„Dafür dann doch …“

Das Private ist auch immer ein wenig politisch: Dazu ein kleiner Beitrag in

„Mein lesbisches Auge 16“ MLA, erschienen im konkursbuch Verlag.

 

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Die Monatsbotin Juni 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreiunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der Wonnemonat Mai war angefüllt mit interessanten Tätigkeiten: Zunächst einmal mit der Überarbeitung des privaten Buchprojektes, das in den letzten eineinhalb Jahren gediehen und im April dann abgeschlossen wurde. Dazu musste ich dann einige dezidierte Leserinnenmeinungen einholen, die ich dann wiederum einarbeitete – und noch einarbeiten werde; in den nächsten Tagen werde ich dann endgültig fertig werden. Alles weitere dazu folgt in der August-Monatsbotin!
Parallel dazu habe ich mit der Arbeit an meinem neuesten Kinderbuch begonnen, und das wird auch Zeit: „Frieda Fricke“ wird nämlich vorgezogen und deshalb schon im Frühjahr 2017 erscheinen. Das ist aber kein Problem, denn gut ein Drittel des Romans für Kinder ab 8, der in Schleswig-Holstein spielen und von eigenwilligen kleinen Mädchen, dementen Omas und sanftmütigen Kühen handeln wird, ist schon fertig. Mitte Juli ist Abgabe, das dürfte locker zu schaffen sein!

Allerdings habe ich parallel dazu noch ein höchst spannendes Lektorat übernommen, über das ich leider noch nichts erzählen kann. Schließlich muss das interessante Thema noch geheim bleiben, damit kein anderer es dem Autoren und mir, seiner Lektorin, wegschnappen kann …

Und natürlich waren da dann auch noch die Online-Workshops, die sich reger Beliebtheit erfreuen, allen voran natürlich immer noch der Kreativ-Quickie: in acht Lektionen zum Geschichtenschreiben.

Und vorgelesen habe ich natürlich noch: am 3. Mai im andersraum Vielfalt in Hannover aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ – eine höchst vergnügliche Lesung vor vollem Hause; am 28. Texte von Brigitte Reimann im Rheinsberger Schloss – auf Einladung der Usher-Gruppe Berlin/Brandenburg des Vereins Leben mit Usher e.V., gemeinsam mit dem Schauspieler Olaf Brinkmann, der Reimanns Lebensgefährten Siegfried Pitschmann gab.

Dazwischen übrigens reiste ich mit meiner Lieblingsreisegruppe (vier Erwachsene, ein Knabe und ein Mischlingsrüde) zu einer Kurzreise in den Harz, um u.a. auf den Spuren meiner Verwandschaft zu wandeln – im schönen Hasselfelde (wo ich bei einem freundlichen Hundeschulenbesitzer Hundefutter erwarb) leuchtete uns dann auch mein Nachname auf diversen Leuchtreklamen und Werbetafeln entgegen: Foto-Fernseh-Fessel, Fessel Kunstschmiede und so weiter … Wer davon mit meinem aus Hasselfelde stammenden Urgroßvater verwandt war, ließ sich im Vorbeifahren zwar nicht ausmachen, aber dennoch: ein einprägsames Erlebnis. Und das Hotel Viktoria Luise in Blankenburg ist meine Hotelempfehlung der ersten Jahreshälfte 2016!

Und was kommt?

Hauptsächlich dasselbe wie im letzten Monat: die Arbeit an den Onlineworkshops, „Frieda Fricke“ und dem Lektorat. Wer mich wieder offiziell lesen hören und sehen möchte oder live bei einem Schreibworkshop erleben möchte, der muss bis Juli warten.  Und inzwischen den frühsommerlichen Juni genießen!

Einen mildwarmen Juni wünscht Karen-Susan Fessel!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies beginnen am 6. Juni und 5. September! Informationen und Anmeldung, auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“  sowie Einzelcoaching, unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Elke Heidenreich: Alles kein Zufall. Kurze Geschichten / Lauter Miniaturen, alphabetisch geordnet, aus dem Leben einer nachdenklichen Frau, die es nicht einfach hatte, sich aber einen scharfen Blick und sehr viel Humor bewahrt hat. Ein Lesevergnügen mit Mehrwert! // Anna Enquist: Die Eisträger / Seit langem schon stehen niederländische Autorinnen ganz oben auf meiner Beliebtheitsliste: zu den wunderbaren Schriftstellerinnen Carl Friedmann, Renate Dorrestein und Connie Palmen hat sich nun auch noch Anna Enquist gesellt, die so lakonisch-eindringlich von einer zerrütteten Ehe erzählt, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. Freue mich schon auf ihr nächstes Buch. // Bryan Stenvenson: Ohne Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA / Ebenso wenig weglegen konnte ich dieses umfangreiche, packend recherchierte Werk des US-amerikanischen Bürgerrechtlers und Professors, der sich seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und die Wahrung der Menschenrechte einsetzt und beides auch für die Insassen der Todeszellen fordert. Dass die Gesetzeslage sich endlich geändert hat und in den USA nicht mehr, wie noch bis vor kurzem, 13-jährige zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt werden dürfen, ist unter anderem diesem engagierten Mann zu verdanken, der weiterhin nicht vorhat, klein beizugeben. // Elisabeth Åsbrink: Und im Wienerwald stehen immer noch die Bäume / Nicht überzeugt, sondern eher ein wenig gelangweilt hat mich dagegen dies vielgelobte Werk über die Lebensgeschichte eines österreichischen Juden, der im Alter von 13 Jahren durch die Ausreise nach Schweden vor dem nationalsozialistischen Vernichtungswillen gerettet werden konnte. Die Autorin schwelgt in metaphorisch angereicherten Überlegungen und Interpretationen, spickt ihren Text mit rhetorischen Fragen und versucht, die Lebensgeschichte des jungen Wieners durch die Gegenüberstellung mit Ingvar Kamprad, dem IKEA-Gründer und zeitweiligen Freund des jungen Mannes, auf ein historisch bedeutsameres Niveau zu hieven. Dessen hätte es nicht bedurft, hier wäre weniger mehr gewesen.

 

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Die Monatsbotin Mai 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die zweiunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der April war diesmal weniger stürmisch denn eher angenehm ruhig – perfekte Voraussetzungen zum Arbeiten am Schreibtisch. Und so gelang auch punktgenau das, was ich mir vorgenommen hatte: mein privates Buchprojekt zu Ende zu schreiben. Genau 70 Seiten schrieb ich im April, und damit hat das Buch, das ich vor eineinhalb Jahren begonnen habe und zu dem ich schon ein Dreivierteljahr zuvor erste Notizen machte, nun einen Umfang von 226 Seiten. Die habe ich dann gleich nochmal überarbeitet und einer befreundeten Lektorin zum Korrekturlesen geschickt.

Was für ein Luxus – ein ganzes Buch ohne jegliche vertragliche Verpflichtung nur für mich selbst zu schreiben – und zu einem ganz bestimmten Zweck, den ich allerdings noch bis zum Juli hüten muss, und damit auch zwangsläufigerweise den Inhalt. Aber danach verspreche ich Aufklärung – und wer weiß, vielleicht erscheint das recht biografische Werk auch eines Tages in einem Verlag …

Und sonst noch? Vier höchst erfrischende Lesungen aus dem neuen Kinderbuch „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, zwei davon in Berlin, und zwar am 13. April in der Zentralen Landesbibliothek in Berlin-Kreuzberg gleich um die Ecke (näher am heimischen Schreibtisch geht es wohl kaum!) und eine Woche später am 20. in der Michael-Ende-Bibliothek in Prenzlauer Berg. Jeweils zwei Schulklassen lauschten gebannt den turbulenten Abenteuern von Milla und Mika, den ungleichen, tanzbegeisterten Zwillingen. Und auch einen Tag später am 21. April in der Grundschule Menschenskinder im brandenburgischen Schönwalde-Glien war die Begeisterung groß: auch die Jungs der 6. Klassen ließen sich nicht vom pinkfarbenen Cover schrecken.

Mit klassischen Geschlechterrollen hatte auch die Kurzlesung mit anschließender Langdiskussion im Schwulen Museum am 15. April nicht viel zu tun, bei der ich zwei Passagen aus „Bilder von ihr“ und „Steingesicht“ vortrug. „Jetzt sind wir jung: Was bedeutet es heute, LSBTI* zu sein? Eine Diskussion über Schubladen, Sexualität und die neue Selbstbestimmung“ hieß die  engagiert organisierte Veranstaltung, bei der auch Julian Mars aus seinem Erstling „Jetzt sind wir jung“ vortrug und das vorrangig junge Publikum mit weiteren „Fachleuten“ wie Detlef Mücke, einer der Gründer des Museums, Joe G. und Tilmann Warnecke vom Tagesspiegel Positionen debattieren konnte. Zeitweilig etwas zäh, aber durchaus sehr interessant!

Und was kommt?

 

Das nächste Buch natürlich: „Frieda Fricke“ soll schließlich im kommenden Jahr die jüngeren LeserInnen ab 8 Jahren erfreuen! In diesem Monat geht es an die Arbeit, im Juli spätestens wird es abgeschickt an meine schon sehr gespannte Lektorin in Kosmos Verlag. Eingerahmt wird die Schreibarbeit von zwei Veranstaltungen: am 3. Mai lese ich im andersraum Vielfalt in Hannover aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“, am 28. Texte von Brigitte Reimann im Rheinsberger Schloss – auf Einladung der Usher-Gruppe Berlin/Brandenburg des Vereins Leben mit Usher e.V. (leider eine nicht-öffentliche Veranstaltung). Das passt vor allem auch thematisch gut, denn einen Jugendroman, in dem das Usher-Syndrom eine wesentliche Rolle spielt, habe ich gerade in Planung …

Einen frühlingshaften Wonnemonat Mai wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Mai: 3. Mai, Hannover, andersraum / Vielfaltzentrale e.V., Asternstr. 2, 30167 Hannover, 19h: Lesung aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ Thema „Jung und LSBTI* heute“

Onlineworkshops: Informationen und Anmeldung für die Workshops „Kreativ-Quickie“, „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ (Achtung: neue Termine!) sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Tana French: Geheimer Ort. Thriller / Nach der vielen schweren Lektüre zum Thema Nationalsozialismus mal wieder ein Thriller, der es allerdings auch in sich hatte: Die sehr spannende Story um den Mord an einem Internatsschüler bot wirklich faszinierende Einblicke in die Abgründe pubertärer Sehnsüchte. Vielleicht ein wenig zu detailüberfrachtet, aber eindeutig ein Thriller der tiefgründigeren Sorte // Peter Wohlleben: Menschenspuren im Wald / Jaja, der Wald … wer wissen möchte, was die ominösen Zeichen an den Bäumen im Wald bedeuten und wofür Brombeerranken mitten im Dickicht ein Zeichen sind, der ist mit diesen sehr interessanten Waldführer der anderen Art gut beraten. Ich werde nun mit offenen Augen durchs Unterholz wandern.  // Emma Donoghue: Raum / Stand mehrere Jahre lang ungelesen in meinem Regal, nun habe ich es dann doch hervorgekramt, nachdem der gleichnamige Film angelaufen und hochgelobt wird. Und dieses absolut packende literarische Kammerspiel ist schlagartig zu einem meiner Lieblingsbücher avanciert. Selten habe ich so atemlos weiterlesen wollen und mich noch in meinen Träumen mit der dramatischen Geschichte des fünfjährigen Jack und seiner im Alter von 21 Jahren gekidnappten Mutter befasst. Absolute Empfehlung!

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Die Monatsbotin April 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die einunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der März ist klassischerweise der Premierenmonat für die Frühjahrsbücher – die dann auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden. Diese fand in diesem Jahr in der Monatsmitte statt, und zu meiner Freude hatte ich gleich zweimal das Vergnügen, mein neues Kinderbuches „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ (Kosmos, ab 10) dem interessierten Lesepublikum in der Lesebude 1 auf dem Messegelände zu präsentieren. Am Samstag, dem 19., reiste ich mit dem Zug an und wieder ab, am Sonntag, dem 20., mit dem Auto und in liebreizender Begleitung: Lebensgefährtin und Sohn im passenden Alter waren mit von der Partie. Und waren prompt auch ein bisschen beeindruckt von der begeisterten Zuhörerschar und dem anschließenden Kaufrausch: alle zwanzig Messeexemplare (mehr dürfen auf der Messe nach einer Lesung nicht verkauft werden, um keine Staus zu provozieren) wurden in Windeseile verkauft, und zwar an vier Knaben und zwölf Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren, zwei Mütter, einen Vater und eine Großmutter. Das weiß ich, weil ich sie alle danach gefragt habe … Spaß hat das gemacht, desgleichen die Lesung am Vortag. Bei der ich nicht nur das Vergnügen hatte, von der Pressechefin des Verlages, Silke Ruoff, charmant vorgestellt und von ihrer Mitarbeiterin Vanessa Ludwig vorteilhaft fotografiert zu werden, sondern ich lernte zudem noch endlich einmal Katrin Höfer persönlich kennen, deren spannende Firmen- und Familiengeschichte „Fenstergeschichten. FritzGlock“ ich im letzten Jahr lektoriert hatte. Ein sehr schönes Buch ist draus geworden!

Die eigentliche Premiere von „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ hatte ich jedoch schon einige Tage zuvor in der Astrid-Lindgren-Schule in Falkenberg/Elster, wo ich am 16. März die Reaktionen der Fünft- und Sechstklässler testen durfte. Mit durchweg positiver Resonanz zum Glück!

Und dazwischen ging es am 18. für mich in die Zentralbibliothek Tempelhof-Schöneberg, als Mitglied der Jury zur Bezirksausscheidung des Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen. Vier junge Damen traten an, Gewinnerin mit hauchdünnem Vorsprung: Marta Westerholt von der Fläming-Grundschule, mit dem Buch „The school  for good and evil“  von Soman Chainani. Welches übrigens das Söhnchen auch gerade liest. So schließen sich die Kreise …

Das war es auch schon mit den Veranstaltungen in diesem Monat, denn schreiben musste ich ja schließlich auch noch. Zuallererst mein privates Romanprojekt, das ich in diesem Monat dann in der Rohfassung zu Ende bringen möchte, aber auch einige weitere Texte und Exposés. Und auf Trab gehalten haben mich noch dazu die Onlineworkshops und Schreibcoachings. Die nun wiederum so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass ich die Einsteigezeiten reduzieren musste: beim Kreativ-Quickie ist ein Einstieg nur noch zum Monatsanfang möglich, das nächste Mal am 2. April.

Pünktlich zum Monatsende übrigens lag gestern dann auch mein letztes umfangreiches Fremdlektorat auf dem Tisch: „Abenteuer Vertrauen“ von Maike Maja Nowak, frisch erschienen im Mosaik Verlag, ein Muss nicht nur für Hundefans …

Und was kommt?

Neben den weiter laufenden Workshops natürlich der Rest meines privaten Romanprojektes. Und dann stehen die nächsten Lesungen aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ an: am 13. April in der Zentral- und Landesbibliothek um die Ecke, der früheren AGB, dann am 20. in in der Michael-Ende-Bibliothek in Pankow und am nächsten Tag wiederum in der Grundschule Menschenskinder in Schönwalde-Glien, wo vermutlich wieder meine Lieblingsblumen, die Buschwindröschen, in rauen Mengen im nahegelegenen Wäldchen blühen. Auf den anschließenden Spaziergang mit Hund Luki freue ich mich jetzt schon!

Für Teenager und Erwachsene gibt es auch noch eine kurzfristige Veranstaltung im April: Am 15. lese ich ab 19h erstmalig im Schwulen Museum Auszüge aus verschiedenen Büchern und diskutieren mit weiteren Autoren und Fachleuten zum Thema „Jung und LSBTI* heute“. Wer genauer wissen möchte, was das nun bedeuten soll: hier klicken!

Einen wechselhaften April wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im März: 15. April, Berlin, Schwules Museum, Lützowstr. 73, 10785 Berlin, 19h: Kurzlesungen und Diskussion zum Thema „Jung und LSBTI* heute“

Onlineworkshops: Informationen und Anmeldung für die Workshops „Kreativ-Quickie“, „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Ruth Klüger: unterwegs verloren. Erinnerungen / Die Fortsetzung der in der letzten Monatsbotin besprochenen Kindheits- und Jugenderinnerungen „weiter leben“, nicht minder eindringlich, ungemein spannend. Besonders begeistert hat mich Klügers wahrlich kluger Blick auf die frühen Tage der Emanzipation und ihre feministische Weit- und Weltsicht. Ein feines Buch, das ich sicherlich mehrfach wieder lesen werde! // Wolfgang Benz u. a. (Hg.): Die Kindertransporte 1938/39 / Nein, noch bin ich nicht durch mit den Themen aus dem Nationalsozialismus: Im März beschäftigte ich mich literarisch mit dem Teilaspekt der Kindertransporte nach England, mit denen um die 10.000 jüdische Kinder aus Mitteleuropa, vorrangig Deutschland, Österreich und Tschechien, nach England emigrieren konnten und damit gerettet wurden, um dem Preis vielfältiger Traumata. Dieses fundierte Sachbuch zeigt gut lesbar diverse Aspekte dazu auf und informiert gründlichst. // Karen Gershon: Wir kamen als Kinder. / Diese Sammlung von anonymisierten Stimmen und Erfahrungsberichten ist nur noch antiquarisch erhältlich und ein engagierter und einigermaßen gelungener Versuch, die Geschichten und Gefühle der geretteten Kinder und Jugendlichen zu veranschaulichen. Die Autorin versuchte, auf diese Weise eine Art „Gespräch“ zu erschaffen; mir persönlich aber wäre eine Sammlung von nicht anonymisierten Stimmen lieber gewesen – ich wüsste doch immer gern, mit wem ich eigentlich spreche … // Anja Salewsky: Der olle Hitler soll sterben! – Erinnerungen an den jüdischen Kindertransport nach England / Absolut überzeugend aber hingegen der einzige andere auf deutsch – allerdings ebenso nur noch antiquarisch – erhältliche Bericht über elf gerettete Kinder und Jugendliche. Die wunderbar packend erzählten Lebensgeschichten haben mich in den Bann gezogen und zwei halbe Nächte Schlaf gekostet. Die Autorin hätte dafür nicht nur einen Preis verdient – und der Verlag für die fehlerfreie Edition! // William Sutcliffe: Auf der anderen Seite. / Dies Jugendbuch, das im vorigen Jahr auf der Liste der Jugendjury zum deutschen Jugendliteraturpreis stand, hat mich hingegen nicht nur enttäuscht, sondern geradezu angeödet. Das spannende Thema – jüdischer Junge aus orthodoxer Siedlung gerät durch Zufall ins Palästinensergebiet – wurde in einer derart durchsichtig durchkonstruierten Handlung so langatmig aufbereitet, dass ich von diesem Autor in Zukunft kein Buch mehr lesen werde. Da half auch das überraschende Ende nicht weiter.

 

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Nachgelesen: westküste denkt queer

Hier ein feiner Bericht zu meiner Lesung am 18. Februar in der Stadtbücherei Husum, verfasst von den beiden äußerst netten Bibliothekarinnen Frau Luther-Feddersen und Frau Sondermann: weiterlesen

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Die Monatsbotin März 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Der Februar begann mit einer lange geplanten Bildungsreise: Südostpolen mit Krakau stand auf dem Programm, gefolgt von einem Besuch in Auschwitz. Wer die Buchtipps in den vergangenen Monaten aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass ich mich literarisch schon seit geraumer Zeit mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt habe. Nun stand die direkte Anschauung des größten Konzentrations- und Vernichtungslagers der Nazis an. Zuvor aber besichtigte ich unter fachkundiger Leitung – wie schon in Breslau und vorher noch Serbien erfreute mich mit fein abgestimmten Vorträgen mich mein Freund, der werte Kunsthistoriker und Galerist  – Dr. Stefan Rasche die historische Innenstadt Krakaus, die komplett erhalten geblieben ist und viele Spuren der deutschen Besatzungszeit zeitigt. Über den Umgang unserer polnischen Nachbarn mit den Spuren und Stätten aus der NS-Zeit lässt sich allerdings streiten. Dem ehemaligen Ghetto und seiner nahezu ausgelöschten Bevölkerung – immerhin fast 70000 Menschen – wird zwar mit einer Dauerkunstinstallation im öffentlichen Raum und einem kleinen Museum gedacht, vom KZ Plaszow jedoch sind nur ein paar verwahrloste Ruinen übrig, und das Haus des sadistischen Kommandanten Amon Göth wird gerade zu Wohnzwecken schick renoviert; für Gedenktafeln ist da offenbar kein Raum mehr. Nach einem Abstecher nach Nowa Huta, ist der zweitgrößten sozialistischen Musterstadt weltweit, die in ungepflegtem Zustand auf die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe wartet, verbrachten wir dann zwei Tage in Auschwitz, um sowohl das Stammlager als auch das Arbeits- und Vernichtungslager Birkenau ausführlich zu besuchen. Das war sehr bewegend und verstörend, aber auch irritierend. Das Stammlager präsentiert sich als eine gut organisierte Touristenattraktion, im Gänsemarsch geht es sogar durch die ehemalige Gaskammer, was ich persönlich als extrem unangemessen empfand.  Dennoch, meiner Ansicht nach sollte jeder Deutsche diese Stätte einmal im Leben besuchen, in weiterführenden Schulen sollte das zum Pflichtprogramm in Klasse 10 gehören.

Zuhause erwartete mich erfreuliche Post: meine zehn Belegexemplare meines neuen Kinderbuches „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ (Kosmos, ab 10) waren angekommen! Die turbulente Geschichte um die beiden ungleichen Zwillingsgeschwister handelt unter anderem Tanzkünste, alleinerziehende Väter und moderne Genderthematiken ab; so viele Lesungen wie aus diesem Buch habe ich selten vorab schon vereinbart. Ich bin gespannt, was die Fünft- und Sechstklässler dazu sagen werden!

Spaß gemacht haben mir aber im vergangenen Monat die vier Lesungen in Schleswig-Holstein im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Westküste denkt Queer“. Am 16. Februar in der Stadtbücherei Leck erfreuten mich die interessierten Zuhörerinnen, vornehmlich aus Kreisen des Landfrauenvereins, mit dem Hinweis, dass meine Piper-Taschenbücher ebendort gedruckt wurden (na klar – Druckerei Bosse & Leck!), am nächsten Abend in der Stadtbücherei Heide setzte sich das ebenfalls fast ausschließlich weibliche und sehr interessierte Publikum aus einem weitaus ausgedehnteren Umfeld zusammen. Schon am Morgen hatte ich vor gut vierzig BerufsschülerInnen eine Werkschau präsentiert, am nächsten Morgen wiederum in der Stadtbücherei Husum waren es dann zwei 7. und 8. Klassen, die gebannt „Steingesicht“ und „Liebe macht Anders“ lauschten und hinterher rege Fragen stellten. Alles in allem eine sehr gelungene Lesereise in mein Geburtsbundesland; ich hoffe, die nächste lässt nicht allzu lang auf sich warten!

Geschrieben habe ich natürlich auch – mein Ziel von 40 Seiten für mein privates Romanprojekt habe ich dabei nicht ganz erreicht, aber dafür gibt es gute Gründe: die vielen Anmeldungen für die Onlineworkshops nämlich. Das Biografische Schreiben ist dabei der Favorit, und genau dieser Workshop ist auch der am meisten arbeitsintensive für mich – der aber ungemein viel Spaß macht. Darin stehen ihm allerdings die anderen sowie die beiden sehr vielversprechenden gerade laufenden Schreibcoachings in nichts nach …

Und was kommt?

Neben den weiter laufenden Workshops natürlich die nächsten 40 Seiten des privaten Romanprojekts, das im April dann fertig werden soll. Dazu wollen noch zwei Kinderbuchexposés geschrieben werden, die mir seit längerem im Kopf herumspuken – so etwas muss dann mal endlich in Kurzform aufs Papier, damit es erst mal Ruhe gibt. Und dann stehen die ersten Lesungen aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ an: am 16. März in der Stadtbücherei Falkenberg, am 19. und 20. März dann auf der Leipziger Buchmesse. Und dazwischen bin ich am 18. Zu meiner großen Freude erneut Mitglied der Jury zur Bezirksausscheidung des Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen in der Zentralbibliothek Tempelhof-Schöneberg. Auf die aufgeregten VorleserInnen freue ich mich ganz besonders, schließlich ging es mir damals in grauer Vorzeit als 6.Klässlerin in der Meppener Musikschule beim Kreisausscheid genauso. In ebenjener Musikschule, das am Rande bemerkt, hatte ich nicht nur jahrelang Blockflötenunterricht, sondern heute wohnt meine Mutter direkt daneben, sodass ich bei jedem Besuch in Erinnerungen schwelgen kann. Was ich ohnehin sehr gern mache …

Einen erquicklichen Ostermonat wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im März: 19. März, Messe Leipzig, Lesebude 1, 16h: Lesung aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ // 20. März, Leipzig, Lesebude 1, 15.30H: Lesung aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“

Onlineworkshops: Informationen und Anmeldung für die Workshops „Kreativ-Quickie“, „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend. / Selten hat mich ein biographisches Werk derart gefesselt wie dieses. Zum Glück hat Ruth Klüger anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung Auschwitz‘ vorm deutschen Bundestag ihre bewegende Rede gehalten, sonst wäre mir dieses Werk womöglich entgangen. In klarer, berichtet Klüger von ihrer zusehends mehr eingeschränkten Kindheit in Wien, der Deportation nach Theresienstadt, Auschwitz und Groß-Rosen und den Folgen, die diese Zeit auf ihr ganzes Leben hatte. Entstanden während des Aufenthaltes einer Gastprofessur in Göttingen, macht das schmerzlich direkte Werk deutlich, welchen einschneidenden Aderlass an intellektuellen und kreativen Köpfen Deutschland auch noch lange nach Ende der Kriegszeit selbst verschuldet hat. Um es mit Robin Williams zu sagen: „You killed all the funny people.“ Und um die anderen klugen Köpfe zu halten, tat Deutschland später einfach zu wenig. // Thomas Buergenthal: Ein Glückskind. Wie ich als kleiner Junge Auschwitz überlebte und ein neues Leben fand. / In dieselbe Kategorie gehört die Biografie des gebürtigen Tschechen, dessen deutschstämmige Eltern bereits 1933 die Katastrophe vorausahnten, ihr aber dennoch nicht mehr entfliehen konnten. Buergenthal, der nach dem Krieg Jura studierte sich als Richter am Interamerikanischen Gerichtshof, der UN-Wahrheitskommission und des Internationalen Gerichtshof zeitlebens aktiv für die Menschenrechte einsetzte, wurde als 11jähriger aus Sachsenhausen befreit und fand nach großen Wirren seine Mutter – in Göttingen (!) – wieder, zog aber bereits als Jugendlicher nach Amerika. Tipp: Klügers und Buergenthals Bücher direkt hintereinander lesen! // Peter van Gerstel: Wintereis. / Auf der Zeitschiene geht es direkt in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1947 nach Amsterdam, wo der 12jährige Thomas Freundschaft mit dem gleichaltrigen Piet und dessen etwas älterer Cousine schließt. Um deren Familie rankt sich ein trauriges Geheimnis, das sich Thomas, der mit dem Zerfall der eigenen Familie zu kämpfen hat, nur langsam erschließt. Dies sehr poetische, sprachgewaltige Jugendbuch rankt sich um eine große Freundschaft und das Aushalten von Verlust, und wieder rettet sich ein junger Jude nach Amerika, zum großen Kummer der Zurückbleibenden. // Petra Ivanov: Escape / Kein anderes Jugendbuch wurde mir von Schweizer Jugendlichen so oft empfohlen wie dies – zu Recht: Escape erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe, zwischen Leotrim, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, und der Schweizerin Nicole. Leotrims Aufbegehren gegen den despotischen Vater und sein innerer Zwiespalt zwischen den eigenen Wünschen und dem Festhalten am Familienverbund ist spannend und einfühlsam erzählt; in deutsche Verhältnisse übersetzt, werden sich auch viele türkische und arabische Jugendliche hier wiederfinden, so sie sich denn zur Lektüre entschlössen … // Christine Fèher: Weil ich so bin. / Kurze, prägnante Lektüre für leseschwache SchülerInnen zu aktuellen Themen, unter dieser Prämisse lassen sich die Werke der neuen Reihe „Carlsen Clip“ zusammenfassen. Das Werk der preisgekrönten Berliner Jugendbuchautorin Christine Féher erzählt von Jona, 15 Jahre alt, intersexuell, der/die sich relativ mühelos über die Konventionen hinwegzusetzen vermag und mal im Kleid, mal in Hosen in der Schule erscheint. Für mein Empfinden vielleicht ein wenig zu mühelos, aber ein guter Einstieg ins Thema für die richtige Zielgruppe. Und ein Happy-End gibt’s auch noch dazu!

 

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Neues Kinderbuch erschienen!

Da ist es – kaum ausgepackt, schon wird es gelesen: „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, WP_20160212_11_45_49_Pro[1]

gerade eben im Kosmos Verlag erschienen. Nicht nur für Mädchen ab 10!

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Die Monatsbotin Februar 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die neunundzwanzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Wie der Dezember flog auch der Januar nur geradezu an mir vorbei. Als alte Statistikliebhaberin schrieb ich mir diesmal ganz genau auf, woran ich wie lange arbeitete – um festzustellen, dass ich meine für den Monat hoch gesteckten Ziele nicht ganz erreicht habe. Aber immerhin ist doch einiges geschafft: Als Erstes galt es, das Lektorat für das neue Buch der „Hundeflüstererin“ Maike Maja Nowak fertigzustellen. Spontan war ich anstelle der eigentlichen Lektorin, die Ende November in Mutterschutz ging, eingesprungen, und nun galt es, die versierte Autorin („Wanja und die wilden Hunde“) konzeptionell zu beraten und die am Ende gut 350 Seiten sorgfältig zu lektorieren. Das machte mir viel Spaß, und ich freue mich auf den 11. April – dann nämlich erscheint „Abenteuer Vertrauen“ im Mosaik Verlag.

Noch ein weiteres Lektorat galt es endgültig abzusegnen; mehr dazu im nächsten Monat, und natürlich nahmen auch die Online-Workshops einige Zeit in Anspruch. Neben dem Kreativ-Quickie läuft gerade der Workshop „Biografisches Schreiben“; ein weiterer Kreativ-Quickie ist in einen Kreativ-Langzeitworkshop mit fünfmonatiger Laufzeit verlängert; auch das ist also möglich!

Geschrieben habe ich zunächst – ein lustiger Zufall – ein Nachwort für die Lehrerhandreichung zur Neuausgabe von „Ein Stern namens Mama“ und ein Vorwort für die Neuausgabe von … ja, genau, von „Bilder von ihr“. Und das genau ist dann auch die Lösung für das Preisrätsel der Januar-Monatsbotin, das diesmal ein großes Echo fand. Am schnellsten lagen Alexandra B. aus Hannover, Susanne G. aus München und Heidi K. aus Berlin richtig: 1996 erstmalig veröffentlicht, wird der „Klassiker“ der Frauen- und Lesbenliteratur in diesem Frühling im Berliner Querverlag neu aufgelegt, mit neuem Cover, einem Vorwort der Autorin und einem Nachwort der Verlegerin. Und noch dazu als Taschenbuch und eBook zugleich – perfekt also für den Osterurlaub!

Weiterhin habe ich wie angekündigt die Arbeit an meinem privaten Buchprojekt für Erwachsene wieder aufgenommen. Fast ein Dreivierteljahr hat das Projekt zwischenzeitlich auf Eis gelegen, jetzt aber habe ich in diesem Monat knapp 20 Seiten verfasst, bis spätestens Ende Juni soll das Buch fertig sein.

Der Vertrag für das neue Kinderbuch ab 8 Jahren (Arbeitstitel: Frieda Fricke – unmöglich!) ist unterschrieben, voraussichtlich im nächsten Frühjahr wird es im Kosmos-Verlag erscheinen. Wann ich es schreibe? Noch in dieser ersten Jahreshälfte, also ebenfalls bis Ende Juni …

Und was kommt?

… womit ich ja schon wieder in der Zukunft angelangt bin. Aber erstmal schreiben wir nun Februar, und der beginnt mit einer Bildungsreise nach Krakau und Auschwitz. Zwar taten wir uns ein wenig schwer mit der Entscheidung, ins zunehmend in restriktive politische Verhältnisse zurückfallende Polen zu reisen, aber nachdem ich mich nun über ein Jahr lang intensiv noch einmal mit dem Nationalsozialismus und seinen katastrophalen Auswüchsen in Gestalt der Konzentrationslager befasst habe, muss die Fahrt einfach sein. Gemeinsam mit meinem guten Freund, dem Kunsthistoriker und Galeristen Stefan Rasche, der mich schon 2011 anlässlich meiner Recherchefahrt zum Grenzgänger-Stipendiums-Roman „Schattenblicke“ nach Serbien und im letzten Jahr nach Breslau begleitet hat, werde ich während der kommenden fünf Tage viele Eindrücke gewinnen. Aus Kostengründen ist unsere aus fünf mir sehr lieben Personen bestehende Breslau’sche Reisegruppe nun auf uns beide zusammengeschrumpft, aber nächstes Jahr geht es dann wieder in der Stammbesetzung in eine weitere europäische (ehemalige Kulturhaupt-)Stadt.

In der zweiten und vierten Februarwoche werde ich dann hoffentlich an die vierzig Seiten des o.e. Romans zu Papier bringen, dazwischen dann aber eine Lesereise nach Schleswig-Holstein unternehmen. Gleich vier Lesungen stehen an, zwei davon aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“, und zwar in den Stadtbüchereien Leck, Heide und Husum; in beiden letzteren trage ich zusätzlich an zwei Vormittagen aus „Liebe macht Anders“ und weiteren Titeln vor – das alles im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Westküste denkt queer“, einer Initiative äußerst engagierter Privatpersonen und Institutionen – u. a. dabei: pro Familia, die Gleichstellungsstelle der Stadt Heide und das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein. Dennoch hatte die Initiative mit tüchtig Gegenwind zu kämpfen: So war es nicht möglich, auch nur eine einzige Buchhandlung in den entsprechenden Städten für eine Lesung mit mir zu gewinnen. „So ein Publikum haben und wollen wir nicht“, lautete eine der Absagen, bei der den Veranstaltern und mir im Jahre 2015 dann doch die Ohren schlackerten. Gut, dass zumindest die Büchereien und Bibliotheken anders denken, und hoffen wir auf möglichst viel Publikum, um ein Zeichen zu setzen!

Einen anregenden Februar wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Februar:  16. Februar, Leck, Gemeindebücherei, Hauptstr. 21, 25917 Leck, 19h: Lesung aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“  //  17. Februar, Stadtbücherei Heide, Himmelreichstr. 10, 25746 Heide, 11h: Lesung aus „Liebe macht Anders“ und anderen Büchern // 17. Februar, Stadtbücherei Heide, Himmelreichstr. 10, 25746 Heide, 18.30h: Lesung aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ // 18. Februar, Stadtbibliothek Husum, Herzog-Adolf-Str. 25, 25813 Husum, 11h: Lesung aus „Liebe macht Anders“ und anderen Werken.

 

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 29. Februar und am 4. April. Weitere Informationen und Anmeldung auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Sascha Mounk: Echt, du bist Jude? / Sascha Mounk, in den achtziger und neunziger Jahren in Deutschland aufgewachsener Sohn einer jüdischen Mutter, lebt heute in New York und fühlt sich erst dort nicht mehr als „anders“, nämlich als vorrangig durch seine jüdische Herkunft definiert. Gekonnt führt er seiner Leserschaft ihre Unfähigkeit, „normal“ mit ihren jüdischen Mitbürgern umzugehen, vor Augen. Das liest sich amüsant und treffend, aber als Mounk sich dann allzu weitschweifig über die politische Weltsituation auslässt und ausgedehnte Lösungsvorschläge unterbreitet, erlahmte mein zuvor reges Interesse doch deutlich. Hier wäre ein bisschen weniger Zeigefingermentalität dem Stoff gut bekommen. // Camilla Läckberg: Die Schneelöwin. / Als Schwedenfan lese ich Camilla Läckbergs nahe Göteborg angesiedelte Krimis eigentlich gern, aber langsam reicht es dann doch. Nicht nur die alberne Darstellung des Polizeichefs wird hier überstrapaziert, auch die spinnerte Handlung und ihre entnervende Lösung kommen mir geradezu an den Haaren herbeigezogen vor. Unglaubwürdig von vorne bis hinten; dass ich das Buch zu Ende gelesen habe, lag vorrangig an der immer noch lesenswerten Gestaltung der Hauptfigur und ihres Ehegatten. Ade, du spannende Krimireihe! // Verena Lueken: Alles zählt. / Wieder mal ein Tipp aus dem letztjährigen Harenberg Literaturkalender, der mir ein wunderbares Leseerlebnis beschert hat. Verena Luekens unter die Haut gehender Bericht über eine Krebserkrankung, von der die mittelalte Hauptperson bei einem Auslandsaufenthalt erwischt wird, hat mich wirklich gefesselt. Klug, bewegend, exakt formuliert. Ein Genuss. // Thomas Harding: Hanns und Rudolf. Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz. / Die perfekte Reisevorbereitung für meine Fahrt nach Auschwitz – und ein gut zu lesender Roman, der zugleich die gesamte Geschichte des größten Vernichtungslagers der Nationalsozialisten komplett von hinten aufrollt. Auch wenn die Figur des in den dreißiger Jahren aus Deutschland gerade noch rechtzeitig emigrierten Hanns Alexander, der im Auftrag der britischen Militärregierung den untergetauchten Rudolf Höß aufspürt, ein wenig blass bleibt und manche Fragen dazu offen – dies glänzend recherchierte Werk bringt die gar nicht so weit zurückliegende Geschichte wieder ganz nah an die Leserschaft heran.

 

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Die Monatsbotin Januar 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die achtundzwanzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein viel zu kurzer Monat Dezember – mein Lieblingsmonat ist in einem solchen Tempo an mir vorbeigezogen, dass ich mich nur staunend umdrehen kann. Wo ist der eigentlich so geruhsame Dezember bloß geblieben? Und all die Jahre dazu … denn ein weiterer Geburtstag liegt nun ebenfalls hinter mir, und nun habe ich tatsächlich die Phase erreicht, die meine liebe Frau Mutter immer „die Frau im unbestimmten Alter“ nennt. Ja, die Jugend ist wohl unweigerlich dahin, aber die jugendliche Frische und Tatkraft noch lange nicht! Eine Menge neuer Projekte stehen an, und so gelang es mir auch, noch im Dezember ein neues Exposé für ein geplantes Jugendbuch zu schreiben und dreißig schon vorhandene Textseiten dazu noch einmal zu überarbeiten. Sobald es Neues dazu zu vermelden gibt, werde ich berichten!

Die letzte Veranstaltung im letzten Jahr war zugleich die bestbesuchteste: an die zweihundert interessierte – und kritische – Zuhörer*Innen waren am 3. Dezember Literarische Colloquium in Berlin-Wannsee gekommen, um dem von mir moderierten Literarischen Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zum Thema „weiblich – männlich – fließend“ zu lauschen. Gleich drei Autoren – Thomas Meinecke, Aris Fioretis und Jayrome C. Robinet – traten an, um literarische und auch private Positionen zum obigen Thema zu erörtern. Das war interessant und anstrengend zugleich, nicht nur ob der Fülle an Texten und Themen, sondern auch wegen der teils aufgebrachten, teils nachdenklichen Einwürfe, die aus dem sehr gemischten Publikum eingebracht wurden. Dass Gendern und korrekter Sprachgebrauch heißdiskutierte Themen sind, war mir zwar schon vorher klar, aber die Heftigkeit, mit der sich darüber streiten lässt, hat mich auch an diesem Abend wieder überrascht. Diese Themen sind und bleiben eben spannend …

Zum weiteren Einlesen der Hörbücher fand ich dann leider doch keine Zeit, aber das hatte einen erfreulichen Grund: ebenjenes spannende Lektorat, das ich Ende November sozusagen als „Nofall“ übernahm. Erscheinen wird das Buch im April, und spätestens dann gibt es dazu auch noch mehr Informationen!
Und was kommt?

Zunächst einmal die Arbeit an meinem privaten Buchprojekt für Erwachsene, das ich zwischendurch fast ein Dreivierteljahr auf Eis gelegt habe. Mein grober Plan sieht für dies Jahr übrigens vor, dass ich mindestens drei, am liebsten aber gleich vier Bücher schreiben oder zumindest anfangen werde: jenes eben erwähnte, dann ein Kinderbuch, dessen Vertrag gerade in Arbeit ist (für Kinder ab 8 – und Kühe spielen dort eine heimliche Hauptrolle …), desweiteren ein Jugendbuch und dann höchstwahrscheinlich noch ein weiteres für Erwachsene. Was das angeht, bin ich noch nicht ganz entschieden, aber wozu dann auch immer ich mich entschließen werde, ich freue mich darauf!

Eigentlich rede ich nicht gern über meine Schreibpläne, aber warum immer an alten Gewohnheiten festhalten – vielleicht hilft mir die geäußerte Planvorgabe ja bei einer zügigen Umsetzung der Bücher? Wir werden sehen … Ich bin es ja gewohnt, dass ich nach Lesungen immer wieder gefragt werde, ob ich schon ein neues Buch in Arbeit habe. Ja, habe ich fast jedes Mal – und Ideen für neue Bücher sowieso. Im Moment stehen auf meiner Liste über meinem Schreibtisch genau zehn Buchideen. Drei davon sind allerdings schon über zehn Jahre alt. … aber immer noch brandaktuell. Und gut Ding will ja manchmal Weile haben!

Übrigens, eins meiner Bücher, das sogar vor zwanzig Jahren erstmals erschien und mit Sicherheit immer noch ebenfalls brandaktuell ist, wird in diesem Jahr zu meiner großen Freude wieder neu als Taschenbuch aufgelegt! Die ersten drei Leser*Innen, die erraten, um welchen Titel es sich handelt, bekommen von mir ein signiertes Exemplar der dann nicht mehr erhältlichen gebundenen Ausgabe. Und mal sehen, ob ich nicht zeitgleich mit dem Erscheinen das selbst eingesprochene Hörbuch dazu fertigbekomme! Das sind doch gute Aussichten für ein gelungenes neues Jahr, oder?

Ein gesundes und schönes Jahr 2016 und einen feinen Januar wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Dezember:  stehen nicht an, aber Onlineworkshops: Der neue Kreativ-Quickie hat am 4. Januar begonnen, ein späterer Einstieg ist ebenfalls möglich. Und am 1. Februar startet der nächste! Weitere Informationen und Anmeldung auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Kirsten Jacobsen: Mankell über Mankell. Kurt Wallander und der Zustand der Welt./ Nach „Treibsand“, der tiefgehenden Autobiografie des kürzlich verstorbenen Autors und Theatermachers nun der Blick von außen: das Porträt aus der Feder der dänischen Journalistin liest sich lange nicht so eindringlich, zeigt aber ergänzend verschiedene Facetten Mankells auf, die vor allem seine Arbeitsweise genauer beleuchten. Den etwas aufgeblasenen Untertitel hätte der Verlag sich allerdings sparen können, heiße Luft ist nämlich nicht drin. // Lucie Adelsberger: Auschwitz. Ein Tatsachenbericht. / Lucie Adelsberger nur wenig jünger als ich heute und schon längst eine gestandene Fachärztin für Kinderheilkunde und Innere Medizin, als sie 1943 nach Auschwitz deportiert wird. Inmitten der grausamen Bedingungen arbeitet sie bis zur Befreiung als Ärztin, unter anderem im Zigeunerlager, bis deren Bewohner im Juli 1944 sämtlich vergast werden. Adelsbergers 1956 erstmals erschienenen Bericht zu lesen ist mir unglaublich schwergefallen; in keinem anderen autobiographischen Bericht zu Auschwitz waren die erlittenen Qualen deutlicher spürbar als in diesem: Beim Schreiben, so erklärt Adelsberger, habe es sie wieder „schrecklich hineingerissen“. 12 Jahre haben den Schrecken nicht gemildert, und das hat sich auch 60 Jahre später für die Leserschaft nicht geändert. Unbedingt empfehlenswert, allerdings nicht als Erstlektüre zum Thema, sondern für Leser mit Hintergrundwissen.  //  Carola Thimm mit Diana Müller: Mein Leben ohne mich. Wie ich 5 Jahre im Koma erlebte / Geht das, kann man vom Koma erzählen? Von außen ja, mit den Stimmen der Angehörigen, und damit beginnt dieser durchaus spannende Tatsachenbericht, bis die Hauptakteurin langsam wieder erwacht und selbst berichten kann. Thimm ist einer der seltenen Fälle, die nach mehreren Jahren im Wachkoma – ausgelöst durch ein geplatztes Aneurysma – wieder fast vollständig genesen. Ihre Geschichte ist klar und schnörkellos erzählt, vermeidet dennoch, allzusehr in die Tiefe zu gehen, spart kritische Fragen hinsichtlich der zwischenmenschlichen Beziehungsproblematiken aus und bleibt für meinen Geschmack dadurch ein wenig zu flach. Aber vielleicht ist das wiederum ein Spiegelbild der veränderten Gefühlslage der Protagonistin? Schade, dass ich das nicht erfahren werde. //  Leena Lehtolainen: Wer ohne Schande ist. / Könnte ein Titel von Barbara George sein, ist aber einer der vielgerühmten und höchst produktiven finnischen Autorin, und zwar ihr neuester. Ein paar Längen hat er ja, und so richtig aufregend ist er auch nicht, aber durchaus angenehm zu lesen. Zum Jahresabschluss hätte ich mir allerdings etwas mehr Spannung gewünscht, und eine ausgefeiltere Handlung – dafür ist Lehtolainen eigentlich bekannt –, dazu. Das Buch wirkt ein bisschen so, als wäre der Autorin die Puste ausgegangen, und irgendwie passt das dann doch wieder zum Jahresende. Auf also mit frischem Schwung ins neue Lesejahr 2016!

 

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Die Monatsbotin Dezember 2015 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die siebenundzwanzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen und/oder selbst abonnieren:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten ​…

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein prall gefüllter Monat liegt hinter mir, der zunächst aber mit einem Misserfolg begann. Nein, nicht meinerseits, aber die geplante Zahnsanierung von Hund Luki, dem lebendigen Vorbild für die literarische Figur des Bronko aus meinem Roman „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ gelang nicht. Die Narkose schlug bei Luki einfach nicht an, der kleine Hund blieb einfach wach und ließ nur eine äußerst eingeschränkte Zahnreinigung über sich ergehen. So reisten wir unverrichteter Dinge wieder zurück nach Berlin, wo ich dann am 11. November in der Kreuzberger Lenau-Schule gleich bei mir um die Ecke für die Fünftklässler aus „Und wenn schon!“ und anderen Werken las.

Fünftklässler waren auch am nächsten Vormittag bei zwei weiteren Lesungen in der Bezirkszentralbibliothek Tempelhof mein Publikum, und spontan sprang ich dort dann auch noch für eine erkrankte Kollegin zum Lesefest am selbigen Nachmittag ein. Um am nächsten Vormittag wiederum in der Stadtbücherei Lichtenrade für zwei sechste Klassen aus „Ein Stern namens Mama“ und „Achtung, Mädchen gesucht!“ vorzutragen.

Zwei Tage später ging es dann zu den Schleswig-Holsteiner Kinder- und Jugendbuchwochen: in den Stadtbüchereien Brunsbüttel und Neumünster las ich am 16. und 17. November für Viert-, Sechst- und Zehntklässler, um am 18. dann wiederum in der Realschule Maschstraße in Braunschweig dreimal vorzutragen und mit den Schülern zu diskutieren.

Nach einem kurzen Abstecher nach Berlin flog ich dann am 22. nach Zürich, um dort zum dreizehnten Mal auf Einladung des Volksschulamtes aus meinen Büchern für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Schulen des Kantons zu lesen, diesmal besonders geballt: gleich fünfzehnmal in fünf Tagen!

Kaum zurück, ging es dann am 29. November in den Berliner Eisenherz-Buchladen, um beim Lesbischen Literatursalon als Stargast aus meinen Büchern zu lesen, dem Nähkästchen zu plaudern und kluge Fragen zu beantworten. Einen Buchtipp durfte ich dann auch noch anbringen: „Diffuses Licht“ des Hamburger Autors Olav Meyer-Sievers (siehe weiter unten in der Rubrik „Ausgelesen“).

Und dazwischen fand ich dann doch tatsächlich noch Zeit, mit dem Einlesen von „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ zu beginnen, das spätestens im Februar dann als Download-Hörbuch zum Verkauf bereit sein soll. Und dazu begann ich mit einem sehr spannenden Lektorat, über das ich noch nicht allzuviel verraten kann. Nur soviel: Hundefans werden sich freuen …

Und was kommt?

Zu allererst morgen die letzte öffentliche Veranstaltung des Jahres: In den heiligen Hallen der Berliner Literaturwelt, dem Literarischen Colloquium in Berlin-Wannsee, moderiere ich ab 19h eine Veranstaltung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zum Thema „weiblich – männlich – fließend“. Gleich drei Autoren – Aris Fioretis, Thomas Meinecke und Jayrome Robinet – treten an, um literarische und vielleicht auch private Positionen zum obigen Thema zu erörtern. Das lässt Spannendes erwarten, und wer dann im Publikum tapfer durchgehalten (und womöglich auch selbst kluge Fragen gestellt hat hat!) hat, wird mit einem akustischen Plattenteller vom auch als DJ bekannten Thomas Meinecke belohnt.

Und dann steht natürlich das weitere Einlesen der Hörbücher an, dazu das oben erwähnte Lektorat, das Anfang Januar abgeschlossen sein wird. Dazwischen werde ich knackige 51 Jahre alt, die Feiertage stehen an, und wenn dann noch ein wenig Zeit bleibt, werde ich mich noch vor Weihnachten zwei neuen Exposés für zwei Jugendbücher und meinem privaten, seit mehreren Monaten auf Eis gelegten Romanprojekt für Erwachsene widmen. Also, faule Zeiten sind nicht in Sicht …

Einen entspannten Dezember wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Dezember:  3. Dezember, Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, Wannsee, 19h: Der literarische Salon der ADS: weiblichmännlichfließend, Gäste: Thomas Meinecke, Aris Fioretos, Jayrome Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel

Onlineworkshops: Der nächste Kreativ-Quickie beginnt am 4. Januar, ein späterer Einstieg ist ebenfalls möglich! Weitere Informationen und Anmeldung auch für die Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen: Olav Meyer-Sievers: Diffuses Licht / Berührender Debütroman mit autobiographischen Zügen, der einen großen Bogen zwischen den Siebzigern und heute schlägt und einfühlsam von Verlust und Hoffnung erzählt. Von diesem Hamburger Autor, der erst in seinen Fünfzigern mit dem Schreiben begonnen hat, sind hoffentlich noch viele weitere Bücher zu erwarten. // Maike Maja Nowak: Wanja und die wilden Hunde. / Nicht nur ein Buch für Hundefreunde. Maike Maja Nowak, die „Hundeflüstererin“ mit eigener Fernsehserie, erzählt hier in klarer, weicher Sprache, wie sie auf den Hund kam. Und zwar auf den wilden Hund Wanja, der sich während ihres siebenjährigen Aufenthaltes in einem abgelegenen russischen Dort zu ihr gesellte. Neun weitere Hunde kamen nach und nach dazu, und so war die zivilisationsmüde junge Frau, die nach Ruhe und Einsamkeit gesucht hatte, auf einmal ganz und gar nicht mehr allein. Nowak beobachtet sehr genau das Wesen und Sozialverhalten ihrer Hundegruppe, die einem beim Lesen derart ans Herz wächst, dass der Abschied dann umso schwerer fällt. Ein erstaunlich anrührender dokumentarischer Roman, der lange nachhallt. // Solly Ganor: Das andere Leben. / Solly Ganor ist dreizehn Jahre alt, als deutsche Truppen 1941 in seine litauische Heimatstadt einfallen. Von diesem Tag an ist seine Kindheit vorbei, und eine grausame Odyssee beginnt – vom Ghetto Kaunas geht es in mehrere KZ, bis Ganor auf dem Todesmarsch aus dem KZ-Außenlager Landsberg fliehen kann und schließlich von einem japanisch-amerikanischen Soldaten gerettet wird. In Europa fasst der junge Mann nie mehr Fuß, wandert nach Israel aus und trifft 47 Jahre nach seiner Befreiung seinen Retter wieder. Erst dann findet er die Kraft, seine Geschichte aufzuschreiben. Bei der Lektüre dieses Buches habe ich (was bei mir fast nie vorkommt!) geweint; das Buch sollte Pflichtlektüre werden, und zwar nicht nur für SchülerInnen. // Götz Aly: Im Tunnel – Das kurze Leben der Marion Samuel 1931-1943 / Aly, Journalist Historiker und Autor zahlreicher hervorragend recherchierter Bücher zum Nationalsozialismus, erhielt 2003 den Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnerung und machte sich erst danach daran, das nur elf Jahre währende Leben dieses – stellvertretend für all die namenlosen und vergessenen Opfer der systematischen Judenvernichtung ausgewählten – jüdischen Mädchens zu erforschen. Nur zwei Fotos existieren von Marion Samuel, mit seinem schmalen Buch hat Aly ihm ein einfühlsames Denkmal gesetzt. Noch über sechs Millionen weitere Lebensgeschichten wären es wert, ebenfalls erzählt zu werden; ich persönlich bin froh über jede einzelne, die ich lesen kann. //  Susanne Preusker: Sieben Stunden im April. / Ihre Geschichte hingegen machte Schlagzeilen: Die Gefängnispsychologin wurde 2009 von einem verurteilten Mörder an ihrem eigenen Arbeitsplatz als Geisel genommen und während ihres sieben Stunden dauernden Martyriums schwer misshandelt und immer wieder vergewaltigt. Danach war es ihr nicht mehr möglich, in ihrem Beruf zu arbeiten. Ihre Erfahrungen und Schlussfolgerungen präsentiert sie in diesem sehr persönlich, fast intim anmutenden Bericht, der wie ein gedämpfter Hilferuf wirkt. Am Ende kämpft sich die Autorin mit Mühe zurück in ein halbwegs normales Leben. Dieses Buch, so bleibt mein Eindruck, hat die Autorin ganz eindeutig für sich selbst geschrieben, und das ist völlig in Ordnung so. //  Clara Paul (Herausgeberin): Gedichte, die glücklich machen. / Und das machen sie wirklich, diese lustigen, komischen, irritierenden, seltsamen Gedichte von noch ganz jungen bis hin zu schon lange verstorbenen DichterInnen: eine Fundgrube für alle, die nur gelegentlich das unerschöpfliche Feld der Lyrik betreten. Gut ausgesucht!

 

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