Die Monatsbotin Mai 2019 // Notizen aus dem vierten Stock

Hier kommt die sechsundsechzigste Ausgabe der Monatsbotin von Karen-Susan Fessel – mit Notizen, Gedanken und Terminen vom Schreibtisch aus dem vierten Stock in Berlin-Kreuzberg!

Wem sie gefällt: liebend gern weiterempfehlen! Eine kurze Mail mit dem Hinweis „Monatsbotin gewünscht“ an kontakt@karen-susan-fessel.de – und schon liegt sie Monat für Monat im virtuellen Briefkasten …

Viel Spaß beim Lesen wünscht Karen-Susan Fessel!

Was war?

Ein spannender April liegt hinter mir, in jeder Hinsicht abwechslungsreich.  Vor allem die ersten beiden Wochen standen ganz im Zeichen diverser Veranstaltungen – am 2. startete ich mit einer Lesung in der Grundschule am Eichenwald in Spandau-Hakenfelde, wo ich die versammelten Sechstklässler mit „Und wenn schon!“ in Atem hielt. Den schönen Blumenstrauß, den ich dann am Ende bekam, nahm ich gleich mit nach Wismar, wo ich am Abend das große Vergnügen hatte, ein zweijähriges Projekt glücklich zum Abschluss zu bringen: Gleich vier Autor*innen hatten sich eingefunden, um ihre in der Broschüre  „Eine* von uns“ enthaltenen Texte vorzulesen. Die von der Stiftung Lola für Demokratie e.V. herausgegebene und von Heidi Kull perfekt illustrierte Sammlung befasst sich mit queerem Leben in Mecklenburg-Vorpommern, ist sowohl als hochwertige Printausgabe kostenlos erhältlich oder online herunterladbar.

Wetier ging es am 5. April wieder nach Spandau, diesmal in die Stadttteilbibliothek Falkenhagener Feld, um erneut Sechstklässler mit Lesestoff zu versorgen, bevor ich dann ins malerische bei Celle gelegene Hustedt fuhr, wo ich in der dortigen Heimvolkshochschule für zehn HIV-positive Frauen einen Schreibworkshop leitete, veranstaltet von der DAH Niedersachsen in Kooperation mit der TK. Die Ergebnisse wiederum werden dann später in einer weiteren Broschüre nachzulesen sein. 

Gleich danach ging es am 9. zum Lesetag in die Grundschule Menschenskinder in Schönwalde-Glien, um erneut die dortigen Sechstklässler mit zwei Lesungen zu beflügeln.

Den Rest des Monats dann widmete ich mich – mit einer kleinen Reise – und einer kleinen Krankheitsunterbrechung  einerseits den Onlineworkshops „Kreativ-Quickie“ und „Biografisches Schreiben“, andererseits einigen kleineren Textarbeiten, darunter meiner neuen monatlichen Bücherkolumne fürs Goethe-Institut Auserlesen! Nr. 2, hauptsächlich natürlich aber meinem in Arbeit befindlichen Roman, der nun endlich die 200-Seiten-Schwelle überschritten hat und mich schwer auf Trab hält. Aber so soll es ja auch sein …

Und was kommt?

Neben der Schreibarbeit am Roman und der geplanten Broschüre erstmal eine Lesereise ins schöne Hildesheim, wo ich im Rahmen der 37. Hildesheimer Kinder- und Jugendbuchwoche an diversen Schulen im Umkreis die Klassenstufen 5 bis 8 belesen werde. Den Anfang macht die Schiller-Oberschule Sarstedt, gefolgt von der Hauptschule Hohenhameln und der Oberschule Söhlde, dann lese ich an der Schulrat-Habermalz-Schule in Alfeld und am Ende in der St.-Augustinus-Oberschule in Hildesheim. Eine spannende Mischung!

Danach folgt zunächst eine Reihe von familiären Festivitäten – Geburtstage en masse und die erste Jugendfeier im Kreise der Familie, bevor es mit einer weiteren Lesung für die Achtklässler des Berliner Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in die ruhigere Schreibphase des Monats übergeht. Und dann wartet ja schon die nächste Reise … Aber dazu mehr in der nächsten Monatsbotin!

Einen wonnigen Mai wünscht Karen-Susan Fessel!

Öffentliche Termine im Mai:  6. Mai, 19h, Gewölbekeller der Norddeutschen Hochschule für Rechtspflege, Godehardsplatz 6, 31134 Hildesheim: Eröffnungsveranstaltung der 37. Hildesheimer Kinder- und Jugendbuchwoche

Online Workshops: Der nächste Kreativ-Quickie startet am 2. Mai, Informationen und Anmeldung auch für die neuen Onlineworkshops „Mein Buch“ und „Biografisches Schreiben“ und das Einzelcoaching unter www.karen-susan-fessel.de/seminare

Ausgelesen Anne Siegel: Frauen, Fische, Fjorde. Deutsche Einwanderinnen in Island. München: Piper Verlag (2015) / Das hat so richtig Spaß gemacht zu lesen und Sehnsüchte nach dieser weit entfernten Insel geweckt: Anne Siegels packende Schilderung von neun ungewöhnlichen deutschen Lebenswegen. 1949 herrscht auf Islands akuter Mangel an Frauen, die zupacken können – also wirbt der isländische Konsul im verarmten Nachkriegsdeutschland um Arbeiterinnen, die mit einem Jahresvertrag in das abgelegene Nordland gehen wollen. Hunderte ergreifen die Chance – und nahezu alle bleiben für immer. Eine wirklich anregende Lektüre! // Michael Rutschky: In die neue Zeit. Aufzeichnungen 1988-1992 und Gegen Ende. Tagebuchaufzechnungen 1996-2009. Berlin: Berenberg Verlag (2017 und 2019) /  Rutschky, einer der bekanntesten Autoren der Apo-Generation und Vordenker der intellektuellen Elite der Bundesrepublik und Ehemann der nicht minder bedeutenden Essayistin Katharina Rutschky, verlegte sich in seinem Alterswerk auf die akribisch genaue Beobachtung von Alltagsgeschehnissen, eigener Befindlichkeiten und zuweilen mürrischer Gedankengänge. In seinem zweiten – für mich von allen drei Bänden besten – Band nimmt er die Zeit der Wende mit ihren Unwägbarkeiten ins Visier und zeichnete zugleich das Bild eines irritierten Endfünfzigers, der seiner eigenen Midlife-Krise einerseits mit Humor, andererseits mit zunehmendem Ingrimm begegnet. Im dritten Band verrutscht diese Zeichnung gelegentlich ins Frustrierte, mancher allzu detaillierter Beschreibungen unschöner körperlicher Vorgänge hätte es meiner Ansicht nach nicht gebraucht, aber was soll’s – der Mensch und seine Maleschen sind eben immer wieder zentrale Themen, sowohl im persönlichen Tagebuch als auch in der Weltliteratur.  Und gelegentlich lässt sich beides auch trefflich verbinden – wenn man schreiben kann wie Rutschky und seine Frau, deren Stimmen nun leider für immer verstummt sind.

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