Die Monatsbotin Dezember 2016 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die achtunddreißigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen:  Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Reichlich Lesungen standen im November auf dem Programm: Zunächst bereiste ich auf Einladung des Bödecker-Kreises das Saarland, zum dritten Mal nach 2004 und 2007. Diesmal standen Lesungen für die Klassen 5 bis 9 in Schulen in Saarbrücken, Überherrn, Losheim am See, Wallerfangen, St. Ingbert und Gersheim auf dem gut gefüllten Programm; untergebracht war ich in Saarbrücken selbst, von wo aus ich dann per Bahn zu den einzelnen Leseorten anreiste oder aber abgeholt oder gebracht wurde, so dass ich reichlich Gelegenheit hatte, die vielfältige Landschaft der Region zu betrachten. Auch gab es allerlei lustige Begebenheiten, eine besonders amüsante habe ich am 8. November dann bereits auf meiner Facebookseite gepostet, möchte sie meiner Monatsbotin-Leserschaft jedoch nicht vorenthalten:

8. November: Eine kleine Impression von meiner aktuellen Lesereise durchs Saarland:

Es ist 7.30h am Morgen, in wenigen Minuten soll ich draußen vor meinem Hotel abgeholt und zur ersten Lesung des Tages in einer Saarbrückener Gesamtschule gebracht werden. Während ich durch das Hotelfoyer gehe und dabei meine Jacke zuknöpfe, überlege ich, ob ich meinen Lippenstift wohl zu dick aufgetragen habe. Ich trage nicht oft Lippenstift, aber heute fand ich es passend.
Als ich aus dem Hotel in den kalten, diesigen Morgen trete, kommt mir eine Endfünfzigerin in einem eleganten, ponchoartigen Gewand entgegen. Sie lächelt mich an, stutzt, sieht mich noch einmal an und bleibt stehen. „Entschuldigung?“, fragt sie. „Sind Sie vielleicht der Herr Steffens?“

Vorhang.

Ja, so heiter kann es auf Lesereisen zugehen – lustig war es dann aber auch bei meinem Schreibworkshop, den ich vom 14. bis 16. November für die Klasse 6a der Berliner Lenau-Schule abhielt. An drei Vormittagen erarbeiteten die SchülerInnen eigene kurze Texte, die sie dann im Rahmen des Lesefestes der Schule am 18. dem interessierten Publikum, bestehend aus Lehrern, Eltern und SchülerInnen, vorstellten. Da war ich wiederum schon den zweiten Tag zu Gast im Math.-Nat.-Gymnasium Mönchengladbach, wo ich den 6. Klassen aus „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ vorlas und den 8. Klassen „Schattenblicke“ vorstellte, gefördert durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, die mir im Jahr 2011 meine buchbezogene Recherchereise nach Serbien finanziert hatte.

Zurück in Berlin, las ich dann am 22. und 23. in der Mittelpunktbibliothek Schöneberg für die Gewinnerklassen des Sommerlesefestes, und danach gleich weiter nach Kassel zu reisen, wo ich wiederum am 24. und 25. in der Jugendbibliothek und – nach einer sechsjährigen Pause – wieder einmal an der Georg-August-Zinn-Europaschule für die 6. und 8. Klassen aus meinen Büchern vorzutragen. Das war ausgesprochen erfreulich und vergnüglich und zugleich der gelungene Abschluss meines fast zweimonatigen Herbstlesemarathons!

Und was kommt?

Aber im Dezember werde ich in den ersten beiden Wochen die Hände noch nicht untätig in den Schoß legen, denn zunächst stehen noch letztmalige Überarbeitungen meiner beiden im Frühjahr neu erscheinenden Bücher „Frieda Fricke, unmöglich!“ (ab 8, Kosmos Verlag) und „Alles ist echt“ (ab 14, Oetinger Taschenbuch) an.

Auch zwei Lektorate sind noch in Arbeit, dazu der Online-Workshop „Kreativ-Quickie“. Aber gleich nach meinem Geburtstag lege ich eine kurze Pause ein … und damit kommen wir auch schon zum Weihnachtsrätsel: Wann habe ich Geburtstag und wie alt werde ich?

Diesmal aber kann nur gewinnen, wer direkt an ebenjenem Tage per Kommentareintrag auf meiner Website gratuliert und dabei die Lösung elegant mit im Glückwunsch verpackt – den fünf Einsender*innen der schönsten Glückwünschen winkt ein signiertes Exemplar von „Nur die Besten!“!

Einen besinnlichen Dezember wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Dezember: Leider keine öffentlichen Termine in diesem Monat!

Onlineworkshops: Die neue Kreativ-Quickies starten am 5. Januar und 6. Februar- Informationen und Anmeldung auch für die weiteren  Workshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ sowie Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen:   Lizzie Doron: Ruhige Zeiten / Nun bin ich bald durch mit den Werken der feinfühligen israelischen Autorin – dieses hier hat mich besonders überrascht, denn selten habe ich ein so mitreißendes Buch aus der Innensicht einer psychisch Erkrankten gelesen. Ein schmales, unbedingt empfehlenswertes Werk. // Heidi Kastner: Tatort Trennung. Ein Psychogramm. / Ein Artikel im Spiegel über die Mechanismen und Tragödien in Folge von beendeten Beziehungen hat mich dazu gebracht, das ganze Werk lesen zu wollen – aber letztlich stand alles Lesenswerte schon im Artikel selbst. Ein bisschen zu mager das Ganze. // Edith Velmans-van Hessen: Ich wollte immer glücklich sein. / Ein geradezu verharmlosender Titel für ein ernstes Thema: die Verfolgung der jüdischen Bürger unseres Nachbarlandes, den Niederlanden, aus Sicht eines jungen Mädchens, das die Schreckenszeit des Nationalsozialismus im Versteck überlebt. Von ihrer sechsköpfigen Familie kehren nur sie und ein älterer Bruder zurück. Mich hat dieses gut geschriebene Buch sehr gefesselt und ein sehr lebendiges Bild der Zeit und der Lebensumstände vermittelt. Zu schade, dass es nur noch antiquarisch erhältlich ist!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Neues vom Schreibtisch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.