Die Monatsbotin Dezember 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die fünfzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein sehr arbeitsreicher Monat, den ich damit begann, mein im Frühjahr erscheinendes Buch „Mutter zieht aus“ noch einmal letztmalig zu überarbeiten. Zu meiner großen Freude erscheint der Roman – die Lebensgeschichte meiner Mutter und damit meine eigene Familiengeschichte – im März kommenden Jahres beim konkursbuch Verlag Claudia Gehrke als gebundene Ausgabe mit zahlreichen Fotografien, und so hieß es für mich, noch einmal sehr genau hinzusehen und letzte Feinheiten einzuarbeiten. Nun geht es bald in Druck, und ich bin sehr gespannt auf den Moment, in dem ich das erste Vorausexemplar in den Händen halten werde …

Der November war wie immer auch diesmal prall gefüllt mit Lesefesten und -wochen. Dazwischen liegt auch noch der bundesweite Vorlesetag, zu dem ich noch kurzfristig zahlreiche Einladungen erhalten habe, die ich allesamt ablehnen musste. Denn für diesen Tag war ich schon längst gebucht, und zwar im schönen Schleswig-Holstein, meinem Geburtsbundesland. Dort, wo auch mein Kinderbuch „Frieda Fricke, unmöglich!“ spielt, las ich in der Woche vom 13. bis zum 17. in Bibliotheken und Schulen in Husum, Norderstedt, Neumünster und Bordesholm aus meinen Werken vor, vorrangig vor Fünft- und Sechstklässler*innen und damit dann aus „Und wenn schon!“, „Ein Stern namens Mama“ und anderen, altersgerechten Werken. In Bordesholm zudem hatte ich das Vergnügen, an der dortigen Hans-Brüggemann-Gemeinschaftsschule vor der gesamten Oberstufe zwei Werkschauen darbieten zu dürfen, in denen ich, eingewoben in meinen beruflichen und künstlerischen Werdegang, verschiedene Bücher in Auszügen präsentierte, um danach mit den Jugendlichen, die ja schon bald junge Erwachsene sind, darüber zu diskutieren.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin ging es dann weiter nach Zürich, um in einem Lesungs- und Workshopmarathon in der Woche vom 20. bis zum 24. an diversen Schulen zahlreiche Schweizer Schüler*innen zu erfreuen – und nach Möglichkeit auch zum Schreiben von eigenen Texten anzuregen. Das klappte teils recht gut, teils sehr gut, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Schüler*innen nicht unbedingt freiwillig teilnahmen. Schreiben ist ja nun wirklich nicht das Lieblingsvergnügen aller heutigen 14- bis 16-Jährigen, dafür aber kamen einige sehr interessante Texte zu Stande.

Aufgelockert wurde das straffe Arbeitspensum (drei mehrstündige Workshops und sieben Lesungen in fünf Tagen) durch eine äußerst vergnügliche Kolleg*innenrunde, die im selben Hotel untergebracht war, diesmal unter erschwerten Bedingungen: Zwecks Umbauten ratterte von 9 bis 16 Uhr nahezu unentwegt der Presslufthammer, dem nur durch gemeinsame Flucht in umliegende Lokalitäten zu entkommen war …

Zurück in Berlin las ich am 27. November im Europäischen Gymnasium Bertha von Suttner in Reinickendorf für den 5. und 6. Jahrgang samt Elternschaft aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, eine höchst gelungene Veranstaltung, bei der ich unzähligen Fragen Rede und Antwort zu stehen hatte. Wenn diese aufgeweckte Schülerschaft die nächste Europäische Generation verkörpert, dann ist Gutes zu erwarten!

Gut hundert Viert- bis Sechstklässler*innen lauschten am nächsten Tag in der Mittelpunktbibliothek Berlin-Schöneberg den Erlebnissen von „Frieda Fricke“ und Mika und Milla aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, gefolgt von zwei sechsten Klassen der Kreuzberger Lenau-Schule am 29. Unmittelbar danach ging es dann weiter nach Kassel, um einen Tag später die die 6. Klassen der Georg-August-Zinn-Europaschule und am 1. Dezember wiederum die der Offenen Schule Waldau mit meinen Büchern zu erfreuen, diesmal wieder einmal in sehr gern gesehener vierbeiniger Begleitung.

Zeit zum Schreiben blieb bei diesem derart vollen Programm nicht, wohl aber zum Nachdenken und Notizen sortieren. Mit dem neuen Roman werde ich so richtig also erst im Januar beginnen, denn vorher wartet ja noch mein Lieblingsmonat Dezember …

Und was kommt?

… in dem ich nicht nur Geburtstag habe, sondern nach meiner letzten Lesung des Jahres am 7. in der Stadtbücherei Berlin-Pankow eine Arbeitspause einlegen werde, von den weiter laufenden Online-Schreibworkshops mal abgesehen. Ob mir das gelingt, bezweifele ich zwar schon jetzt, aber zumindest werde ich es versuchen. Und als kleinen Vorgeschmack darauf fällt auch diese Jubliläumsausgabe der Monatsbotin deutlich kürzer aus als sonst. Ich hoffe, meine Leserschaft bleibt mir dennoch gewogen!

Einen geruhsamen Dezember wünscht Karen-Susan Fessel!

Onlineworkshops: Die nächsten Onlineworkshops „Kreativ-Quickie“ und „Biografisches Schreiben“ starten am 8. Januar – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Jan Erik Fjell: Kälteeinbruch / Fast hätte ich ihn nicht gelesen, diesen klug komponierten, recht brutal inszenierten Krimi um eine Kurierfahrt mit Folgen. Der litauische Fahrer entdeckt erst in Norwegen, dass er lebende Fracht transportiert: zwei Jungen, die als „Spielzeug“ dienen sollen. Das kann Bernandas nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, und schon gerät alles aus den Fugen … Die hymnenartige steckbriefartige Anpreisung des Ermittlers Anton Brekke hat bei mir das Gegenteil bewirkt, aber zum Glück schafft Fjell es bereits auf den ersten Seiten, soviel Spannung aufzubauen, dass ich weitergelesen habe – und mich auf den nächsten Band freue. // Robert Becker: Das Kind, mein natürlicher Feind – 20 Jahre Kooperative Erziehungsarbeit e.V. / An diesem sorgfältig aufbereiteten Rückblick auf die Entstehungsgeschichte und die ersten zwanzig wechselvollen Jahre eines Frankfurter Kinderheims finde ich nur eins nicht gelungen: den abschreckenden Titel. Becker, Gründer und langjähriger Leiter der Einrichtung, beweist in seinem einfühlsamen Portrait viel Sachverstand, unkonventionelle Denkweise und Herz und lässt auch einige der ehemaligen Zöglinge zu Wort kommen. Der Band bietet einen tiefen Einblick in eine bundesrepublikanische Realität, die meist verschlossen bleibt. // Austin Wright: Tony & Susan / Ein seltsames Buch, halb Krimi, halb Beziehungsroman: Zwanzig Jahre nach ihrer Scheidung bekommt Susan Post von Edward, ihrem Exmann: das Manuskript des Romans, den er schon immer schreiben wollte. Der aber hat es in sich; die rabiate Entführungsgeschichte zieht Susan in ihren Bann und verstört sie zutiefst … Durchaus spannend, aber merkwürdig unentschlossen gestaltet Wright in seinem bereits 1993 erschienenen, von der Presse hochgelobten Werk einen Abgesang auf eine zerbrochene Beziehung. Interessant darin vor allem die psychologische Feinzeichnung der Figuren. // Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe / Das schmale, wunderbar durchdachte Porträt einer alten Frau, die wieder zurück in ihr angestammtes Heimatdorf nahe Tschernobyl zieht und sich mitnichten um Verbote, Konventionen und Absperrungen schert, hat mich begeistert. Bronsky, noch jung an Jahren, erweist sich für mich schon jetzt als wirklich große Autorin. Und nun freue ich mich auf ihren ersten Roman, Scherbenpark, und alle, die da hoffentlich noch folgen mögen!

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Die Monatsbotin November 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die neunundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

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Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein mit höchst abwechslungsreicher Oktober, der mit einem sehr spannenden, vergnüglichen und auch feuchtfröhlichen Wochenende an der Ostsee begann. Im Ostseeseminarhaus Büttelkow trafen sich gleich dreizehn Enkelkinder unserer Großeltern Friedrich und Sophie Wegener (bei MedizinstudentInnen und ÄrztInnen müsste jetzt ein kleines Glöckchen läuten …), um alte Erinnerungen aufzufrischen und sich vorrangig miteinander zu amüsieren. Erstaunlich, wie vertraut man sich doch nach Jahrzehnten immer noch sein kann! Eine wunderbare Generalprobe für unser großes Familientreffen mit gleich vier Generationen im Mai, dann aber im emsländischen Meppen, wo ja bekanntlich die Älteste der sieben Wegener-Kinder lebt: mein Mütterlein! Passend dazu erscheint dann auch deren von mir verfasste Biografie „Mutter zieht aus“ in meinem ursprünglich ersten Verlag, dem konkursbuch Verlag Claudia Gehrke.

Foto: privat. Rechts im Bild: Oliver Sechting, ganz rechts: die Nasenspitze des Moderators Max Taubert.

Am 13. Oktober folgte im Berliner Buchladen Eisenherz die Premiere von „Der Zahlendieb„, die Biografie des Sozialpädagogen Oliver Sechting, an der ich als Co-Autorin und Lektorin mitgearbeitet habe. Oliver Sechting, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen, berichtet darin auf bewegende und auch humorvolle Art vom Umgang mit seiner Zangserkrankung. Unbedingt empfehlenswert!

Am 19. Oktober dann wiederum hatte ich nach der Premiere des sehr ergreifenden Theaterstücks „Eva, Adam & ich“ der Frl. Wunder AG, das die Biographien intersexueller Menschen thematisiert, Gelegenheit, im moderierten Nachgespräch mitzudiskutieren – Fazit: In Sachen Intersexualität bleibt noch viel zu tun, in juristischer wie auch gesellschaftlicher Hinsicht. Dank des Engagements vieler Betroffener und Unterstützer*innen aber bewegt sich mittlerweile schon einiges.

Foto: Arndt Rathjen. Leider bin ich nicht in der Lage, das Foto zu drehen …

…und auch dieses bekomme ich nicht in die gewünschte Position. Tut mir Leid! Scharfäugige aber dürfen sich bestätigt sehen: Ja, ich sitze quasi in einem Kamin, einem sehr alten, der sich im Veranstaltungssaal der bremischen Zentralbibliothek befindet. Zu trinken gab es aber Wasser, kein Beck’s. Vor mir saßen schließlich vierzig Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Gröpelingen.

Weiter ging es dann nach Meppen in Niedersachsen, wo ich ja den größten Teil meiner Kindheit und Jugend verbracht habe, vorrangig im Stadtteil Esterfeld. Dort liegt auch die Anne-Frank-Schule, deren 9. Klassen ich am 24. Oktober mit einer Lesung aus „Alles ist echt“ erfreuen durfte. Um anschließend nach Bremen zu reisen und dort in drei Stadtteilbibliotheken (Huchting: Gröpelingen, Osterholz) sowie der Zentralbibliothek zweimal aus „Frieda Fricke – unmöglich!“ und „Alles ist echt“ vorzulesen. Dabei traf ich meinen Cousin Arndt, seines Zeichens Fotograf, so kurz nach dem Cousinentreffen gleich wieder, was er umgehend unter Beweis stellte (siehe oben).

Dazwischen stand auch ein viel zu kurzer Besuch bei der Fotografin Gaby Ahnert auf dem Programm, die seinerzeit u.a. das Cover für „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ beisteuerte. Einziger Wermutstropfen in diesen zwei vollgepackten, schönen Tagen in Bremen: Ich hatte ob der frühen Morgentermine keine Gelegenheit, meinem abendlichen Lieblingsgetränk zu frönen, obwohl das doch in Bremen gebraut wird …

Ob zwischen diesen vielen Terminen noch Zeit zum Schreiben blieb? Leider kaum. Außerdem nimmt das Vorbereiten des geplanten neuen Romanes doch sehr viel Zeit in Anspruch, es kann noch ein wenig dauern, bis die ersten Zeilen wirklich auf dem Papier stehen und dann in die Tasten gehauen werden.

Und was kommt?

Grund zur Freude: Die seit einiger Zeit vergriffenen Bücher „Steingesicht“ und „Unter meinen Händen“ (beide Querverlag) werden gerade nachgedruckt und in der zweiten Novemberwoche wieder lieferbar sein. Vorher steht das Sichten der bisher gemachten Notizen für den neuen Roman an, dazu Eintippen, Ordnen, evtl. auch schon das Erstellen eines detaillierten Handlungskonzeptes. Und auch die Online-Workshops bedürfen natürlich weiterhin der Betreuung, was auch während des restlichen Monats der Fall sein wird. Den aber verbringe ich – wie stets im November – hauptsächlich auf Reisen: Am 12. November geht es nach Norden, in mein Geburtsbundesland Schleswig-Holstein. Dort, vom Stützpunkt Ottendorf aus, wo ich wie stets zu diesen Gelegenheiten bei meiner lieben älteren Freundin Margret S. unterkomme, besuche ich dann nacheinander Büchereien und Bibliotheken in Husum (13.), Norderstedt (14.), Neumünster (15.) und Bordesholm (16.), um anlässlich der Kinder- und Jugendbuchwochen auf Einladung der Büchereizentrale aus meinen Kinder- und Jugendbüchern vorzutragen. Weiter geht es dann nach Zürich, um in einem Lesungs- und Workshopmarathon in der Woche vom 20. bis zum 24. an diversen Schulen Schweizer Schüler*innen zu erfreuen. Und danach, zurück  in Berlin, lese ich am 27. im Europäischen Gymnasium Bertha von Suttner in Reinickendorf für den 5. und 6. Jahrgang, am nächsten Tag in der Stadtbibliothek Schöneberg, um am 29. wiederum in der Kreuzberger Lenau-Schule vorzutragen. Am selben Tag reise ich dann weiter nach Kassel, wo ich am 30. die 6. Klassen der Georg-August-Zinn-Europaschule und am 1. Dezember schließlich die Stadtbibliothek mit meinen Vorträgen zu beglücken hoffe. Den 1. Advent werde ich mir dann sicher wohlverdient haben!

Einen gemütlichen November wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im November: Teilnahme an den oben aufgelisteten Schul- und Bibliothekslesungen auf Anfrage möglich.

Onlineworkshops: Der nächste Kreativ-Quickie startet am 6. November – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Katharina Höftmann: Guten Morgen, Tel Aviv – Geschichten aus dem Holy Land / Im Zuge der Vorbereitung meiner Israel-Reise im kommenden Jahr führte ich mir diese relativ kurzweilige, bisweilen aber auch dank des hyperheiteren Tonfalls enervierende Sammlung von Mini-Aufsätzen zum Thema „Leben als Deutsche in Israel“ zu Gemüte. Was ich gelernt habe: Zwanzig- bis Dreißigjährige Israelis sind laut, lustig und eigensinnig. Mal sehen. Ende Februar weiß ich dann hoffentlich mehr. // Henning Mankell: Die italienischen Schuhe / Nach Die schwedischen Gummistiefel musste ich dann jetzt der Vollständigkeit halber doch noch Die italienischen Schuhe lesen. Solide, angenehme Mankell-Lektüre; das Thema des alten Mannes und seiner innerlichen Vorbereitung auf das Sterben zieht sich hier bereits durch. Im Wissen, dass es sich hier auch um eines der Spätwerke des für seine Krimis berühmten schwedischen Autors handelt. berührt das auf besondere Weise. Kein Muss, aber durchaus ein Kann. // Christophe Léon: Väterland / Die Idee ist nicht schlecht: ein junges, von einem schwulen Paar adoptiertes Mädchen lebt in einer Welt, in der Homosexuelle in Ghettos zusammengepfercht und mit Rauten gekennzeichnet werden. Dann gehen die beiden Väter beim Kauf eines Geschenks verloren … Aber die Umsetzung hat mich ernüchtert. Zu gewollt, zu absehbar das ganze Konstrukt, mit derben handwerklichen Fehlern gespickt, ohne durchgehaltene Perspektive ärgert mich dieses hochgelobte Werk leider mehr als dass es mich gepackt hatte. Zudem finde ich die literarische Bezugnahme auf den Holocaust fragwürdig und effekthascherisch. Und das Ende ist auch nicht gelungen … Nein, das hat mich nicht überzeugt.

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Die Monatsbotin Oktober 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die achtundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein durchwachsener September, den ich zunächst mit dem erneuten Überarbeiten von „Frieda Fricke – unglaublich!“ verbrachte, dem zweiten Band mit der frechen Frieda in der Hauptrolle, die allerhand auf die Beine stellt, um das Spekulantentum in ihrem schleswig-holsteinischen Dorf zu unterbinden … Denn die Gentrifizierung macht ja auch vor Dörfern nicht halt!

Den restlichen Monat aber verbrachte ich in der Hauptsache sinnierend und vorbereitend. Das ist immer so, wenn ein neuer, umfangreicher Roman für Erwachsene geschrieben werden will, und die Phase vor dem eigentlichen Schreiben macht mir stets besonders viel Spaß. Diesmal hatte ich mich dazu ja im südschwedischen Halland eingemietet und eingeigelt, in einem wunderbar schlichten Apartment mit Ausblick auf eine Mühle, Felder und Pferdekoppeln. Zum Kattegat waren es mit dem mitgenommenen Mountainbike fünf Minuten, und die menschenleeren Strände in nächster Nähe wurden täglich von mir und meinem kleinen vierbeinigen Begleiter aufgesucht.

Sonnenuntergang in Haverdalsstrand

Unsere kleine temporäre Mitbewohnerin (wohnhaft im Mülleimer), die ich allerdings umgehend wieder an die schwedische Luft beförderte

Luki auf den Klippen in Steninge-Strand

Unsere weiteren Mitbewohnerinnen, wohnhaft außerhäusig

Mein temporärer Arbeitsplatz

Beste Voraussetzungen für meine Schreibklausur und die Grübelphase, die aber auch äußerst knifflig sein kann, wie ich diesmal wieder neu bemerken musste: Zwar steht das grobe Gerüst – oder, anders ausgedrückt, das Handlungskonzept -, aber die Erzählperspektive bereitet mir noch Kopfzerbrechen. Ich muss also noch ein wenig weiter sinnieren, bevor es an den Schreibprozess geht. Dass damit bereits jetzt der Abgabetermin im Juli 2018 leicht ins Wanken gerät, lässt sich leider nicht ändern. Wenn aber alles glatt geht, erscheint der Roman mit dem Arbeitstitel „Anderswo“ im Oktober 2018. Wenn nicht, dann eben später …

Zurück in Berlin, hatte ich die Freude, der stolzen Gewinnerin Margit K. aus Innsbruck den Reiseführer Toskana und die dazugehöre Straßenkarte zuschicken zu dürfen, denn sie hatte als Erste Einsenderin den Monte Amiata richtigerweise als Lösung des Preisrätsels erkannt. Und fährt nächsten Monat gleich selbst dorthin …

Danach lag „Frieda Fricke – unglaublich!“ dann noch einmal auf meinem Schreibtisch, für den dritten und letzten Durchgang des Lektorats. Einmal aber kommt das Manuskript dann noch einmal zu mir, diesmal dann in Gestalt der sogenannten Fahnen, also der druckreif gesetzten Fassung, die ich dann endgültig abzusegnen habe, bevor sie in Druck geht.

Und was kommt?

Allerhand Spannendes: Zunächst einmal geht es am Wochenende an die Ostsee zum selbstorganisierten Treffen der Cousinen und Cousins unserer Familie, den Nachkommen meiner Mutter und ihrer sechs Geschwister. Nur vier von uns werden leider nicht dabei sein, aber auch die verbleibenden 13 haben sich teils seit vielen Jahren, einige seit Jahrzehnten nicht gesehen. Das wird sicher sehr aufregend …

Dann folgt am 13. Oktober in Berlin die erste Herbstveranstaltung für mich, und das ist eine ganz besondere: Zusammen mit Oliver Sechting präsentiere ich im Buchladen Eisenherz seine Autobiografie „Der Zahlendieb„, an der ich als Co-Autorin und Lektorin mitgearbeitet habe. Oliver Sechting, Sozialpädagoge, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen und langjähriger Lebensgefährte des Filmemachers Rosa von Praunheim, erzählt in „Der Zahlendieb“ von seinem ganz persönlichen Kampf mit seiner schwierigen Biografie und seiner Zwangserkrankung. Ich habe diese sehr besondere Lebensgeschichte verschlungen, als ich sie als Lektoratsanfrage auf dem Tisch liegen hatte, und freue mich sehr darüber, dass ich daran mitarbeiten durfte.

Am 19. Oktober dann wiederum habe ich die Ehre, wieder einmal auf einem Podium mitzudiskutieren: Im Berliner Theater im Aufbauhaus feiert das Stück „Eva, Adam & ich“ der Frl. Wunder AG Premiere, das die Biographien intersexueller Menschen thematisiert; das moderierte Nachgespräch dazu wird sicher spannend!

Weiter geht es dann nach Meppen in Niedersachsen, wo ich ja den größten Teil meiner Kindheit und Jugend verbracht habe, vorrangig im Stadtteil Esterfeld. Dort liegt auch die Anne-Frank-Schule, deren 9. Klassen ich am 24. Oktober mit einer Lesung aus „Alles ist echt“ und weiteren Werken zu erfreuen hoffe. Um anschließend nach Bremen zu reisen und dort in drei Stadtteilbibliotheken sowie der Zentralbibliothek zweimal aus „Frieda Fricke – unmöglich!“ und „Alles ist echt“ vorzulesen. Bremen stand schon längere Zeit nicht mehr auf meinem Reiseplan, weshalb ich mich nun besonders darauf freue. Wird dort doch mein abendliches Lieblingsgetränk gebraut …

Einen friedlichen Oktober wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Oktober: 13. Oktober, 20.30h: Berlin-Schöneberg, Eisenherz Buchladen, Motzstr. 23, Schöneberg: Lesung mit Oliver Sechting aus „Der Zahlendieb“ / 19. Oktober, 20h: Berlin-Kreuzberg, Theater im Aufbauhaus, Prinzenstr. 85f: „Adam, Eva & ich“, Premiere und Nachgespräch

Onlineworkshops: Der nächste Kreativ-Quickie startet am 4. Oktober – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens – Tagebuch aus der Einsamkeit/ Eigentlich finde ich Biografien von Einsiedlern ja spannend, vor allem, wenn sie sich in winterlichen Gefilden aufhalten. Aber Tessons preisgekrönter Bericht über sein halbes Jahr am Baikalsee hat mich eher angeödet denn gepackt, was hauptsächlich an seinen selbstverliebten, zu Hauf eingestreuten Lebensweisheiten lag. Was dieser gelegentlich zum Selbstmitleid neigende Schlaumeier da oben im Norden tat und dachte und wie viel Wodka er mit seinen Eremitenkollegen trank, hat mich schlichtweg nicht weiter interessiert. // Henning Mankell: Wallanders erster Fall / Nach Mankells abschließendem Werk Die schwedischen Gummistiefel machte ich mich jetzt doch noch daran, eins seiner ersten zu lesen, und das eigentlich durch Zufall, denn der aus mehreren Erzählungen bestehende Band lag eines Morgens vor meiner Wohnungstür, mir vermutlich vom Zeitungsboten zugedacht, der das gebrauchte Buch wiederum im Hof gefunden haben wird. Manche dieser Morgengaben habe ich gleich wieder unten zurückgelegt, dies aber auf meine Schwedenreise eingepackt – und mit Genuss gelesen. Die Texte sind vor den Wallander-Krimis entstanden und erzählen Wallanders Werdegang bis zum ersten großen Fall; durchaus spannend, hie und da ein wenig holprig, aber immer gut zu lesen. Ein bisschen wie ein Lehrstück, als ließe Mankell uns an seiner Entwicklung zum Krimiautor am praktischen Beispiel teilhaben. // Jo Nesbø: Durst / Und richtig packend geraten ist Nesbøs neuester Wurf, für mich die beste seiner bisherigen Arbeiten. Harry Hole ist wieder zurück und assistiert seiner früheren Kollegin Katrine Bratt beim Aufspüren eines Vampiristen, der die beiden schon Jahre zuvor auf Trab gehalten hat. Äußerst blutrünstig, ein wenig übertrieben, aber ungemein fesselnd geschrieben. Wenn schon, denn schon – der Norwegische Starautor hat hier so richtig aus dem Vollen geschöpft.

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Die Monatsbotin September 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die siebenundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein schön sommerlicher August, den ich kaum in Berlin und damit auch nicht am heimischen Schreibtisch verbrachte. Die wenigen Tage aber, die ich dann doch am heimischen Schreibtisch saß, waren sehr ausgefüllt: Erstmals befasste ich mich mit der Idee zu einem Bilderbuch; daraus wurden dann gleich vier Konzepte für verschiedene Bücher für Kinder im Vorschulalter, die ich einem interessierten Verlag vorlegte. Der war sehr angetan und gab grünes Licht, so dass ich eines der Bücher kurzerhand auch gleich noch fertigschrieb. Im Frühjahr soll es erscheinen, die Illustrationen dazu stammen natürlich nicht von mir (zum Glück nicht, denn zeichnen war noch nie meine Stärke!), sondern von einer Berliner Illustratorin, die ich sehr schätze. Bis die Vertrage unter Dach und Fach sind, lüfte ich das Geheimnis um die Thematiken der Bücher und den Verlag jedoch noch nicht – bald also mehr dazu!

Bücher für Vorschulkinder standen bislang noch nicht auf meiner „Wunschliste“; nach einem missglückten Versuch in den frühen 90er Jahren hatte ich diese Literaturgattung für mich eigentlich auch ad acta gelegt, aber manchmal kommt eben zur richtigen Zeit der richtige Anstoß … und das richtige Thema. Wer meine Arbeit auch nur ein bisschen kennt, kann sich nun sicherlich denken, dass es nicht um ausschließlich lustige, leichte Dinge gehen wird. Aber wie gesagt, mehr dazu später!

Anfang August reiste ich zunächst noch einmal in die Akademie Waldschlösschen, um beim Sommertreffen für Frauen mit HIV einen Schreibworkshop zu leiten, in dem hauptsächlich autobiografische und damit sehr berührende Texte entstanden. Und dann ging es doch tatsächlich in Urlaub: Nach zwei kürzeren Besuchen im heimatlichen Meppen und in Ottendorf bei Kiel ging es mit Freundin, Kind, Hund, Schwester, Schwager und Nichte in die Toskana, um knapp zwei Wochen lang in einem geräumigen Haus mit Pool die Hitze zu genießen. Die Nächte allerdings weniger, ob der durchgelegenen Betten, aber immerhin sahen wir den schiefen Turm von Pisa, die Buchen- und Kastanienwälder des Monte Amiata, planschten am Strand und in zwei Termen bei 37,5° Wasser- und 37° Lufttemperatur und aßen die leckerste Pizza und das leckerste Nudelgericht aller Zeiten. Und auch ein Kindheitstraum wurde wahr: Nutellaeis! Das aus gekühltem, purem Nutella besteht. Bei einer Grande Portion ist dann ungefähr ein 750-g-Glas Nutella auf dem Hörnchen. Dem Kind wurde davon schlecht, ich hab es genossen!

Am Strand bei Grosseto 

Riesenbuchen auf dem Monte Amiata

Und was kommt?

Zunächst geht es noch einmal an meinen im Frühjahr erscheinenden zweiten Band um Frieda mit dem Titel „Frieda Fricke – unglaublich!“. Meine Lektorin war im August fleißig und nun liegt die erstlektorierte Fassung auf meinem Tisch und wird in dieser Woche überarbeitet.

Danach geht dann mit Hund und Fahrrad nach Schweden, wo ich mich im südlichen Halland in einem kleinen Apartment auf einem Bauernhof eingemietet habe, um dort in Klausur zu gehen und über meinem nächsten Erwachsenenroman, den ich bis Mitte nächsten Jahres fertiggestellt haben möchte, zu brüten. Und an den setze ich mich dann auch gleich nach meiner Rückkehr an den heimischen Schreibtisch …

Einen entspannten September wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im September: Leider keine öffentlichen Termine in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 4. September und 4. Oktober – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Daniela Schetar u.a.: Reise Know-How Toskana / Ja, wer reisen will, sollte auch lesen – und die Reiseführer von Reise Know-How glänzen durch fundierte und stets aktualisierte Recherche und Aufbereitung. Und wer jetzt demnächst ebenfalls in die Toskana zu reisen plant und mir als erste Person eine Mail schickt, in der steht, wie der erloschene Vulkan heißt, der für das gehäufte Auftreten der Thermalquellen in der gesamten südlichen Toskana verantwortlich zeichnet, der bekommt genau diesen Reiseführer samt nagelneuer Toskanakarte zugeschickt. // Dave Eggers: Weit gegangen / Die nacherzählte und sich somit an der Wahrheit entlanghangelnde Geschichte eine jungen Südsudanesen, der über viele Umwege schließlich in die USA kommt, wo seine eigene Menschlichkeit immer wieder neu auf die Probe gestellt wird, krankt ein wenig an Überlänge und guten Absichten und ist beileibe kein großer Kunstgenuss, aber eine solide Lektüre, die an humanitäre Werke appelliert. // Augustín Martínez: Monteperdido – das Dorf der verschwundenen Mädchen / Auch dieses Werk beruht auf einer wahren Begebenheit, allerdings einer zu einem verschachtelten Krimi ausgeschmückten. Zwei Mädchen in einem spanischen Pyrenäendorf verschwinden, fünf Jahre später taucht eines von ihnen wieder auf, und eine ortsfremde Kommissarin ermittelt. Bei der Lektüre beschlich mich immer wieder das Gefühl, ein „Buch zum Film“ zu lesen, das weniger erzählt als nacherzählt. Und richtig, der Autor gilt als einer der bedeutendsten Drehbuchschreiber Spaniens, wie ich am Ende auf der inneren Umschlagklappe lese. Ich persönlich finde, er sollte lieber seinem angestammten Metier treu bleiben. // Ingeborg Jacobs: Wolfskind / Richtig gepackt hingegen hat mich die äußerst spannende und verschlungene Lebensgeschichte des in Ostpreußen geborenen deutschen Mädchens Liesabeth Otto, die als Siebenjährige in den Kriegswirren verloren ging und sich von da an heimatlos, ungeliebt und als Deutsche verfolgt, misshandelt und gequält durch die riesige russische Weite schlug. Wie grausam bereits kleine Kinder weltweit aufgrund ihrer Abstammung behandelt wurden und werden, ist ja leider nicht nur ein Phänomen vergangener Tage. Deshalb bleibt dieses Buch vermutlich noch lange Zeit aktuell.

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Die Monatsbotin August 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die sechsundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein zweigeteilter Juli – den ich in der ersten Hälfte am heimischen Schreibtisch, in der zweiten nahezu komplett in der Akademie Waldschlösschen verbrachte. Zunächst aber galt es, mein nächstes Kinderbuch „Frieda Fricke – unglaublich!“ noch einmal zu überarbeiten, bevor es fristgerecht Mitte des Monats an meine Lektorin im Kosmos Verlag ging, wo das Werk im nächsten Frühjahr erscheinen wird. Nachdem die umtriebige und nicht immer ganz pflegeleichte Frieda in Band 1 – „Frieda Fricke – unmöglich!“ sich erfolgreich dem Ansinnen des Jugendamtes, aus dem alten Hofhaus ausziehen zu müssen, widersetzt und mit Hilfe ihrer Freunde und des schnöseligen Nachbarjungen kurzerhand ein Kuh-Altersheim gegründet hat, geht es nun ums Ganze: auf die Wiese hinterm Deich soll ein Riesenhotel gebaut werden, und die Schafe sollen auch umziehen! Frieda braucht also erneut einen Plan …

Kaum war „Frieda II“ abgeschickt, ging es an ein kurzfristig eingeschobenes, spannendes Fremdlektorat und gleich danach an die Vorbereitungen auf die drei Schreibworkshops, die ich ab dem 16. Juli in der idyllisch nahe Göttingen gelegenen Akademie Waldschlösschen leitete. Den Anfang machte das Bundespositiventreffen, speziell für Langzeitpositive, bei dem ich seit vielen Jahren mit meinem Workshop mit von der Partie bin, gefolgt vom Treffen junger HIV-infizierter Menschen bis 30 Jahre, bei dem ich erstmalig einen Workshop anbot. Den krönenden Abschluss bildete dann die Sommerakademie, bei der die TeilnehmerInnen zwischen fünf verschiedenen Workshops auswählen konnten, um sich eine – leider sehr verregnete – Woche lang kreativ zu betätigen. Zum achten Mal hatte ich das Vergnügen, ein Dutzend Schreibwillige anzuleiten und mich an den entstehenden, äußerst unterschiedlichen, aber durch die Bank weg sehr einfallsreichen Texten zu erfreuen. Zum Ende der drei Seminartage dann lasen die Teilnehmerinnen auch noch vor großem Publikum je einen der Texte vor und wurden mit langanhaltendem Beifall belohnt. Da war dann auch der Dauerregen vergessen …

Und was kommt?

Tja, nochmal eine Reise ins Waldschlösschen, wo die Teilnehmerinnen des Treffens für Frauen mit HIV auf mich warten. Auch hier bin ich seit Jahren im Sommer mit einem Schreibworkshop dabei und immer wieder überrascht, welch bewegende, lustige, aber auch zutiefst berührende Texte im Laufe eines Wochenendes entstehen können.

Danach dann geht es noch einmal an den Schreibtisch – nicht nur, um die passenden Fotos für das im Februar beim konkursbuch Verlag Claudia Gehrke erscheinende, autobiografische Buch „Mutter zieht aus“ (worin ich exemplarisch für die Kriegskindergeneration die Geschichte meiner Mutter, aber auch meiner gesamten Familie erzähle) auszusuchen, sondern auch, um mich gedanklich einmal mit dem Thema Bilderbuch zu befassen. Nicht, dass ich jetzt etwa unter die Illustratorinnen gegangen bin – aber Bilderbücher brauchen schließlich auch gute Texte, vor allem Bilderbücher zu nicht ganz einfachen Themen. Und die sind ja bekanntlich mein Steckenpferd. Mehr aber wird fürs Erste nicht verraten!

Tja, und dann geht es in den Urlaub: Besuche bei Muttern in Meppen und Ziehtante in Ottendorf stehen auf dem Programm, danach die Toskana, wo wir zu sechst ein großes Ferienhaus gebucht haben. Und der frisch geschorene Hund kommt natürlich auch mit!

Luki (7) mit von der Autorin selbst geschorener Sommerfrisur auf dem heimischen Teppich, gleich links neben dem Schreibtisch

Einen erholsamen August wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im August: Leider keine öffentlichen Termine in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 4. September und 4. Oktober – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Gard Sveen: Teufelskälte / Seinen Erstling „Der letzte Pilger“ hatte ich schon diverse Male in der Hand, um ihn wieder wegzulegen, aber dieses Werk hat mich dann doch überzeugt. Die äußerst spannend aufbereitete Geschichte um eine Fehlverurteilung und einen immer noch frei herumlaufenden Mörder im Oslo dieser Tage hat mich in der Tat gepackt. Endlich mal wieder ein überzeugender Ermittler mit Höhen und Tiefen, aber ohne übertrieben opulent ausgebreitetes Privatleben! // Gerhard Henschel: Arbeiterroman / Ja, und wieder der nächste Band der Langzeitautobiografie Henschels, deutsches Gegenstück zu Karl Ove Knausgårds Wälzer-Reihe. Mit jedem Band mehr allerdings offenbart sich der Meppen-Hasser (Henschel war eine Zeitlang dort, in meiner Heimatstadt, zu Hause, hat aber kein gutes Wort darüber zu berichten) als kühler und arroganter. Irgendwie enttäuschend, auch wenn mir die detailfreudige Sammlung von zeitbezogenen Reminiszenzen weiterhin immer wieder ein kurzweiliges Lesevergnügen bereitet. Aber mal ehrlich: Gern würde ich solch ein Mammutprojekt mal von einer weiblichen Autorin lesen. Nur fürchte ich, ein solches hätte im Buchbetrieb keine Chance … // Uta Eisenhardt: Am Dienstag habe ich meinen Vater zersägt und Jenseits von Böse/ Sowohl die sensationslüsternen Titel als auch die marktschreierische Aufmachung dieser absolut seriösen Sammlung von Berichten einer Gerichtsreporterin stehen in krassen Gegensatz zum Inhalt. Eisenhardt bietet erstaunlich tiefe Einblicke in die verborgene Disfunktionalität unserer Gesellschaft, die sich an den sprachlos machenden Entgleisungen einzelner Individuen offenbart.

 

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Die Monatsbotin Juli 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die fünfundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein durchwachsener Juni, der es in sich hatte, sowohl wetter- als auch arbeitsmäßig. Wie geplant ist pünktlich zum Monatsende die Rohfassung des zweiten Bandes von „Frieda Fricke“ fertig geworden. In „Frieda Fricke – unglaublich!“ droht dem fröhlichen Landleben im schleswig-holsteinischen Hof hinterm Deich Unheil: Ein reicher Hamburger will dort ein Riesenhotel hinbauen, direkt neben das von Frieda und ihren Freunden neugegründete Altersheim für Kühe und andere alte Leute. Klar, dass Frieda, Mitja und co. sich da dringend was ausdenken müssen!

Dazwischen lockerte ein Pfingst-Kurzurlaub im schönen Schleswig-Holstein und einige Lesungen die Schreibtischarbeit auf: Am 12. Juni las ich erstmals in meinem ehemaligen Gymnasium, dem Meppener Windthorst-Gymnasium, aus meinen Jugendbüchern vor. Die fünf neunten Klassen lauschten ausnehmend ruhig (also, früher waren wir nicht ganz so still, meine ich …) den Erlebnissen der Jugendlichen in „Alles ist echt“ (Oetinger Taschenbuch), „Steingesicht“ und „Was in den Schatten ruht“, das ja im nahen Dankern spielt. Eine kleine Führung durch die veränderte Gebäudelandschaft mit der netten Direktorin gab es auch noch, und so überkamen mich heimatliche Gefühle, die ich zwei Tage später bei meinen beiden Lesungen im zwanzig Kilometer entfernten Harener Gymnasium noch vertiefen konnte.

Am selben Nachmittag kamen dann die Kleinen und ganz Großen dran: In der Katholischen Öffentlichen Bücherei Altharen stellte ich „Frieda Fricke – unmöglich“ vor rund zwanzig Kindern und Erwachsenen vor und durfte dann noch als Glücksfee für die büchereiinterne Preisverleihung fungieren. Bei dieser Lesung, organisiert von der Harener Giraffenbuchhandlung Monika Kremer, handelte es sich dann um den letzten Nachzügler meiner Lesereise zum Welttag des Buches, die vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) verlost wurde und vom Kosmos-Verlag finanziert wurde.

Danach ging es wieder zurück in die Berliner Wahlheimat, um dort im Rahmen des Kinder- und Jugendprogrammes der Lit:Potsdam am 23. Juni im Gymnasium Michendorf vor den siebten und am 28. Juni in der Rosa-Luxemburg-Schule vor den fünften Klassen je eine Lesung zu halten. Wir hatten viel Spaß zusammen, und ewig in Erinnerung bleiben wird mir die Sporteinlage der flotten Lehrerin bei der letzten Lesung. Wow! So macht Schule Spaß …

Ein kleiner Nachtrag: Pit Terjung, der Berliner Landessieger beim diesjährigen Vorlesewettbewerb der 6. Klassen, bei dem ich im Mai als Vorlesende und Jurorin mit dabei war, konnte sich im Finale zwar leider nicht durchsetzen und musste Jarik Foth aus Schleswig-Holstein den Vortritt lassen, aber dennoch hat er eine glänzende Leistung abgeliefert. Gratulation an alle Teilnehmer*innen!

Und was kommt?

Erstmal natürlich die Überarbeitung von „Frieda Fricke – unglaublich!“; bis Mitte des Monats soll der erste Feinschliff erledigt sein. Dazu wartet noch ein kurzfristig angenommenes Lektorat auf mich, und dann geht es für elf Tage hintereinander in die Akademie Waldschlösschen – zu gleich drei Schreibworkshops hintereinander. Den Anfang macht das Bundespositiventreffen, bei dem ich seit vielen Jahren mit meinem Workshop mit von der Partie bin, gefolgt vom Treffen junger HIV-infizierter Menschen bis 30 Jahre, bei dem ich erstmalig einen Workshop anbiete. Danach folgt zum krönenden Abschluss mein Auftritt bei der Sommerakademie, die – wie auch die beiden anderen Workshops – schon seit längerem komplett ausgebucht ist. Ich bin sehr gespannt auf die Teilnehmer*innen und das, was sie schreiben werden!

Einen warmen Juli wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Juli:  Leider keine öffentlichen Termine in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 3. Juli und 4. September – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel / Über dieses Buch musste ich eine Weile nachdenken – nicht etwa, weil es so kompliziert wäre, sondern weil mich immer wieder das deutliche Gefühl beschlich, dass Mankell, der wenige Monate nach der Veröffentlichung dieses seines letzten Romans 2015 starb, hier zugleich in Eile als auch mit großer Erschöpfung schrieb. Die Geschichte um den ehemaligen Chirurgen Welin, dessen Haus auf einer schwedischen Schäreninsel abbrennt und der sich so noch im Alter vor einen erzwungenen Neuanfang gestellt sieht, erzählt viel über Einsamkeit und das Altern. Zugleich versucht Mankell, möglichst viele Geschichtenstränge ansatzweise hineinzuweben, als würde er darauf verweisen, wieviel er eigentlich noch zu erzählen hätte, wenn er denn noch könnte. Leider konnte er nicht mehr; und diese unterschwellige Sehnsucht hat mich beim Lesen immer wieder innehalten lassen. Vielleicht ist genau das ein Charakteristikum eines Alterswerkes: das Bewusstsein, dass nicht mehr genug Zeit bleibt, um alles erzählen zu können. Und das steht wohl allen Autor*innen bevor, die ihren Beruf als Berufung empfinden. // Robert Gernhardt: Die K-Gedichte / Dazu passend das dichterische Alterswerk dieses grandiosen deutschen Dichters. K wie Krieg und Krebs … das soll man komisch, ernst und witzig zugleich hinkriegen? Kann man, wenn man „Krankheit als Schangse“ nimmt … Gernhardt hat die Veröffentlichung seines Gedichtbandes ebenfalls nur um einige Monate überlebt und damit auch ein ganz eigenes Alterswerk hingelegt.  // Anno Frank Leven: Vier Palmen /Dieser Dichter und Maler hatte wiederum leider nicht die Chance, ein Alterswerk zu erstellen. Leven starb mit Mitte 40 an einem Hirntumor, mit seinen anrührenden, klaren Gedichten aber bleibt er für mich einer meiner Lieblingslyriker.

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Angesagt – Karen-Susan Fessel im Kinderspielmagazin

Angesagt – Karen-Susan Fessel

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Die Monatsbotin Juni 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die vierundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein sehr warmer, betriebsamer Juni, von dem ich die meiste Zeit am Schreibtisch verbrachte. „Frieda Fricke“ Nr. 2 will ja geschrieben werden und soll im kommenden Frühjahr erscheinen. In „Frieda Fricke – unglaublich!“ droht dem fröhlichen Landleben im schleswig-holsteinischen Hof hinterm Deich Unheil: Ein reicher Hamburger will dort ein Riesenhotel hinbauen, direkt neben das von Frieda und ihren Freunden neugegründete Altersheim für Kühe und andere alte Leute. Klar, dass Frieda, Mitja und co. sich da dringend was ausdenken müssen!

65 Seiten, ungefähr die Hälfte, sind schon in der Rohfassung fertig, die neuen Illustrationen, wiederum von Mareikje Vogler, ebenfalls in Arbeit. Ich liege also gut im Plan, und, was noch besser ist: Es macht wiederum sehr viel Spaß – und das, wo Bücher für jüngere Kinder doch eigentlich gar nicht mein Steckenpferd waren …

Ein paar Veranstaltungen lockerten die Schreibtischarbeit noch einmal auf: Zunächst las ich am 10. Mai in der Stadtteilbibliothek Falkenhagener Feld aus „Frieda Fricke – unmöglich!“ vor zwei dritten Klassen, um mein Zielpublikum noch einmal genauer in Augenschein nehmen zu können. Eine Woche später, am 17., hatte ich das Vergnügen, die zwölf aufgeregten TeilnehmerInnen des Berliner Landesentscheides des Vorlesewettbewerbes der 6. Klassen mit einer Kurzlesung aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ auf ihre schwierige Aufgabe – das Präsentieren eines selbst ausgesuchten und dann eines unbekannten Fremdtextes – einzustimmen und dann in der Jury die nicht minder schwierige Aufgabe zu übernehmen, den oder die Siegerin zu bestimmen. Knapp, aber überzeugend gewann der Lokalmatador aus Mitte, Pit Terjung, der Berlin dann am 21. Juni beim Bundesentscheid vertreten wird. Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und InnenbereichViel Glück, Pit!

Danach ging es für mich gleich weiter ins wunderschöne Greifswald, wo ich erstmals zu Gast war und im Rahmen der Aktionswochen gegen Homophobie, Inter*phobie und Trans*phobie aus „Liebe macht Anders“ und weiteren Werken für drei 9. Klassen las, ganz stilecht im altehrwürdigen Gewölbesaal der Hans-Fallada-Bibliothek.

Interviews übrigens gebe ich auch gelegentlich – hier ein aktuelles Beispiel aus dem Online-Kinderspielmagazin.

Und was kommt?

Natürlich auch diesen Monat wieder viel Schreibarbeit – der zweite Teil von „Frieda Fricke – unglaublich!“soll bis Ende des Monats in der Rohfassung fertig sein! Dazwischen aber stehen wiederum einige Lesungen an – für mich ganz besondere: Erstmals habe ich am 12. Juni die große Freude, an meinem alten Gymnasium, den Meppener Windthorst-Gymnasium, aus meinen Jugendbüchern vorzulesen, und zwar für die neunten Klassen – da bietet sich natürlich das neu erschienene „Alles ist echt“ (Oetinger Taschenbuch) an, aber auch „Was in den Schatten ruht“, das ja im nahen Dankern spielt.

Aus eben diesen Werken werde ich auch zwei Tage später im Harener Gymnasium vor den achten und neunten Klassen vortragen, gefolgt von einer nachmittäglichen öffentlichen Lesung aus „Frieda Fricke“ in der Bücherei Altharen. Bei dieser Lesung, organisiert von der Harener Giraffenbuchhandlung Monika Kremer, handelt es sich übrigens um den letzten Nachzügler meiner Lesereise zum Welttag des Buches, die vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) verlost wurde und vom Kosmos-Verlag finanziert wird. Eine rundum gelungene Aktion!

Danach habe ich noch das Vergnügen, erstmalig bei der Lit:Potsdam im neu vom Autor Martin Klein initiierten und kuratierten Kinder- und Jugendprogramm teilzunehmen und dabei am 23. Juni im Gymnasium Michendorf und am 28. Juni in der Rosa-Luxemburg-Schule zwei Lesungen zu halten.

Und dann, weil diese Zeiten ja dringend nach guten Nachrichten verlangen, hier noch zwei schöne Neuigkeiten: Zum Einen erscheint im September im Psychatrie-Verlag Der Zahlendieb – mein Leben mit Zwangsstörungen, die gemeinsam mit mir verfasste, sehr spannende und bewegende Autobiografie des Berliner Filmemachers und Sozialpädagogen Oliver Sechting. Die Arbeit daran hat mir viel bedeutet, und ein weiteres gemeinsames Werk ist schon angedacht …

Zum anderen wird im Frühjahrsprogramm meines allerersten Verlages, dem konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, eine andere, ganz spezielle Biografie aus meiner Feder erscheinen: „Mutter zieht aus – ein erzählender Bericht“ (Arbeitstitel), die Lebensgeschichte meiner eigenen Mutter aus ihrer und meiner Sicht, die zugleich aber auch meine eigene Familiengeschichte und die Geschichte der weiblichen Kriegskinder und ihrer Töchter erzählt, exemplarisch am Beispiel eben meiner eigenen Familie. Dieses gut zweihundert Seiten umfassende Buch habe ich meiner Mutter zum 80. Geburtstag im letzten Juli geschrieben und auch gewidmet – und wir freuen uns beide, dass nun auch andere Menschen Gelegenheit bekommen werden, es zu lesen!

Einen sonnigen Juni wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Juni:  14. Juni, Haren, Katholische Öffentliche Bücherei Altharen, 16h: Lesung aus „Frieda Fricke – unmöglich!“

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 7. Juni, 4. Juli und 4. September – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen:  Kristina Ohlsson: Schwesterherz / Die vielgelobte schwedische Autorin schreibt Krimis am laufenden Band, also habe ich mich als Schwedenliebhaberin auch einmal in ihr neuestes Werk vertieft. Aber die atemlose Suche eines Privatdetektivs mit etwas unglaubwürdigem Privatleben nach der wahren Lebensgeschichte einer fünffachen, längst verstorbenen Mörderin konnte mich nicht so recht in den Bann ziehen. Komischerweise hatte ich ständig das Gefühl, dass hier einem männlichen Autoren nicht ganz gelungen ist, sich in eine weibliche Hauptperson hineinzuversetzen. Dabei war es doch genau andersherum … // Roman Voosen/Kerstin Signe Danielsson: Der unerbittliche Gegner / Da hat mir ein neuerlicher Versuch mit dem fünften Band des schwedisch-deutschen Krimiduos doch deutlich besser gefallen. Die Geschichte um einen afrikanischen Kindersoldaten in Schweden und mehrere zunächst unerklärliche Mordfälle erinnert zwar in Aufbau und Konstruktion an Henning Mankells große Werke, insbesondere an „Die weiße Löwin“, hat mir aber doch eine recht spannende Lektüre beschert.

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Die Monatsbotin Mai 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreiundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein reichlich aktiver Monat April: Von 30 Tagen war ich die ersten elf in Berlin, um mich den Vorbereitungen für mein nächstes Kinderbuch zu widmen, danach dann den Rest den Monats auf Reisen – allerdings, muss ich gestehen, davon eine Woche zu meinem privaten Vergnügen. Nach einer kurzen Visite in Meppen bei Muttern ging es weiter nach Schleswig-Holstein, wo unsere alterprobte Reisegruppe, bestehend aus zwei Frauen, zwei Männern, einem Knaben und einem Hund, diverse Ausflüge unternahm, so zum Beispiel in die kleinste Stadt Deutschlands, Arnis, oder auch ans Wattenmeer auf die Halbinsel Nordstrand, wo ich Gelegenheit hatte, das widerlichste Fischbrötchen meines Lebens zu verzehren. Noch heute ist mir, als würde diese trockene, fade, eiskalte Bulette mir den Hals verstopfen …

Kaum zurück in Berlin, ging es am 19. auf nach Wernigerode, dem Auftakt meiner einwöchigen Lesereise quer durch Deutschland. Genauer gesagt, handelte es sich um eine Rundreise, mit der ich durchaus in Konkurrenz zu den vornehmlich von chinesischen Touristen unternommenen Schnelltrips „Europa in sieben Tagen“ treten könnte. Gleich durch zehn Bundesländer führte diese wirklich wunderschöne Bilderbuchreise, bei der sich Deutschland wirklich von der besten, frühlingshaften Seite präsentierte. Durch Brandenburg fuhr ich zunächst nach Sachsen-Anhalt in den Harz, um am 20. April in Wernigerode auf Einladung von Paul Jüttners Buchhandlung in der altehrwürdigen Remise des Kulturvereins vor ca. 70 Drittklässlern aus „Frieda Fricke – unmöglich!“ vorzutragen. Weiter ging es durchs blühende Eichsfeld in die idyllischen Weinberge rund ums hessische Groß-Umstadt und Groß Zimmern. Die dortige Buchhandlung Lesezeichen hatte gleich 200 Viertklässler in die Turnhalle der örtlichen Schule geladen, und auch hier war – wie schon in Wernigerode – mein kleiner vierbeiniger Reisebegleiter Luki neben Frieda Fricke der unumstrittene Star. Er ließ sich auch von hunderten Kinderhänden geduldig streichen, lehnte aber ein Bad hinterher absolut eindeutig ab.

Von Hessen aus reiste ich dann durch das liebliche Neckartal weiter nach Stuttgart, um dort am 22. nachmittags im Kosmos-Shop vor sehr überschaubarem Publikum vorzutragen. Dafür aber gab es im Anschluss einen wunderbaren Beitrag in Leseträumchens Blog inklusive mehrerer ganz wunderbarer Fotos: 

Tja, Luki ist einfach höchst fotogen!

Und kam dann mit nach Wadern im schönen Saarland, wo ich zuerst einen Wandertag einlegte, den ich nutzte, um auf den Berg Litermont zu steigen und mir von oben das imposante Weltkulturerbe, die Völklinger Hütte, anzusehen. Am 24. dann warteten im Waderner Lichtspielhaus gut 160 Viertklässler auf „Frieda Fricke – unmöglich!“, eingeladen von der Bücherhütte Wadern, die sich sehr versiert mit interessanten Events zeigt: Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse erhielt die umtriebige Inhaberin Beatrice Schmitt dafür dann auch den silbernen Buch-Markt-Award. Herzlichen Glückwunsch!

Diese wunderbare Lesereise endete dann am folgenden Tag im schleswig-holsteinischen Geesthacht, hier auch wieder in besonderer Kulisse: Die einladende Buchhandlung Lilienhof hatte gut hundert Kinder in die Salvatorius-Kirche geladen, wo deren Pastor höchst persönlich die Einführung hielt. Ein perfekter Abschluss der Lese-Reise zum Welttag des Buches! Die Lesungen selbst dabei wurden übrigens vom Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) verlost und vom Kosmos-Verlag finanziert. Eine tolle Aktion, wie nicht nur die Kinder und die BuchhändlerInnen finden, sondern auch ich!

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin las ich dann am 26. April wieder einmal in der Grundschule Menschenskinder in Schönwalde-Glien aus „Und wenn schon!“ und „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“, um zwei Tage später nach Rheinsberg zu fahren. Dort war eine Gruppe ältererer Sehbehinderter und Blinder aus Rathenow und Umgebung zu Gast, die viel Spaß an meiner Lesung aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ hatte. Beschwingt ging es zurück nach Berlin, um am folgenden Morgen das Flugzeug nach Zürich zu besteigen. Das lesbisch-schwule Filmfestival Pink Apple hatte mich eingeladen, am 30. April aus „Bilder von ihr“ zu lesen und den spannenden Fragen der Rundfundmoderatorin Helen Hürlimann sowie des Publikums zu antworten. Am nächsten Tag dann saß ich erneut auf dem Podium, diesmal im Rahmen einer Diskussion zum Thema „Coming Out“, um, moderiert von Natalie Gehler, Rede und Antwort zu stehen. Die Atmosphäre war ungemein entspannt und freundlich, und so flog ich dann gestern Abend höchst zufrieden, aber auch erschöpft von diesem 19tägigen Lese- und Veranstaltungsmarathon zurück nach Berlin.

Und was kommt?

Vor allem Schreibarbeit: Schließlich will „Frieda Fricke 2“ mit dem Arbeitstitel „Frieda Fricke – unglaublich!“ im Juli abgegeben werden, damit es im kommenden Frühjahr erscheinen kann. Ich freue mich sehr darauf – auf die Arbeit daran und das Buch selbst!

Einige Veranstaltungen wird es in diesem Monat auch geben: am 10. Mai habe ich das Vergnügen, in der Falkenhagener Stadtteilbibliothek aus meinen Werken vorzutragen, eine Woche später bin ich in der Jury zum Berliner Landesentscheid des Vorlesewettbewerbes der 6. Klassen zu Gast und am Tag darauf lese ich erstmals in Greifswald, im Rahmen der Aktionswochen gegen Homophobie, Inter*phobie und Trans*phobie. Also, es geht munter weiter!

Einen wonnigen Mai wünscht Karen-Susan Fessel

Öffentliche Termine im April:  Leider keine öffentlichen Veranstaltungen in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 5. Mai  und am 2. Juni – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen:  Kristian Gidlund: Nach mir das Leben / Gidlund, hoffnungsvoller schwedischer Musiker und Autor, erkrankte in seinen Zwanzigern an Magenkrebs und erlag diesem nach langem Kampf und mehreren Rückfällen. Sein schriftliches Vermächtnis hat ganz Schweden bewegt, mich nicht ganz so sehr – aber lesenswert ist Gidlunds temperamentvolle Gedankenspielerei dennoch unbedingt. // Werner Schneyder: Krebs. Eine Nacherzählung. / Sehr mitgefühlt habe ich hingegen bei Schneyders Schilderung des Krebstodes seiner ersten Frau, wenngleich mir der Autor (und Kabarettist) selbst an vielerlei Stellen nicht gerade sympathisch daherkam. Aber genau deswegen hat mich die Lektüre auch so beeindruckt. Sicherlich auch eine Altersfrage, denn altersmäßig bin ich näher an Schneyder als an Gidlund; jüngeren LeserInnen sagt vermutlich wiederum Gidlund viel mehr. Eine Gegensatzlektüre, gern zur Nachprüfung zu empfehlen! // Donald Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, um am Leben zu bleiben / Dieses Werk hingegen konnte ich unmöglich zu Ende lesen. Das vielgelobte Werk über Depression hat mich komplett angeödet, leider, und das trotz oder vielleicht gerade wegen der betont unterhaltsamen Schreibweise. Der Ich-Erzähler und sein Kampf gegen die Depression haben mich einfach nicht interessiert, und ich weiß nicht, ob auch das wohl eine Altersfrage ist – viel eher hat mich das Gefühl beschlichen, dass hier eine professionelle Werbemaschinerie angelaufen ist, damit die Kasse so richtig schön klingelt. Bücher zum Thema Depression sind ohnehin ein schwieriges Unterfangen, aber da bevorzuge ich dann doch Elizabeth Wurtzels quälende, holprig übersetzte biografische Abhandlung „Verdammte schöne Welt“, in der sie 1999 das Loblied auf Prozac sang. Irgendwie war das ungemein nervig, aber ungleich authentischer …

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Die Monatsbotin April 2017 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die zweiundvierzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein turbulenter Monat März mit Höhen und Tiefen geht zu Ende – und wieder einmal ein Beweis dafür, dass mein Beruf so ganz und gar nicht langweilig ist. Stattdessen höchst abwechslungsreich: Begonnen hat der Monat mit einem Schreibworkshop vom 3. bis 5. März auf Einladung der Stiftung „Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern“ in Ostseeseminarhaus in Büttelkow unweit der mecklenburgischen Ostseeküste. Dreizehn Teilnehmer*innen waren angereist, um Texte zu verfassen, die das queere Leben in ihrem Bundesland thematisierten. Die daraus entstandene Broschüre ist fast fertig und demnächst erhältlich, unter anderem auch im Rahmen einer geplanten Wanderausstellung zum Thema un_sichtbar: Lesben, Schwule und Trans* in Mecklenburg-Vorpommern – Lebensrealitäten, Ausgrenzungserfahrungen und Widerständigkeiten.

Neben der von mir lektorierten Broschüre standen noch zwei weitere Lektorate an, dann aber wandte ich mich wieder den jüngeren Leser*innen zu, und das gleich mit zwei dicht aufeinanderfolgenden Premieren: Am 21. März las ich aus meinem brandneu in den nächsten Tagen erscheinenden Jugendbuch „Alles ist echt“ (Oetinger Taschenbuch) in der Janusz-Korczak-Bibliothek Pankow vor Achtklässler*nnen des Rosa-Luxemburg-Gymnasium – ein Testlauf, der bestens verlief, auch wenn ich im nagelneuen Buch erstmal die richtigen Seiten suchen musste.

„Alles ist echt“ erzählt von vier Jugendlichen, die eines Nachts an einer Berliner Tankstelle aufeinandertreffen, mit fatalen Folgen. Am Ende liegt einer im Koma, der Täter ist auf der Flucht, und die beiden anderen Jugendlichen bleiben schockiert zurück. Und machen sich später gemeinsam auf die Suche … Der Roman handelt von Jugendgewalt, ihren Ursachen und ihren Folgen, von Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen und die Entfremdung zwischen halbwüchsigen Kindern und ihren Eltern. Ich persönlich halte das Buch für eines meiner besten überhaupt und bin gespannt, ob das auch andere so sehen …

Vier Tage später aber dann folgte schon die nächste Premiere, diesmal auf der Leipziger Buchmesse – viele gespannt lauschende Besucher*nnen zwischen 4 und ungefähr 84 Jahren lauschten meiner ersten Lesung aus  „Frieda Fricke, unmöglich!„, meinem neuen Kinderbuch ab 8 Jahren, frisch erschienen im Kosmos-Verlag.

Darin geht es um freche Mädchen, segelohrige Jungs, tüdelige Tanten, alte Kühe, die dringend ein Altersheim brauchen, aber nicht nur die ….

Eine zweite Lesung aus „Frieda Fricke, unmöglich!“ rundete meinen Doppel-Messebesuch und Monat März ab. So macht die Messe Spaß!

Und was kommt?

Na – ganz folgerichtig die Arbeit an „Frieda Fricke 2“! Schon im April werde ich damit beginnen, damit das Manuskript dann im Juli abgegeben werden kann und im kommenden Jahr erscheint – und vielleicht lese ich dann wieder auf der Leipziger Messe daraus vor, wer weiß …

Nach einer kurzen Osterreise geht es dann noch mal richtig mit „Frieda Fricke“ auf Reisen durch die Republik: Meine Lesereise anlässlich des Welttages des Buches führt mich am 20. April zunächst nach Wernigerode in Paul Büttners Buchhandlung, dann weiter nach Groß Zimmern in die Buchhandlung Lesezeichen und am 22. April dann nach Stuttgart in den Kosmos-Shop, weiter geht es dann in die Bücherhütte nach Wadern im Saarland und am Ende nach Geesthacht in die Bücherstube Lilienhof im nördlichen Niedersachsen. Nahezu alle diese fünf Lesungen, die von den jeweiligen Buchhandlungen gewonnen und vom Kosmos-Verlag gesponsort wurden, werden Großveranstaltungen, meist erwarten mich an die 100 Kinder, aber auch bis zu 200 sind angekündigt. Ich bin gespannt!

Eine weitere Lesung in diesem Rahmen wird mich dann erst im Juni nach Haren an der Ems führen, was ich natürlich mit einem Heimatbesuch bei Muttern verbinden werde.

Unmittelbar nach meiner Rückkehr geht es dann für zwei Lesungen nach Schönwalde/Glien nahe Berlin, wo ich zum wiederholten Male in der Grundschule Menschenskinder aus meinen Büchern vorlesen werde. Bestimmt blühen dann auch schon wieder Unmengen meiner Lieblingsblumen, der Buschwindröschen, rund ums Schulgelände, was mich jedesmal aufs Neue erfreut. Jaja, Frauen und Blumen …

Zwei Tage später, am 28. April, habe ich dann das Vergnügen, in Rheinsberg eine Werkschau für ältere Blinde und Sehbehinderte zu präsentieren, auf Einladung der Usher-Gruppe Berlin-Brandenburg.  Beim Usher-Syndrom handelt es sich um eine degenerative Erkrankung der Netzhaut, die zur Erblindung führt, in Kombination mit Schwerhörigkeit. Ein Jugendbuch zu diesem Thema habe ich seit einiger Zeit in Arbeit, aber noch nicht bei einem Verlag unterbringen können. Aber ich hoffe, es klappt demnächst!

Und danach geht es gleich weiter nach Zürich, wo ich im Rahmen des Pink-Apple-Festivals am 30. April um 17h eine kurze Werkschau vorstelle und mich dann einer moderierte Fragerunde stellen werde. Für den nächsten Tag ist dann noch die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zum Thema „vom coming-out zum public outing“ geplant. Volles Programm also!

Einen gut gefüllten April wünscht Karen-Susan Fessel

 

Öffentliche Termine im April:  20. April, 9.30h, Wernigerode, Remise des Wenigeröder Kunst- und Kulturvereins e.V., Marktstr. 1 / 21. April, 10h, Groß Zimmern, Buchhandlung Lesezeichen / 22. April, 15h, Stuttgart, Kosmos-Shop, Blumenstraße 44 / 24. April, 10h, Wadern, Bücherhütte Schmitt / 25. April, 10h, Geesthacht, Bücherstube Lilienhof: jeweils eine Lesung aus „Frieda Fricke, unmöglich!“ / 26. April, 10h, Grundschule Menschenskinder, Schönwalde-Glien: zwei Lesungen aus „Und wenn schon!“ / 30. April, 17h, Zürich, Kulturhaus Helferei: Lesung und Diskussion / 1. Mai, 15h, Zürich, Kulturhaus Helferei: Podiumsdiskussion

Onlineworkshops: Der nächste Kreativ-Quickie startet am 2. Mai – Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen:  Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke / Den dritten Band von Meyerhoffs kurzweiliger, auf sechs Bände angelegten Biografie halte ich persönlich für den bislang besten. Und das nicht nur wegen der faszinierend anrührenden Schilderung seiner manirierten Großmutter und ihres steif-freundlichen Gatten, bei denen der Joachim seine Zeit als Münchener Schauspielschüler verbrachte. Meyerhoff gelingt es, alte Menschen in den Fokus seiner Erzählung zu heben, das hat Seltenheitswert. // Tom Malmquist: In jedem Augenblick unseres Lebens // Eines der packendsten und dabei ergreifendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe: Malmquists biografische Erzählung über den plötzlichen Tod seiner hochschwangeren Lebensgefährtin und sein ihn überrumpelnder Start in ein Leben als alleinerziehender Vater hat mich in Bann geschlagen. Malmquist erzählt – in der hervorragenden Übersetzung von Gisela Kosubek – atemlos und rau; für mich neu ist zudem die Erfahrung, dass ich den Helden eines Buches durchaus nicht gerade sympathisch finden kann, dennoch unbedingt mehr über ihn wissen will. Sehr zu empfehlen! // Donald Ray Pollock: Die himmlische Tafel / Diese hat mich leider nicht überzeugt und eher kalt gelassen, schade! Dabei hatte ich mich so auf das dritte Werk meiner Neuentdeckung aus dem letzten Monat gefreut. Aber für Liebhaber von breit fabulierten Westernerzählungen ist der dicke Schmöker sicher dennoch ein Genuss …

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