Besondere Paare gesucht – für Karen-Susan Fessels neues Buchprojekt

Mitwirkende gesucht! Paare mit Gepäck – Beziehungsporträts von Menschen mit einer psychischen Erkrankung

Für ein neues Buchprojekt suchen wir Paare, die mit einer psychischen Erkrankung umgehen müssen!

Bei Paaren, von denen ein Partner, vielleicht aber auch beide, unter psychischen Problemen leidet, potenzieren sich die Problematiken, heißt es. Aber ist das wirklich und immer so?

Wie lebt es sich als Paar mit psychischen Problemen im Gepäck? Erzählt man gleich, was einen so umtreibt und festhält? Wie lernt man sich überhaupt kennen, und wann kommt die Wahrheit auf den Tisch?
Entwickeln Paare, die mit einer oder mehreren psychischen Erkrankungen umgehen müssen, ganz eigene Strategien in der Alltagsbewältigung? Entsteht vielleicht eine sogar fruchtbare Dynamik? Wer stützt wen, und gibt es darin ein Gleichgewicht? Oder braucht es das gar nicht?
Wie gelingt es, Schwere in Leichtigkeit aufzulösen und sich den eigenen Humor zu bewahren?

Karen-Susan Fessel spricht mit betroffenen Paaren unterschiedlichen Alters und Geschlechts bei ausgiebigen Kaffeegesprächen in privatem Rahmen und lockerer Atmosphäre über die Schwierigkeiten, aber auch eventuellen Vorteilen, die eine anscheinend vorrangig problematische Grundkonstellation mit sich bringt.

Die in privatem Rahmen entstandenen Interviews werden von der Autorin zu jeweils ca. zehn- bis fünfzehnseitigen Reportagen verdichtet und von schwarz-weißen Porträtfotos (Fotograf: Werner Krüper) der jeweiligen Paare illustriert. 

Wir freuen uns sehr, wenn Sie und Ihr*e Partner*in Teil dieses Buchprojekts sein möchten, und sind gespannt auf Ihre Geschichten!

Zuschriften bitte per E-Mail an: kluenter@psychiatrie-verlag.de

Betreff: Buchprojekt Paare mit Gepäck

Einsendeschluss ist der 31.10.2020

Autorin: Karen-Susan Fessel ist Schriftstellerin und lebt und arbeitet in Berlin. Seit 1994 sind mehr als dreißig Romane und Erzählungen für Kinder, Erwachsene und Jugendliche erschienen, die teils mehrfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. 2020 wurde ihr für ihr literarisches Schaffen und soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Fotograf: Werner Krüper absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger, dann wandte er sich der Fotografie zu und studierte Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld. Seit 1990 ist er als freier Fotograf tätig. Sein Interesse für die Menschen, die Pflege in Anspruch nehmen, ist ihm geblieben und schlägt sich unter anderem in Arbeiten für Institutionen und Medien im sozialen Bereich nieder. Für das Erfahrungsbuch »Die Hoffnung trägt« mit Recoverygeschichten von psychisch erkrankten Menschen, das im BALANCE buch + medien verlag erschienen ist, hat er die Porträtfotos gemacht. Weitere Informationen und Fotos unter www.werner-krueper.de

Die Monatsbotin Oktober 2020 / Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die einundachtzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!

Und wer die Monatsbotin lieber hören möchte: Hier geht das!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein durchmischter September liegt hinter mir – zunächst aber freute ich mich noch sehr daran, dass mein Computer dann doch gerettet werden konnte, nachdem er Ende des Monats nach einem Update komplett abgestürzt war. Jetzt läuft er schneller denn je, eine Wohltat!

Nur kann ich ihn derzeit kaum nutzen, denn gegen Ende des Monats musste ich mich einer lange fälligen Handoperation unterziehen. Mich ereilte das Karpaltunnelsyndrom, ein unangenehmes Leiden, das Vielschreibern, aber auch Feinmechanikern, Schustern und anderen feinteilig Arbeitenden wohlbekannt ist. Was zur Folge hat, dass diese Monatsbotin sehr kurz ausfällt, ich muss nämlich mit links tippen, die rechte Hand ist erst wieder in ein, zwei Wochen richtig einsatzfähig.

Vorher aber gab es noch neben der Arbeit an den Onlineworkshops und einigen Lektoraten zwei sehr gelungene Veranstaltungen: Am zweiten September-Wochenende hatte ich das Vergnügen, eine sehr nette und fröhliche Truppe hessischer HIV-Positiver zunächst mit einer Lesung aus „Bronko, meine Frau Mutter und ich“ und dann mit einem Schreibworkshop zu erfreuen. Die entstandenen Texte setzten mich, wie so oft, in Erstaunen – ich finde es immer wieder aufs Neue sehr spannend und oftmals auch bewegend zu entdecken, welche Talente und Geschichten in den Menschen so schlummern. Umso schöner, wenn diese dann ans Tageslicht treten dürfen …

Von da aus ging es dann schnurstracks ins brandenburgische Falkensee, um dort im Regenbogencafé erstmalig live aus meinem neuen Roman „In die Welt“ vorzulesen. Eine wirklich denkwürdige Freiluftpremiere, bei der auch viel gelacht wurde; was mich besonders erfreute. Hatte ich mein eigenes Buch doch gar nicht so lustig in Erinnerung. Eine schöne Überraschung für mich und eine gelungene Veranstaltung!

Und was kommt?

Wiederum weiter geht es mit allen anstehenden Projekten und Online-Workshops. Auch die Sonderedition meines vergriffenen Kinder- und Jugendbuches „GG-was ist das?“ harrt noch immer der Überarbeitung. Außerdem beginne ich ein neues Buch, diesmal allerdings kein Roman und auch kein Kinder- oder Jugendbuch, sondern ein Band mit Porträts von ganz besonderen Paaren. Mehr dazu in der nächsten Monatsbotin!

Und: Es geht wieder auf Lesereise! Vom 12. bis zum 16. Oktober reise ich auf Einladung der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen durch Baden-Württemberg und besuche dabei Schulen und Bibliotheken in Lehrenssteinsfeld, Unterriet, Untergruppenbach, Nürtingen, Deggingen, Schwaikheim und Gerstetten. Meistgewünschter Titel dabei: „Frieda Fricke, unmöglich“. Das heißt, ich werde viele aufgeregte 8- bis 10-Jährige vor mir haben. Wie und ob ich in diesen Corona-Zeiten dem jungen Publikum dann die sonst so heißbegehrten Autogrammkarten geben kann, berichte ich in der kommenden Monatsbotin.

Für die letzte Oktoberwoche ist dann eine Lesereise ins sachsen-anhaltinische Bad Harzburg geplant. Auch davon werde ich berichten – und nun meine armen Finger schonen. „Ausgelesen“ fällt deshalb diesmal aus. Dabei liegen schon vier Bücher auf meinem Tisch, die auf eine Besprechung warten …

Einen stürmisch-fröhlichen Oktober wünscht Karen-Susan Fessel

Online Workshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 5. Oktober und 2. November; Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Die Monatsbotin September 2020 / Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die einundachtzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!

Und: Die Monatsbotin zum Hören wird aus technischen Gründen erst in den nächsten Tagen nachgeliefert!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein höchst interessanter August liegt hinter mir – zwar hielt die Sommer- und noch dazu die Coronapause noch an, aber ich hatte dennoch allerlei zu erledigen: Zu meiner Freude haben meine Online-Workshops regen Zulauf, nebst dem Kreativ-Quickie vor allem auch das Biografische Schreiben. Wie das funktioniert? Ich gebe per Mailanhang Aufgaben, die in einer gewissen Zeit erledigt werden (Schreibaufgaben natürlich, beim BIografischen Schreiben kommt auch ein Fragebogen zum Einsatz). Beim Kreativ-Quickie sind das immer 48 Stunden, bei den anderen Workshops in der Regel zehn Tage, aber es kann auch ein individueller Zeitraum vereinbart werden. Dann begutachte ich den Text (und kommentiere und redigiere ihn bei den „größeren Workshops“ zusätzlich) und schicke ein ausführliches Feedback zurück, zusammen mit der neuen Aufgabe/dem neuen Modul. Und so geht es dann munter weiter … Mir macht das immer viel Spaß, vor allem, weil es immer wieder neue Überraschungen gibt, vorrangig im positiven Sinne!

Weiterhin habe ich natürlich einige eigene Buchprojekte in Planung, aber da ist noch nichts richtig spruchreif oder gar unter Dach und Fach. Was ich allerdings auch erst sagen dürfte, wenn der jeweilige Vertrag unterschrieben ist, und auch dann muss noch eine Weile Geheimniskrämerei betrieben werden – damit nicht etwa andere auf die Idee kommen, sich mit der gleichen Idee zu befassen …

Das heißt, dass ich leider offiziell nicht allzuviel zu berichten habe, obwohl inoffiziell ziemlich viel los ist zurzeit. Und dann passierte allerdings in der letzten Augustwoche das, was alle Menschen, die am Computer arbeiten, sehr fürchten: Mein PC stürzte nach einem Update ab und präsentierte sich mir nur noch mit schwarzem Bildschirm.

Die Ferndiagnosen diverser Computerspezialisten zeichneten noch dazu ein tiefschwarzes Bild. Aber dank des grandiosen Einsatzes eines Fachmannes, der mir über einen lieben Freund vermittelt wurde. musste ich nur eine Woche auf mein Arbeitswerkzeug verzichten. Nun ist er wieder wie neu, mein schöner All-in-One-PC, und in Zukunft werde ich auch immer brav täglich meine externe Festplatte anschließen und ein Backup machen. Puh, gerade noch mal gut gegangen!

Und eine Lesung gab es dann auch noch, am 30. August im ehemaligen Luftkurort Hangelsberg, unweit von Berlin. Der Verein Historischer Bahnhof Hangelsberg e.V., der sich für die Restaurierung und (kulturelle) Neubewirtschaftung eines der ältesten Bahnhöfe Deutschlands einsetzt, hatte mich eingeladen, sein Sommerfest mit einer Lesung für Kinder aus „Frieda Fricke, unmöglich“ zu bestücken. Aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen lauschten und amüsierten sich, eine rundum gelungene Veranstaltung, gekrönt von einer charmant geführten Sightseeingtour per Rad.

Dass ich dann hinterher auf dem Rückweg mit dem Rad quer durch den Wald auf dem Weg zum nächsten Bahnhof Fangschleuse genau in den einsetzenden Starkregen hineinfuhr und klatschnass noch gut eine Stunde mit Regional-, S- und U-Bahn unterwegs war, konnte den schönen Nachmittag aber nicht schmälern …

Veröffentlicht habe ich auch etwas: einen dreiseitigen Text zum Thema Tod im gleichnamigen Konkursbuch 56, das sich ungemein lesenswert mit Ansichten über und vom Tod beschäftigt. Herausgekommen ist dabei ein dicker Wälzer, mit dem es sich trefflich an dunkler werdenden Herbsttagen zurückziehen lässt.

Und was kommt?

Na, weiter geht es mit allen anstehenden Projekten und Online-Workshops. Außerdem wartet eine Sonderedition meines vergriffenen Kinder- und Jugendbuches „GG-was ist das?“ auf die Überarbeitung. Und eine Lesung samt Kurz-Schreibworkshop für HIV-Positive im hessischen Knüllwald ist auch geplant, worauf ich mich sehr freue – die Arbeit mit HIV-Positiven macht mir ja immer sehr viel Freude.

Aber dann wird es nicht so schön: Die dringend nötige zweite Handoperation steht an; ein ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom macht mir zusehends das Leben schwer. Am 23. September ist nun nach der linken die rechte Hand dran, und das heißt, dass ich danach dann mindestens zwei Wochen nicht mehr fröhlich in den PC tippen kann, geschweige denn mit der Hand schreiben. Die Oktober-Monatsbotin wird also sehr kurz ausfallen müssen, wofür ich schon vorab um Verständnis bitte. Aber danach geht es dann umso frischer ans Werk!

Einen milden September wünscht Karen-Susan Fessel

Online Workshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 3. September und 1. Oktober; Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Alice Sebold: Glück gehabt. Manhattan, München 2004 (vergriffen, antiquarisch erhältlich). / Auch beim dritten Lesen bin ich wieder beeindruckt und ergriffen: Sebold, die mit „Unter meinem Himmel“ (dessen ungewöhnliche Perspektive mich ebenfalls nachhaltig beeindruckte) zu Weltruhm kam, wurde mit 18 Jahren als frischgebackene Studentin auf ihrem Campus vergewaltigt. Der aufnehmende Polizeibeamte erklärte ihr, da habe sie noch Glück gehabt, an derselben Stelle sei kurz zuvor eine junge Studentin nicht nur ebenfalls vergewaltigt, sondern zudem noch ermordet worden. Sebold verarbeitet ihre Geschichte nicht nur literarisch auf erstaunlich bewegende und dabei sachliche Weise, sondern setzte sich auch gesellschaftspolitisch stark dafür ein, Männergewalt gegen Frauen nicht weiter unter den Tisch fallen zu lassen. Einfach hervorragend, nicht nur das Buch …

Die Monatsbotin August 2020 / Notizen aus dem vierten Stock



Hier kommt die achtzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein zum Glück lange nicht so brütend heißer Juli wie die letzten beiden – und nach drei Monaten Ruhe im Terminkalender erstmals wieder zwei Veranstaltungen, die nicht online stattfanden oder ausfielen. Während alle Lesungen als Folge der Corona-Epidemie weiterhin gestrichen blieben, setzte sich die gute alte Sommerakademie Waldschlösschen nahe Göttingen mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept schließlich bei den Gesundheitsbehörden durch und konnte so den Betrieb wieder aufnehmen. Die Durststrecke dazwischen übrigens überstand die Akademie nur dank der zahlreichen Spenden von Unterstützer*innen vorrangig aus der schwulen Welt; eines der vielen Zeichen von Solidarität, die diese merkwürdigen Zeiten erfreulicherweise hervorgebracht haben.

So konnte ich dann gleich zweimal ins Waldschlösschen nahe Göttingen reisen, um zunächst beim 204. Bundespositiventreffen (veranstaltet vom Waldschlösschen, der DAH und dem Verein Positiv e.V.) mit einem knappen Dutzend Teilnehmer*innen an kurzen Texten zu arbeiten, die auch, aber nicht nur die eigene HIV-Infektion und ihre Folgen zum Thema hatten. Die strengen Hygieneregeln – Maskenpflicht bei jedem Gang, Einbahnstraßenverkehr, Abstandhalten und Essen nur an Einzeltischen – waren zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig und irritierend, aber da alle sich ausnahmslos daran hielten, schnell „normal“ und dann auch kaum noch störend.

Auch bei der „Sommerakademie“ in der letzten Juliwoche, bei der ich zum elften Mal das Vergnügen hatte, einen Schreibworkshop anzubieten, ließ sich das Hygienekonzept gut umsetzen. Zwar hieß das, auch bei kühlem Morgenwetter in kurzen Abständen für Durchzug zu sorgen, aber meine 15 Teilnehmer*innen schalten dahingegen ganz und gar nicht auf Durchzug, sondern waren höchst konzentriert bei der Sache. So entstand bei beiden Schreibworkshops eine Vielzahl an bewegenden, spannenden, heiteren und interessanten Texten, auch mehrere Langzeitprojekte wurden weiterbearbeitet. Es besteht durchaus die Hoffnung, dass der eine oder andere Roman dabei herausspringen wird.

Diese Hoffnung habe ich auch bei einigen meiner gerade in Arbeit befindlichen Lektorate. Offenbar nutzen doch einige Menschen die Gelegenheit, sich in der erzwungenen Corona-Entschleunigung an ein eigenes Buch zu setzen. Mich freut das sehr, und so habe ich zur Zeit gleich fünf vielversprechende Projekte im Lektorat; in diesen veranstaltungsmageren Zeiten natürlich auch finanziell eine erfreuliche Sache.

Und was kommt?

Die Exposés für die (mittlerweile drei) neuen Jugendbuchideen sind fertig und müssen nun ihren Weg an einen Verlag finden, das in Arbeit befindliche Bilderbuch aber liegt noch auf dem Tisch, genau wie das spezielle Schulbuchprojekt. Und dann ist ja auch noch die Frage offen, wie mein neuer Roman In die Welt, der mit seinem Erscheinen Anfang März punktgenau ins Corona-Loch fiel, doch noch vermehrt unter die Leute gebracht werden kann. Wer mir eine Lesung damit vermitteln kann, bekommt ein signiertes Exemplar als Dankeschön vorab zugeschickt!

Und wer sich jetzt noch rasch jeweils als Erste/*r für den am 3. August oder am 3. September beginnenden neuen anmeldet, erhält ein signiertes Exemplar meines soeben in die zweite Auflage gegangenen Bilderbuchs Selina Stummfisch, illustriert von Rosa Linke. Also, auf geht’s!

Einen entspannenden August wünscht Karen-Susan Fessel

Online Workshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 3. August und am 3. September; Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Leena Lehtolainen: Sag mir, wo die Mädchen sind. Rowohlt, Reinbek 2012 / Sie schreibt einfach gut und spannend, die finnische Krimiautorin Lehtolainen. Auch in ihrem elften Band um die bodenständige Ermittlerin Maria Kallio habe ich wieder zahlreiche bemerkenswerte Details aus dem finnischen Alltag gefunden, die mir nicht nur die spannende Geschichte um das Verschwinden dreier junger Frauen mit Migrationshintergrund erhellen, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander in dem mir noch unbekannten skandinavischen Land mit seiner überaus rätselhaften Sprache … // Eivind Hofstad Evjemo: Vater, Mutter, Kim. Wien, Luftschaft Verlag 2019 / Ebenfalls aus Skandinavien stammt der Autor dieses äußerst eindringlichen Romans über die Trauer um einen verschwundenen Adoptivsohn, allerdings aus Norwegen. Aber was es mit Kim, dem Kind der beiden Hauptpersonen Sella und Arild, auf sich hat und warum er nicht mehr da ist, das rollt der junge Autor erst nach und nach in seinem bemerkenswerten Werk auf. Zunächst begleiten wir Sella dabei, wie sie damit ringt, ihr Mitgefühl für die auf Utøya getötete Nachbarstochter angemessen auszudrücken. Warum sie sich damit derart schwertut, wird in der Reflexion ihres Lebens mit Kim deutlich, an dessen Existenz nun eine gewaltige Leerstelle getreten ist, die alle Freude zu verschlingen droht. Hofstad Evjemo erweist sich in seinem dritten Buch, dem ersten auf deutsch erschienenen, als ein sehr genauer, mitfühlender Beobachter innerer Prozesse, die mich noch lange nach der Lektüre beschäftigt haben.



Die Monatsbotin Juli 2020 / Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die neunundsiebzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Wie üblich im Juli gerät auch diese Monatsbotin etwas kürzer als sonst, der Sommerpause geschuldet, die sich einfach mal so in die noch andauernde Coronaphase geschmuggelt hat. Wenn ich in meinen Kalender für den Monat Juni sehe, entdecke ich keinen einzigen öffentlichen Termin, dafür aber einen höchst erfreulichen offiziellen: meinen Antrittsbesuch in der Berliner Johanna-Eck-Schule, die ihre künftige Schulbibliothek – tatamm! – nach mir benennen möchte, was mich natürlich überaus freut.

Der kommissarische Schulleiter Engin Çatık und der umtriebige Verwaltungsleiter Axel Jürs führten mich über das weitläufige Gelände der bisherigen Sekundarschule im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, die demnächst zu einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe umgebaut wird und die dann als eine der wenigen deutschen Schulen überhaupt mit einer Bibliothek aufwarten kann, die nicht nach einer verstorbenen Persönlichkeit, sondern einer putzmunteren Schriftstellerin benannt ist. Damit einher geht eine ebenso muntere Partnerschaft, deren einzelne Facetten wir noch gemeinsam aushecken werden. Denn als Namenspatronin werde ich in der Schule auch gelegentlich höchstpersönlich zugegen sein und die Schülerschaft mit diversen Lesungen und anderen Aktivitäten hoffentlich erfreuen und begeistern können. Wer sich schon mal vorab informieren möchte, dem sei auch das Corona-Tagebuch der Schule empfohlen, das regelmäßig als Blog im Berliner Tagesspiegel erscheint und mit dem die Schule auch an der Mitmachaktion (Corona-Archiv) des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten teilnehmen wird.

Natürlich war ich zudem auch weiterhin mit den laufenden Online-Workshops und einigen kleineren Lektoraten beschäftigt, außerdem bildete ich mich weiter in Sachen Podcasts und Hörbücher. Die Umsetzung letzterer ist allerdings mangels technischen Equipments erstmal wieder in weitere Ferne gerückt, aber dennoch geht es langsam voran. Wenn ich nachher diese aktuelle Monatsbotin eingesprochen habe, ist hoffentlich schon eine bessere Klangqualität zu bewundern. Das frisch eingespielte Intro ist mir leider abgestürzt, aber ich gebe nicht auf ….

Und was kommt?

Zwei neue Jugendbuchideen sind aufgekeimt und müssen noch genauer skizziert werden, und das nächste Bilderbuch liegt auch noch auf Halde und will überarbeitet werden. Das werde ich in diesem Monat in Angriff nehmen, aber dazwischen muss ich auch noch viel schwimmen gehen, Fahrrad fahren (was mit meiner fast gänzlich genesenen linken Hand endlich wieder geht!) und meine Mutter besuchen, und außerdem wartet noch ein spezielles Schulbuchprojekt auf mich, dem ich mich in den Sommermonaten widmen werde.

Und: Vom 26. bis 30. Juli findet nun tatsächlich die Sommerakademie in der Akademie Waldschlösschen statt, bei der ich zum elften Male einen Schreibworkshop leiten werde – unter sicherlich sehr veränderten Bedingungen und mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept. Ich bin gespannt und freue mich!

Einen nicht knochentrockenen, sondern feuchtfröhlichen Juli wünscht Karen-Susan Fessel!

Online Workshops: Der nächste Kreativ-Quickie startet am 3. August; Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Jorn Lier Horst: Wisting und der fensterlose Raum. München, Piper (2020) / Nach dem spannenden ersten Band musste ich mich ein bisschen mühselig in den zweiten Roman um den norwegischen Kommissar William Wisting einlesen, und das zuerst etwas dröge erscheinende Szenario um einen toten Politiker und einen Geldfund in dessen Ferienhütte machte es nicht besser. Aber tatsächlich stieg die Spannung Seite um Seite, und als schließlich Wistings Journalistentochter Line ins Spiel kam, war ich dann auch wieder recht gefesselt. Besser die Spannungskurve auf- als abgebaut, lautet hier das Motto, aber so richtig überzeugt bin ich nicht, ob Horst sich nicht doch ein wenig länger Zeit hätte lassen sollen für dieses Buch … // Tobias Teismann: Grübeln. Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst. Köln, balance 2016 / Ein schmales Werk für alle, die ewig vor sich hin grübeln und nicht so recht wissen, wie sie sich daraus befreien können – Psychotherapeut Teismann zeigt ziemlich sachlich und manchmal ein wenig sehr bemüht, aber doch zweckdienlich und gut lesbar auf, wie man (nicht nur nächtlich auftauchenden) Denkschleifen ein Schnippchen schlagen kann. Hundertprozentig hat es bei mir noch nicht gewirkt, aber immerhin ein bisschen; das ist doch schon mal was! // Else Lasker-Schüler: Sämtliche Gedichte. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 1998 / Diese nicht immer leicht verständlichen Gedichte können einen dann natürlich prompt wieder ins Grübeln bringen, aber vielleicht auch in positiver Hinsicht. Auf jeden Fall ist im dichterischen Gesamtwerk der aus Nazideutschland vertriebenen und in Israel nicht glücklich gewordenen gebürtigen Wuppertalerin so manch ein kleiner Lyrik-Schatz zu entdecken, auch wenn ich vieles darin nur mit verwundertem Kopfschütteln quittieren konnte. Zum krönenden Abschluss hier noch mein Lieblingszitat der Autorin: Ich sah mich doch am Fenster sitzend dichten. Ich sah sehr angegriffen aus. Mein zweites Ich hockt viel zu viel zu Haus. Also raus an die frische Luft und nicht allzu viel grübeln!

Die Monatsbotin Juni 2020 / Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die achtundsiebzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten … Wer lieber Ruhe wünscht, desgleichen!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Und nun liegt auch der erste Corona-Mai aller Zeiten hinter mir, der einige Lockerungen mit sich gebracht, mich aber – wie nahezu alle Kreativarbeitenden, die ich kenne – weiter in einer Art höchst uninspiriertem Schwebezustand gehalten hat. Und das liegt nicht nur daran, dass ich nicht wie sonst seit mehr als fünfundzwanzig Jahren zu Lesereisen unterwegs bin, sondern mehr oder minder zu Hause. Abgesehen von einer kurzen Recherchereise, die ich mit einem langersehnten Besuch bei meinem lieben Mütterchen im schönen Meppen an der Ems verbinden konnte. Dort jubilierten die Bäume, Sträucher und Blumen in schönster Maienblüte, das absolute Highlight für mich aber war die Entdeckung zweier junger Sumpfohreulen-Ästlinge in der höchsten Eiche im Marschgebiet nahe der Ems weit und breit. Das wollte ich mein Leben lang schon einmal sehen: flauschige Eulenküken, die aus dem Nest entschlüpft noch für zwei, drei Wochen auf einem Ast hoch oben hocken und von den Eltern mit frischen Mäusen versorgt werden. Die Fütterung konnte ich dann auch noch zweimal beobachten, während die junge Eulen wiederum mich immer wieder augenzwinkernd betrachteten. Eindrucksvoll!
Auch in Berlin grünt und blüht es; leider nimmt der Verkehr wieder deutlich zu. Aber aus meinem Zimmer im vierten Stock kann ich tatsächlich auch zwei Vogeljunge betrachten, die von den Eltern gefüttert werden, allerdings handelt es sich hier um gewöhnliche Berliner Nebelkrähen, und Mäuse werden in der sich wiegenden Birke vor meinem Fenster auch nicht verzehrt, sondern vermutlich eine Art proteinreicher Insektenbrei. Freude habe ich dennoch daran, als ausgesprochene Vogelliebhaberin gefallen mir all diese flatternden Wesen gut.

Abgesehen von meinen ornithologischen Studien war ich natürlich auch beruflich beschäftigt: zum einen mit den laufenden Online-Workshops (ja, andere Menschen schreiben im Moment sehr kreativ!), zum anderen mit dem technischen Rüstzeug, das ich brauche, um eigene Podcasts oder Hörbücher einzusprechen. Das geht nur langsam voran, das aber liegt auch daran, dass ich mich Mitte Mai dann endlich einer lange anstehenden kleinen Handoperation unterzogen habe. Das Karpaltunnelsyndrom ereilt nicht wenige tippende oder handwerklich kleinteilig arbeitende Menschen, doch nach einer halbstündigen ambulanten Operation konnte ich schon wenige Tage später wieder alle Finger der linken Hand bewegen, wenn auch noch sehr eingeschränkt. Bis alles wieder in Ordnung ist, dauert es noch ein paar Wochen, und wenn es gut läuft, ist im Herbst oder Winter die andere Hand dran.

Eine Neuveröffentlichung gibt es auch noch zu vermelden: Zu Pippi Langstrumpfs 75. Geburtstag – genauer gesagt, zum 75-jährigen Jubiläum der deutschen Erstausgabe von Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker „Pippi Langstrumpf“ erschien soeben der schwergewichtige Band „Pippi Langstrumpf – Heldin, Ikone, Freundin“ im Oetinger Verlag, mit meinem vierseitigen Beitrag „Regenbogensocken für Pippi“. Kein Buch für Kinder, der schwere Brocken, sondern eins für Liebhaber*innen, Fachleute und Menschen, denen Pippi etwas bedeutet (hat), mit Beiträgen namhafter und auch weniger namhafter Autor*innen – eine bunte Mischung, genau wie Pippis Lieblingsbonbons!

Und was kommt?

Weitere Lehrstunden in Sachen Aufnahmetechnik stehen an, in mühevollem Eigenunterricht, aber auch ein paar Coachingstunden werde ich mir gönnen. Aber wann dann nun der erste Podcast erscheint, wage ich noch nicht festzulegen. Die Zeichen stehen eher auf Herbst/Winter, denn sprechen kann ich ja auch mit einer Hand!

Das im letzten Monat erwähnte Bilderbuch muss noch überarbeitet werden, und das Konzept für das Reportagebuch ist zwar abgesegnet, aber die Finanzierung steht noch aus. Außerdem werde ich mich in diesem Monat Juni an erste Überlegungen zu meinem nächsten Roman machen. Auch ein geplantes Kinderbuch will überdacht werden. Und: Nach all den Veranstaltungsabsagen gibt es nun einen kleinen Lichtstreif am Horizont: Die Sommerakademie im Juli in der Akademie Waldschlösschen soll stattfinden, und eine Lesung in der Stadtbücherei Berlin-Tempelhof wurde wohlweislich auf den Dezember verschoben – und nicht einfach abgesagt. Das ist doch schon mal was!

Einen hoffnungsvollen Juni wünscht Karen-Susan Fessel!

Online Workshops: Die nächsten Kreativ-Quickies starten am 2. Juni und am 3. August; Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Dror Mishani: Vermisst – Avi Avraham ermittelt. München, dtv (2015) / Avraham Avraham, einsamer Komissar aus Tel Aviv, verschätzt sich kolossal, als er die Mutter eines vermissten 16-Jährigen mit beruhigenden Worten wieder nach Hause schickt. Denn der Junge taucht tatsächlich nicht wieder auf, und neben seiner unerwiderten Liebe zu einer Kollegin hat Abraham auf einmal eine vollkommen in die Irre führende Ermittlung am Hals … Schon lange wollte ich mal einen israelischen Krimi lesen, aber mit dem Erstling der preisgekrönten Reihe um den von Selbstzweifeln zerfressenen Ermittler Avraham habe ich wohl nicht den allerbesten Griff getan. Mishanis Held hat derart viel mit seinen inneren Nöten zu tun, dass von der Krimihandlung selbst, würden diese herausgestrichen, wohl kaum mehr als ein Fünftel übrigbliebe. Auch sein Gegenspieler strotzt vor seelischen Problemen, das war mir dann doch etwas zu viel der zähen Klagen. // Ursula Ott: Das Haus meiner Eltern hat viele Räume: Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren. München, btb 2019 / Der kurzweilige Bestseller der „Chrismon“-Chefredakteurin liest sich wie in einem Rutsch und handelt in flottem Tempo diverse Fragestellungen rund um den Auszug der alten Mutter aus ihrem großen Haus ab. Wie gelingt ein Neuanfang im Alter, was kann man zurücklassen, was bleibt von einem gelebten Leben? Otts Werk ist gut ein Jahr nach meinem eigenen Buch „Mutter zieht aus“ erschienen, behandelt eine ganz ähnliche Thematik, kommt ein wenig straffer und für mein Gefühl ein wenig unpersönlicher daher. Die geneigte Leserschaft möge entscheiden, in welcher Form sich beide Werke vielleicht ergänzen …