Die Monatsbotin Februar 2019 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die dreiundsechzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein guter Einstieg ins neue Jahr liegt hinter mir – das nämlich begann mit zwei Wochen ausgedehnter Schreibzeit. Der neue Roman für Erwachsene, der höchstwahrscheinlich noch diesen Herbst erscheinen soll, ist nach mehreren Anläufen und umfangreichen Überarbeitungen auf mittlerweile 138 Seiten angewachsen, zugleich aber haben sich meine Planungen hinsichtlich des Gesamtumfanges geändert und sind ebenfalls mitgewachsen. Es sieht also so aus, als ob ich meinem alten Ziel, endlich mal einen Roman mit mindestens 500 Seiten zu schreiben, durchaus näher komme. Wieviel genau es am Ende sein werden, weiß ich naturgemäß dann erst kurz vorher; noch bin ich selbst gespannt, ob ich die „alte“ Ziellinie überschreiten werde – oder wie 2010 mit „Leise Töne“ (497 Seiten) um einige Seiten verfehlen werde …

Vorgelesen habe ich auch: am 15. Januar in der Berliner Janusz-Korczak-Bibliothek in Pankow vor Achtklässlern des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums aus „Alles ist echt“; am 24. Januar dann im Klotener Schulhaus Spitz aus diversen Jugendbüchern. Kloten? Ja, ganz richtig, Kloten in der Schweiz im Kanton Zürich, wo ich zu meiner Freude zum nunmehr 18. Mal in Folge vom Volksschulamt zu einer einwöchigen Lesereise eingeladen wurde. Diesmal allerdings leitete ich hauptsächlich Schreibworkshops für Siebent- bis Neuntklässler, jeweils einen Vormittag lang. Das machte viel Spaß, auch wenn natürlich nicht lauter begeisterte Schreibfans auf mich warteten. Mitgemacht haben aber dann alle, zumeist mit großer Begeisterung. Und so manch eine Lehrkraft war dann auch ganz erstaunt, was für Texte dabei herauskamen …

Und was kommt?

Zunächst einmal eine kleine Schneereise, erstmals nach Tschechien. Nein, nicht mit Skiern und großem Brimborium, sondern mit Schlitten und Hundewintermantel. Mit Schnee sind wir Berliner nämlich bislang noch nicht gesegnet worden, und in der Schweiz lag davon auch nur wenig davon herum. Hoffentlich ist das im Sandsteinlabyrinth der Tyssaer Wände anders!

Danach geht es dann wieder einmal in heimatliche Meppen an der Ems, wo ich am 13. Februar im Café Koppelschleuse aus meinem aktuellen Buch „Mutter zieht aus“ vorlesen werde, natürlich in Gegenwart der Hauptfigur – meiner Mutter!

Die folgende Woche widme ich dann wieder mit großem Eifer meinem Roman, um die letzten drei Tage des kurzen Februars an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Nordendschule in Eberswalde, Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“, zu besuchen. Am 26./27. darf ich mit einigen freiwilligen Schüler*innen einen Schreibworkshop gestalten, dessen Ergebnisse dann am dritten Tag vor großem Publikum präsentiert werden, flankiert von zwei Lesungen aus meinen Kinder- und Jugendbüchern. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon sehr!  

Einen knackig kalten Februar wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Februar:  13. Februar, 20h, Café Koppelschleuse, Helter Damm 1, 49716 Meppen: Lesung aus „Mutter zieht aus“

Online Workshops: Der nächste Kreativ-Quickie startet am 4. März,Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Angelika Schrobsdorff: Du bist nicht so wie andre Mütter / Für mich die Neuentdeckung des vergangenen Jahres: Die 2016 verstorbene Autorin stand für mich schon lange auf der Leseliste; eindeutig zu Recht – die klare, eindringliche Sprache, in der die Autorin, die ihr Leben lang rastlos und umtriebig blieb und lebte, ihre eigene Mutter und Familiengeschichte porträtiert, hat mich wirklich in den Bann gezogen. So sehr, dass ich nun nach und nach möglichst alle Werke der Autorin lesen werde. // Angelika Schrobsdorff: Von der Erinnerung geweckt / Über tausend Erzählungen sind im Laufe ihres langen Lebens entstanden, fünfzehn davon versammelt dieser wunderbar lakonisch-amüsant-bewegende Erzählband. Mit präziser Beobachtungsgabe porträtiert Schrobsdorff Menschen und ihre Marotten, zerrissene Biografien und Nachkriegswirren in Jerusalem. Das macht wirklich Lust auf mehr! // Walter Zwi Bacharach (Hg.): DIes sind meine letzten Worte … Briefe aus der Shoah / A propos Jerusalem: Dieses Werk wollte ich mir schon bei meinem letztjährigen Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vachem in Jerusalem zulegen, aber leider versäumt. Umso erschütternder nun die Lektüre der sorgsam übersetzten und gesammelten letzten Briefe und Grüße von an die zweihundert Menschen, die in den Vernichtungslagern oder auf dem Weg dorthin umgebracht wurden, manche im Bewusstsein dessen, was sie erwartete, andere in verzweifelter Hoffnung auf Rettung geschrieben. Wie Bacharach schreibt: „Wir sind in der Tiefe angekommen. Noch tiefer geht es nicht; ein noch erbärmlicheres Menschendasein gibt es nicht …“ Es sollte jede*m eine selbst auferlegte Pflicht sein, diese Zeugnisse nicht gehörter Stimmen zu lesen. // Max Mannheimer: Spätes Tagebuch und mit Marie-Luise von der Leyen: Drei Leben / Ein weiteres Zeugnis, in zweifacher Ausführung: Max Mannheimer, Jude tschechischer Herkunft, hat fünf KZ überlebt und sich viel später daran gemacht, seine Erlebnisse im Späten Tagebuch niederzuschreiben. Die zweite Fassung Drei Leben entstand wiederum 25 Jahre später, als Mannheimer sich längst aufgemacht hatte, Schulklassen als Zeitzeuge vor dem nationalsozialistischen Gedankengut zu warnen. Nicht nur im unmittelbaren Vergleich sehr berührend und erhellend zu lesen.  // Ketil Bjørnstad: Die Unsterblichen / Bjørnstads behutsames Porträt eines Endfünfzigers, der rückblickend Bilanz zieht und dabei mit Erschrecken erkennt, welche Chancen nicht nur er, sondern seine gesamte Familie verpasst haben, kommt leise und nachdenklich daher, kann aber auch wachrütteln – für den zögerlichen Helden allerdings leider zu spät …

Eine Antwort auf „Die Monatsbotin Februar 2019 // Notizen aus dem vierten Stock“

  1. Warum bloß ist dir das wunderschön, zauberhaft verschneite Österreich nicht in den Sinn gekommen? Das verträumt Mühlviertel südlich der tschechischen Grenze wäre eine Idylle nach Maß für Berliner …… von Tirol ja mal ganz abgesehen 😉
    Gute Zeit jedenfalls!
    Lieben Gruß Eva

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