 21. Juli, Akademie Waldschlösschen bei Göttingen: Schreibworkshop im Rahmen der Sommerakademie; noch Restplätze frei – Anmeldung und Informationen hier!

Onlineworkshops: Sommerpause – die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 5. September und 4. Oktober! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Åsne Seierstad: Einer von uns / Natürlich kann man sich fragen, warum Anders Breivik, der mit seinen Attentaten in Norwegen 69 Menschen tötete, ein ganzes Buch gewidmet sein sollte. Aber der norwegische Journalistin gelingt mit ihrem umfangreichen, brilliant recherchierten Werk ein Meisterstück: zum Einen zeigt sie den Werdegang Breiviks auf bis hin zu seinen Klagen aus der Gefängniszelle wegen unwürdiger Behandlung, zum anderen beschreibt sie das Leben der Opfer und ihrer Familien, exemplarisch an zwei jungen Menschen, die durch diese brutale Tat aus dem Leben gerissen wurden. Das ist so glänzend recherchiert und beschrieben, dass ich das Buch viele Abende lang einfach nicht aus der Hand legen konnte – und mir sofort weitere Werke der zu Recht preisgekrönten Journalistin zulegen musste. // Åsne Seierstad: Mit dem Rücken zur Welt / Seierstads Portraits aus Serbien stammen zwar aus den ersten Jahren des neuen Jahrtausends und sind damit nicht mehr ganz aktuell, aber für mich als zweimalige Serbienreisende und -interessierte dennoch ungemein spannend zu lesen. Vom verurteilten Kriegsverbrecher über zurückgelassene Ehefrauen bis hin zu Kosovo-Flüchtlingen kommt ein Querschnitt der kriegsgebeutelten wie auch kriegsverherrlichenden serbischen Bevölkerung zu Wort. Diese Sammlung lässt die Leser einerseits sprachlos, andererseits angeregt zurück. Ein mutiges Buch. // Åsne Seierstad: Der Engel von Grosny. Tschetschenien und seine Kinder / Und noch eins von Seierstad, das beste der drei vorgestellten, wie ich finde: Die Portraits einer verlorenen Generation haben mir den Atem stocken lassen. Tschetschnien ist zwar weit weg, aber dennoch viel zu nah, denn ein Teil von Russland – und damit ist auch die unergründlichen Brutalität, die dort herrscht, viel zu nah. Absolute Empfehlung!

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Neu erschienen: „Ein Stern namens Mama“ im Taschenbuch

Karen-Susan Fessels erstes Kinderbuch „Ein Stern namens Mama“, 1999 erstmalig im Verlag Friedrich Oetinger erschienen, ist heute ein Klassiker der Trauer-Literatur. Die Geschichte der fast elfjährigen Luise, die die Krebserkrankung ihrer Mutter und deren Sterben miterleben muss, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, zählt in Deutschland, der Schweiz und Taiwan und China zur Schullektüre und wurde in Japan ein Bestseller. Das gleichnamige Theaterstück wird auf deutschen und schweizerischen Bühnen aufgeführt, es gibt davon eine Hörbuchversion für Planetarien und Verfilmungspläne. Jetzt hat der Oetinger Taschenbuchverlag eine überarbeitete Taschenbuchversion aufgelegt, zu der gleichzeitig umfangreiches, völlig neues Schulmaterial erschienen ist.

Das Nachwort zum Schulmaterial ist hier nachzulesen – auch für Nicht-Lehrkräfte und Schüler*innen!

Ein Stern namens Mama (ab 10, überarbeitete Taschenbuch-Neuausgabe, Oetinger Taschenbuch 2016)

Ein Stern namens Mama (ab 10, überarbeitete Taschenbuch-Neuausgabe, Oetinger Taschenbuch 2016)

9783841504401

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„Dafür dann doch …“

Das Private ist auch immer ein wenig politisch: Dazu ein kleiner Beitrag in

„Mein lesbisches Auge 16“ MLA, erschienen im konkursbuch Verlag.

 

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Die Monatsbotin Juni 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreiunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der Wonnemonat Mai war angefüllt mit interessanten Tätigkeiten: Zunächst einmal mit der Überarbeitung des privaten Buchprojektes, das in den letzten eineinhalb Jahren gediehen und im April dann abgeschlossen wurde. Dazu musste ich dann einige dezidierte Leserinnenmeinungen einholen, die ich dann wiederum einarbeitete – und noch einarbeiten werde; in den nächsten Tagen werde ich dann endgültig fertig werden. Alles weitere dazu folgt in der August-Monatsbotin!
Parallel dazu habe ich mit der Arbeit an meinem neuesten Kinderbuch begonnen, und das wird auch Zeit: „Frieda Fricke“ wird nämlich vorgezogen und deshalb schon im Frühjahr 2017 erscheinen. Das ist aber kein Problem, denn gut ein Drittel des Romans für Kinder ab 8, der in Schleswig-Holstein spielen und von eigenwilligen kleinen Mädchen, dementen Omas und sanftmütigen Kühen handeln wird, ist schon fertig. Mitte Juli ist Abgabe, das dürfte locker zu schaffen sein!

Allerdings habe ich parallel dazu noch ein höchst spannendes Lektorat übernommen, über das ich leider noch nichts erzählen kann. Schließlich muss das interessante Thema noch geheim bleiben, damit kein anderer es dem Autoren und mir, seiner Lektorin, wegschnappen kann …

Und natürlich waren da dann auch noch die Online-Workshops, die sich reger Beliebtheit erfreuen, allen voran natürlich immer noch der Kreativ-Quickie: in acht Lektionen zum Geschichtenschreiben.

Und vorgelesen habe ich natürlich noch: am 3. Mai im andersraum Vielfalt in Hannover aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ – eine höchst vergnügliche Lesung vor vollem Hause; am 28. Texte von Brigitte Reimann im Rheinsberger Schloss – auf Einladung der Usher-Gruppe Berlin/Brandenburg des Vereins Leben mit Usher e.V., gemeinsam mit dem Schauspieler Olaf Brinkmann, der Reimanns Lebensgefährten Siegfried Pitschmann gab.

Dazwischen übrigens reiste ich mit meiner Lieblingsreisegruppe (vier Erwachsene, ein Knabe und ein Mischlingsrüde) zu einer Kurzreise in den Harz, um u.a. auf den Spuren meiner Verwandschaft zu wandeln – im schönen Hasselfelde (wo ich bei einem freundlichen Hundeschulenbesitzer Hundefutter erwarb) leuchtete uns dann auch mein Nachname auf diversen Leuchtreklamen und Werbetafeln entgegen: Foto-Fernseh-Fessel, Fessel Kunstschmiede und so weiter … Wer davon mit meinem aus Hasselfelde stammenden Urgroßvater verwandt war, ließ sich im Vorbeifahren zwar nicht ausmachen, aber dennoch: ein einprägsames Erlebnis. Und das Hotel Viktoria Luise in Blankenburg ist meine Hotelempfehlung der ersten Jahreshälfte 2016!

Und was kommt?

Hauptsächlich dasselbe wie im letzten Monat: die Arbeit an den Onlineworkshops, „Frieda Fricke“ und dem Lektorat. Wer mich wieder offiziell lesen hören und sehen möchte oder live bei einem Schreibworkshop erleben möchte, der muss bis Juli warten.  Und inzwischen den frühsommerlichen Juni genießen!

Einen mildwarmen Juni wünscht Karen-Susan Fessel!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 6. Juni und 5. September! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Elke Heidenreich: Alles kein Zufall. Kurze Geschichten / Lauter Miniaturen, alphabetisch geordnet, aus dem Leben einer nachdenklichen Frau, die es nicht einfach hatte, sich aber einen scharfen Blick und sehr viel Humor bewahrt hat. Ein Lesevergnügen mit Mehrwert! // Anna Enquist: Die Eisträger / Seit langem schon stehen niederländische Autorinnen ganz oben auf meiner Beliebtheitsliste: zu den wunderbaren Schriftstellerinnen Carl Friedmann, Renate Dorrestein und Connie Palmen hat sich nun auch noch Anna Enquist gesellt, die so lakonisch-eindringlich von einer zerrütteten Ehe erzählt, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. Freue mich schon auf ihr nächstes Buch. // Bryan Stenvenson: Ohne Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA / Ebenso wenig weglegen konnte ich dieses umfangreiche, packend recherchierte Werk des US-amerikanischen Bürgerrechtlers und Professors, der sich seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und die Wahrung der Menschenrechte einsetzt und beides auch für die Insassen der Todeszellen fordert. Dass die Gesetzeslage sich endlich geändert hat und in den USA nicht mehr, wie noch bis vor kurzem, 13-jährige zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt werden dürfen, ist unter anderem diesem engagierten Mann zu verdanken, der weiterhin nicht vorhat, klein beizugeben. // Elisabeth Åsbrink: Und im Wienerwald stehen immer noch die Bäume / Nicht überzeugt, sondern eher ein wenig gelangweilt hat mich dagegen dies vielgelobte Werk über die Lebensgeschichte eines österreichischen Juden, der im Alter von 13 Jahren durch die Ausreise nach Schweden vor dem nationalsozialistischen Vernichtungswillen gerettet werden konnte. Die Autorin schwelgt in metaphorisch angereicherten Überlegungen und Interpretationen, spickt ihren Text mit rhetorischen Fragen und versucht, die Lebensgeschichte des jungen Wieners durch die Gegenüberstellung mit Ingvar Kamprad, dem IKEA-Gründer und zeitweiligen Freund des jungen Mannes, auf ein historisch bedeutsameres Niveau zu hieven. Dessen hätte es nicht bedurft, hier wäre weniger mehr gewesen.

 

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Die Monatsbotin Mai 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die zweiunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der April war diesmal weniger stürmisch denn eher angenehm ruhig – perfekte Voraussetzungen zum Arbeiten am Schreibtisch. Und so gelang auch punktgenau das, was ich mir vorgenommen hatte: mein privates Buchprojekt zu Ende zu schreiben. Genau 70 Seiten schrieb ich im April, und damit hat das Buch, das ich vor eineinhalb Jahren begonnen habe und zu dem ich schon ein Dreivierteljahr zuvor erste Notizen machte, nun einen Umfang von 226 Seiten. Die habe ich dann gleich nochmal überarbeitet und einer befreundeten Lektorin zum Korrekturlesen geschickt.

Was für ein Luxus – ein ganzes Buch ohne jegliche vertragliche Verpflichtung nur für mich selbst zu schreiben – und zu einem ganz bestimmten Zweck, den ich allerdings noch bis zum Juli hüten muss, und damit auch zwangsläufigerweise den Inhalt. Aber danach verspreche ich Aufklärung – und wer weiß, vielleicht erscheint das recht biografische Werk auch eines Tages in einem Verlag …

Und sonst noch? Vier höchst erfrischende Lesungen aus dem neuen Kinderbuch „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, zwei davon in Berlin, und zwar am 13. April in der Zentralen Landesbibliothek in Berlin-Kreuzberg gleich um die Ecke (näher am heimischen Schreibtisch geht es wohl kaum!) und eine Woche später am 20. in der Michael-Ende-Bibliothek in Prenzlauer Berg. Jeweils zwei Schulklassen lauschten gebannt den turbulenten Abenteuern von Milla und Mika, den ungleichen, tanzbegeisterten Zwillingen. Und auch einen Tag später am 21. April in der Grundschule Menschenskinder im brandenburgischen Schönwalde-Glien war die Begeisterung groß: auch die Jungs der 6. Klassen ließen sich nicht vom pinkfarbenen Cover schrecken.

Mit klassischen Geschlechterrollen hatte auch die Kurzlesung mit anschließender Langdiskussion im Schwulen Museum am 15. April nicht viel zu tun, bei der ich zwei Passagen aus „Bilder von ihr“ und „Steingesicht“ vortrug. „Jetzt sind wir jung: Was bedeutet es heute, LSBTI* zu sein? Eine Diskussion über Schubladen, Sexualität und die neue Selbstbestimmung“ hieß die  engagiert organisierte Veranstaltung, bei der auch Julian Mars aus seinem Erstling „Jetzt sind wir jung“ vortrug und das vorrangig junge Publikum mit weiteren „Fachleuten“ wie Detlef Mücke, einer der Gründer des Museums, Joe G. und Tilmann Warnecke vom Tagesspiegel Positionen debattieren konnte. Zeitweilig etwas zäh, aber durchaus sehr interessant!

Und was kommt?

 

Das nächste Buch natürlich: „Frieda Fricke“ soll schließlich im kommenden Jahr die jüngeren LeserInnen ab 8 Jahren erfreuen! In diesem Monat geht es an die Arbeit, im Juli spätestens wird es abgeschickt an meine schon sehr gespannte Lektorin in Kosmos Verlag. Eingerahmt wird die Schreibarbeit von zwei Veranstaltungen: am 3. Mai lese ich im andersraum Vielfalt in Hannover aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“, am 28. Texte von Brigitte Reimann im Rheinsberger Schloss – auf Einladung der Usher-Gruppe Berlin/Brandenburg des Vereins Leben mit Usher e.V. (leider eine nicht-öffentliche Veranstaltung). Das passt vor allem auch thematisch gut, denn einen Jugendroman, in dem das Usher-Syndrom eine wesentliche Rolle spielt, habe ich gerade in Planung …

Einen frühlingshaften Wonnemonat Mai wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Mai: 3. Mai, Hannover, andersraum / Vielfaltzentrale e.V., Asternstr. 2, 30167 Hannover, 19h: Lesung aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ Thema „Jung und LSBTI* heute“

Onlineworkshops: Informationen und Anmeldung für die Workshops „Kreativ-Quickie“, „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ (Achtung: neue Termine!) sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Tana French: Geheimer Ort. Thriller / Nach der vielen schweren Lektüre zum Thema Nationalsozialismus mal wieder ein Thriller, der es allerdings auch in sich hatte: Die sehr spannende Story um den Mord an einem Internatsschüler bot wirklich faszinierende Einblicke in die Abgründe pubertärer Sehnsüchte. Vielleicht ein wenig zu detailüberfrachtet, aber eindeutig ein Thriller der tiefgründigeren Sorte // Peter Wohlleben: Menschenspuren im Wald / Jaja, der Wald … wer wissen möchte, was die ominösen Zeichen an den Bäumen im Wald bedeuten und wofür Brombeerranken mitten im Dickicht ein Zeichen sind, der ist mit diesen sehr interessanten Waldführer der anderen Art gut beraten. Ich werde nun mit offenen Augen durchs Unterholz wandern.  // Emma Donoghue: Raum / Stand mehrere Jahre lang ungelesen in meinem Regal, nun habe ich es dann doch hervorgekramt, nachdem der gleichnamige Film angelaufen und hochgelobt wird. Und dieses absolut packende literarische Kammerspiel ist schlagartig zu einem meiner Lieblingsbücher avanciert. Selten habe ich so atemlos weiterlesen wollen und mich noch in meinen Träumen mit der dramatischen Geschichte des fünfjährigen Jack und seiner im Alter von 21 Jahren gekidnappten Mutter befasst. Absolute Empfehlung!

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Die Monatsbotin April 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die einunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der März ist klassischerweise der Premierenmonat für die Frühjahrsbücher – die dann auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden. Diese fand in diesem Jahr in der Monatsmitte statt, und zu meiner Freude hatte ich gleich zweimal das Vergnügen, mein neues Kinderbuches „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ (Kosmos, ab 10) dem interessierten Lesepublikum in der Lesebude 1 auf dem Messegelände zu präsentieren. Am Samstag, dem 19., reiste ich mit dem Zug an und wieder ab, am Sonntag, dem 20., mit dem Auto und in liebreizender Begleitung: Lebensgefährtin und Sohn im passenden Alter waren mit von der Partie. Und waren prompt auch ein bisschen beeindruckt von der begeisterten Zuhörerschar und dem anschließenden Kaufrausch: alle zwanzig Messeexemplare (mehr dürfen auf der Messe nach einer Lesung nicht verkauft werden, um keine Staus zu provozieren) wurden in Windeseile verkauft, und zwar an vier Knaben und zwölf Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren, zwei Mütter, einen Vater und eine Großmutter. Das weiß ich, weil ich sie alle danach gefragt habe … Spaß hat das gemacht, desgleichen die Lesung am Vortag. Bei der ich nicht nur das Vergnügen hatte, von der Pressechefin des Verlages, Silke Ruoff, charmant vorgestellt und von ihrer Mitarbeiterin Vanessa Ludwig vorteilhaft fotografiert zu werden, sondern ich lernte zudem noch endlich einmal Katrin Höfer persönlich kennen, deren spannende Firmen- und Familiengeschichte „Fenstergeschichten. FritzGlock“ ich im letzten Jahr lektoriert hatte. Ein sehr schönes Buch ist draus geworden!

Die eigentliche Premiere von „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ hatte ich jedoch schon einige Tage zuvor in der Astrid-Lindgren-Schule in Falkenberg/Elster, wo ich am 16. März die Reaktionen der Fünft- und Sechstklässler testen durfte. Mit durchweg positiver Resonanz zum Glück!

Und dazwischen ging es am 18. für mich in die Zentralbibliothek Tempelhof-Schöneberg, als Mitglied der Jury zur Bezirksausscheidung des Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen. Vier junge Damen traten an, Gewinnerin mit hauchdünnem Vorsprung: Marta Westerholt von der Fläming-Grundschule, mit dem Buch „The school  for good and evil“  von Soman Chainani. Welches übrigens das Söhnchen auch gerade liest. So schließen sich die Kreise …

Das war es auch schon mit den Veranstaltungen in diesem Monat, denn schreiben musste ich ja schließlich auch noch. Zuallererst mein privates Romanprojekt, das ich in diesem Monat dann in der Rohfassung zu Ende bringen möchte, aber auch einige weitere Texte und Exposés. Und auf Trab gehalten haben mich noch dazu die Onlineworkshops und Schreibcoachings. Die nun wiederum so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass ich die Einsteigezeiten reduzieren musste: beim Kreativ-Quickie ist ein Einstieg nur noch zum Monatsanfang möglich, das nächste Mal am 2. April.

Pünktlich zum Monatsende übrigens lag gestern dann auch mein letztes umfangreiches Fremdlektorat auf dem Tisch: „Abenteuer Vertrauen“ von Maike Maja Nowak, frisch erschienen im Mosaik Verlag, ein Muss nicht nur für Hundefans …

Und was kommt?

Neben den weiter laufenden Workshops natürlich der Rest meines privaten Romanprojektes. Und dann stehen die nächsten Lesungen aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ an: am 13. April in der Zentral- und Landesbibliothek um die Ecke, der früheren AGB, dann am 20. in in der Michael-Ende-Bibliothek in Pankow und am nächsten Tag wiederum in der Grundschule Menschenskinder in Schönwalde-Glien, wo vermutlich wieder meine Lieblingsblumen, die Buschwindröschen, in rauen Mengen im nahegelegenen Wäldchen blühen. Auf den anschließenden Spaziergang mit Hund Luki freue ich mich jetzt schon!

Für Teenager und Erwachsene gibt es auch noch eine kurzfristige Veranstaltung im April: Am 15. lese ich ab 19h erstmalig im Schwulen Museum Auszüge aus verschiedenen Büchern und diskutieren mit weiteren Autoren und Fachleuten zum Thema „Jung und LSBTI* heute“. Wer genauer wissen möchte, was das nun bedeuten soll: hier klicken!

Einen wechselhaften April wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im März: 15. April, Berlin, Schwules Museum, Lützowstr. 73, 10785 Berlin, 19h: Kurzlesungen und Diskussion zum Thema „Jung und LSBTI* heute“

Onlineworkshops: Informationen und Anmeldung für die Workshops „Kreativ-Quickie“, „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Ruth Klüger: unterwegs verloren. Erinnerungen / Die Fortsetzung der in der letzten Monatsbotin besprochenen Kindheits- und Jugenderinnerungen „weiter leben“, nicht minder eindringlich, ungemein spannend. Besonders begeistert hat mich Klügers wahrlich kluger Blick auf die frühen Tage der Emanzipation und ihre feministische Weit- und Weltsicht. Ein feines Buch, das ich sicherlich mehrfach wieder lesen werde! // Wolfgang Benz u. a. (Hg.): Die Kindertransporte 1938/39 / Nein, noch bin ich nicht durch mit den Themen aus dem Nationalsozialismus: Im März beschäftigte ich mich literarisch mit dem Teilaspekt der Kindertransporte nach England, mit denen um die 10.000 jüdische Kinder aus Mitteleuropa, vorrangig Deutschland, Österreich und Tschechien, nach England emigrieren konnten und damit gerettet wurden, um dem Preis vielfältiger Traumata. Dieses fundierte Sachbuch zeigt gut lesbar diverse Aspekte dazu auf und informiert gründlichst. // Karen Gershon: Wir kamen als Kinder. / Diese Sammlung von anonymisierten Stimmen und Erfahrungsberichten ist nur noch antiquarisch erhältlich und ein engagierter und einigermaßen gelungener Versuch, die Geschichten und Gefühle der geretteten Kinder und Jugendlichen zu veranschaulichen. Die Autorin versuchte, auf diese Weise eine Art „Gespräch“ zu erschaffen; mir persönlich aber wäre eine Sammlung von nicht anonymisierten Stimmen lieber gewesen – ich wüsste doch immer gern, mit wem ich eigentlich spreche … // Anja Salewsky: Der olle Hitler soll sterben! – Erinnerungen an den jüdischen Kindertransport nach England / Absolut überzeugend aber hingegen der einzige andere auf deutsch – allerdings ebenso nur noch antiquarisch – erhältliche Bericht über elf gerettete Kinder und Jugendliche. Die wunderbar packend erzählten Lebensgeschichten haben mich in den Bann gezogen und zwei halbe Nächte Schlaf gekostet. Die Autorin hätte dafür nicht nur einen Preis verdient – und der Verlag für die fehlerfreie Edition! // William Sutcliffe: Auf der anderen Seite. / Dies Jugendbuch, das im vorigen Jahr auf der Liste der Jugendjury zum deutschen Jugendliteraturpreis stand, hat mich hingegen nicht nur enttäuscht, sondern geradezu angeödet. Das spannende Thema – jüdischer Junge aus orthodoxer Siedlung gerät durch Zufall ins Palästinensergebiet – wurde in einer derart durchsichtig durchkonstruierten Handlung so langatmig aufbereitet, dass ich von diesem Autor in Zukunft kein Buch mehr lesen werde. Da half auch das überraschende Ende nicht weiter.

 

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Nachgelesen: westküste denkt queer

Hier ein feiner Bericht zu meiner Lesung am 18. Februar in der Stadtbücherei Husum, verfasst von den beiden äußerst netten Bibliothekarinnen Frau Luther-Feddersen und Frau Sondermann: weiterlesen

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Die Monatsbotin März 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der Februar begann mit einer lange geplanten Bildungsreise: Südostpolen mit Krakau stand auf dem Programm, gefolgt von einem Besuch in Auschwitz. Wer die Buchtipps in den vergangenen Monaten aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass ich mich literarisch schon seit geraumer Zeit mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt habe. Nun stand die direkte Anschauung des größten Konzentrations- und Vernichtungslagers der Nazis an. Zuvor aber besichtigte ich unter fachkundiger Leitung – wie schon in Breslau und vorher noch Serbien erfreute mich mit fein abgestimmten Vorträgen mich mein Freund, der werte Kunsthistoriker und Galerist  – Dr. Stefan Rasche die historische Innenstadt Krakaus, die komplett erhalten geblieben ist und viele Spuren der deutschen Besatzungszeit zeitigt. Über den Umgang unserer polnischen Nachbarn mit den Spuren und Stätten aus der NS-Zeit lässt sich allerdings streiten. Dem ehemaligen Ghetto und seiner nahezu ausgelöschten Bevölkerung – immerhin fast 70000 Menschen – wird zwar mit einer Dauerkunstinstallation im öffentlichen Raum und einem kleinen Museum gedacht, vom KZ Plaszow jedoch sind nur ein paar verwahrloste Ruinen übrig, und das Haus des sadistischen Kommandanten Amon Göth wird gerade zu Wohnzwecken schick renoviert; für Gedenktafeln ist da offenbar kein Raum mehr. Nach einem Abstecher nach Nowa Huta, ist der zweitgrößten sozialistischen Musterstadt weltweit, die in ungepflegtem Zustand auf die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe wartet, verbrachten wir dann zwei Tage in Auschwitz, um sowohl das Stammlager als auch das Arbeits- und Vernichtungslager Birkenau ausführlich zu besuchen. Das war sehr bewegend und verstörend, aber auch irritierend. Das Stammlager präsentiert sich als eine gut organisierte Touristenattraktion, im Gänsemarsch geht es sogar durch die ehemalige Gaskammer, was ich persönlich als extrem unangemessen empfand.  Dennoch, meiner Ansicht nach sollte jeder Deutsche diese Stätte einmal im Leben besuchen, in weiterführenden Schulen sollte das zum Pflichtprogramm in Klasse 10 gehören.

Zuhause erwartete mich erfreuliche Post: meine zehn Belegexemplare meines neuen Kinderbuches „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ (Kosmos, ab 10) waren angekommen! Die turbulente Geschichte um die beiden ungleichen Zwillingsgeschwister handelt unter anderem Tanzkünste, alleinerziehende Väter und moderne Genderthematiken ab; so viele Lesungen wie aus diesem Buch habe ich selten vorab schon vereinbart. Ich bin gespannt, was die Fünft- und Sechstklässler dazu sagen werden!

Spaß gemacht haben mir aber im vergangenen Monat die vier Lesungen in Schleswig-Holstein im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Westküste denkt Queer“. Am 16. Februar in der Stadtbücherei Leck erfreuten mich die interessierten Zuhörerinnen, vornehmlich aus Kreisen des Landfrauenvereins, mit dem Hinweis, dass meine Piper-Taschenbücher ebendort gedruckt wurden (na klar – Druckerei Bosse & Leck!), am nächsten Abend in der Stadtbücherei Heide setzte sich das ebenfalls fast ausschließlich weibliche und sehr interessierte Publikum aus einem weitaus ausgedehnteren Umfeld zusammen. Schon am Morgen hatte ich vor gut vierzig BerufsschülerInnen eine Werkschau präsentiert, am nächsten Morgen wiederum in der Stadtbücherei Husum waren es dann zwei 7. und 8. Klassen, die gebannt „Steingesicht“ und „Liebe macht Anders“ lauschten und hinterher rege Fragen stellten. Alles in allem eine sehr gelungene Lesereise in mein Geburtsbundesland; ich hoffe, die nächste lässt nicht allzu lang auf sich warten!

Geschrieben habe ich natürlich auch – mein Ziel von 40 Seiten für mein privates Romanprojekt habe ich dabei nicht ganz erreicht, aber dafür gibt es gute Gründe: die vielen Anmeldungen für die Onlineworkshops nämlich. Das Biografische Schreiben ist dabei der Favorit, und genau dieser Workshop ist auch der am meisten arbeitsintensive für mich – der aber ungemein viel Spaß macht. Darin stehen ihm allerdings die anderen sowie die beiden sehr vielversprechenden gerade laufenden Schreibcoachings in nichts nach …

Und was kommt?

Neben den weiter laufenden Workshops natürlich die nächsten 40 Seiten des privaten Romanprojekts, das im April dann fertig werden soll. Dazu wollen noch zwei Kinderbuchexposés geschrieben werden, die mir seit längerem im Kopf herumspuken – so etwas muss dann mal endlich in Kurzform aufs Papier, damit es erst mal Ruhe gibt. Und dann stehen die ersten Lesungen aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ an: am 16. März in der Stadtbücherei Falkenberg, am 19. und 20. März dann auf der Leipziger Buchmesse. Und dazwischen bin ich am 18. Zu meiner großen Freude erneut Mitglied der Jury zur Bezirksausscheidung des Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen in der Zentralbibliothek Tempelhof-Schöneberg. Auf die aufgeregten VorleserInnen freue ich mich ganz besonders, schließlich ging es mir damals in grauer Vorzeit als 6.Klässlerin in der Meppener Musikschule beim Kreisausscheid genauso. In ebenjener Musikschule, das am Rande bemerkt, hatte ich nicht nur jahrelang Blockflötenunterricht, sondern heute wohnt meine Mutter direkt daneben, sodass ich bei jedem Besuch in Erinnerungen schwelgen kann. Was ich ohnehin sehr gern mache …

Einen erquicklichen Ostermonat wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im März: 19. März, Messe Leipzig, Lesebude 1, 16h: Lesung aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ // 20. März, Leipzig, Lesebude 1, 15.30H: Lesung aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“

Onlineworkshops: Informationen und Anmeldung für die Workshops „Kreativ-Quickie“, „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend. / Selten hat mich ein biographisches Werk derart gefesselt wie dieses. Zum Glück hat Ruth Klüger anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung Auschwitz‘ vorm deutschen Bundestag ihre bewegende Rede gehalten, sonst wäre mir dieses Werk womöglich entgangen. In klarer, berichtet Klüger von ihrer zusehends mehr eingeschränkten Kindheit in Wien, der Deportation nach Theresienstadt, Auschwitz und Groß-Rosen und den Folgen, die diese Zeit auf ihr ganzes Leben hatte. Entstanden während des Aufenthaltes einer Gastprofessur in Göttingen, macht das schmerzlich direkte Werk deutlich, welchen einschneidenden Aderlass an intellektuellen und kreativen Köpfen Deutschland auch noch lange nach Ende der Kriegszeit selbst verschuldet hat. Um es mit Robin Williams zu sagen: „You killed all the funny people.“ Und um die anderen klugen Köpfe zu halten, tat Deutschland später einfach zu wenig. // Thomas Buergenthal: Ein Glückskind. Wie ich als kleiner Junge Auschwitz überlebte und ein neues Leben fand. / In dieselbe Kategorie gehört die Biografie des gebürtigen Tschechen, dessen deutschstämmige Eltern bereits 1933 die Katastrophe vorausahnten, ihr aber dennoch nicht mehr entfliehen konnten. Buergenthal, der nach dem Krieg Jura studierte sich als Richter am Interamerikanischen Gerichtshof, der UN-Wahrheitskommission und des Internationalen Gerichtshof zeitlebens aktiv für die Menschenrechte einsetzte, wurde als 11jähriger aus Sachsenhausen befreit und fand nach großen Wirren seine Mutter – in Göttingen (!) – wieder, zog aber bereits als Jugendlicher nach Amerika. Tipp: Klügers und Buergenthals Bücher direkt hintereinander lesen! // Peter van Gerstel: Wintereis. / Auf der Zeitschiene geht es direkt in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1947 nach Amsterdam, wo der 12jährige Thomas Freundschaft mit dem gleichaltrigen Piet und dessen etwas älterer Cousine schließt. Um deren Familie rankt sich ein trauriges Geheimnis, das sich Thomas, der mit dem Zerfall der eigenen Familie zu kämpfen hat, nur langsam erschließt. Dies sehr poetische, sprachgewaltige Jugendbuch rankt sich um eine große Freundschaft und das Aushalten von Verlust, und wieder rettet sich ein junger Jude nach Amerika, zum großen Kummer der Zurückbleibenden. // Petra Ivanov: Escape / Kein anderes Jugendbuch wurde mir von Schweizer Jugendlichen so oft empfohlen wie dies – zu Recht: Escape erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe, zwischen Leotrim, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, und der Schweizerin Nicole. Leotrims Aufbegehren gegen den despotischen Vater und sein innerer Zwiespalt zwischen den eigenen Wünschen und dem Festhalten am Familienverbund ist spannend und einfühlsam erzählt; in deutsche Verhältnisse übersetzt, werden sich auch viele türkische und arabische Jugendliche hier wiederfinden, so sie sich denn zur Lektüre entschlössen … // Christine Fèher: Weil ich so bin. / Kurze, prägnante Lektüre für leseschwache SchülerInnen zu aktuellen Themen, unter dieser Prämisse lassen sich die Werke der neuen Reihe „Carlsen Clip“ zusammenfassen. Das Werk der preisgekrönten Berliner Jugendbuchautorin Christine Féher erzählt von Jona, 15 Jahre alt, intersexuell, der/die sich relativ mühelos über die Konventionen hinwegzusetzen vermag und mal im Kleid, mal in Hosen in der Schule erscheint. Für mein Empfinden vielleicht ein wenig zu mühelos, aber ein guter Einstieg ins Thema für die richtige Zielgruppe. Und ein Happy-End gibt’s auch noch dazu!

 

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